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Dritter Weihnachtsfeiertag - Tag des ersten christlichen Märtyrers

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Am dritten Weihnachtsfeiertag ehrt die christlich-orthodoxe Kirche den heiligen Stephanus, der als erster christlicher Märtyrer gilt. Laut dem Neuen Testament ist er ein Diakon der Jerusalemer Urgemeinde gewesen. Getreu den Geboten Christi, sorgten sich die Urchristen aufopferungsvoll um ihre Nächsten. Als aber die Zahl der Christen in Jerusalem beträchtlich anstieg, wurden auch die armen Gemeindemitglieder immer mehr, darunter Witwen und Waisen, die betreut werden mussten. Die Apostel sahen sich außer Stande, diese Aufgabe zu erfüllen, ohne ihre Mission in Lehre und Predigt zu vernachlässigen.

„Daraufhin wählte man sieben Diakone, unter denen Stephanus an erster Stelle erwähnt wird, weshalb man ihn auch Erzdiakon nennt“, erzählt der Theologe Prof. Iwan Schelew. „Wegen seiner Tätigkeit unter den Judenchristen wurde er vor den Hohen Rat der Juden in Jerusalem gestellt, der zu jener Zeit die höchste religiöse und politische Behörde des Judentums darstellte. Anstatt sich jedoch zu verteidigen, bekannte sich Stephanus offen zu Jesus Christus und seine Lehre, was die Ratsmitglieder dermaßen aufbrachte, dass sie ihn auf der Stelle packten und vor der Stadt steinigten. Damit gilt Stephanus als der erste Märtyrer oder auch Erzmärtyrer.“

„Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!“ habe Stephanus bei seiner Steinigung gesagt. Wegen seines starken und aufrichtigen Glaubens wurde er für viele Christen ein Vorbild, die einer ersten großen Welle grausamer Verfolgungen ausgesetzt wurden. Mit dem heiligen Staphanus beginnt jedoch nicht einzig die Geschichte des christlichen Märtyrertums, sondern auch des Aufbaus der Kirchenhierarchie.

„Diakon bedeutet in Übersetzung aus dem Altgriechischen Helfer oder Diener“, erzählt weiter Prof. Schelew. „Ihnen kam vor allem die Aufgabe zu, die Gläubigen zu den gemeinsamen Mahlzeiten zu begleiten. Mit diesen Speisungen stand sicher die Eucharistie in Verbindung, es mussten aber auch die Armen versorgt werden und vor allem die Witwen. Den Frauen war in jener Epoche untersagt, für Geld zu arbeiten. Die Witwen waren also auf sich allein gestellt. Falls sie keine Aufnahme bei Verwandten fanden, landeten sie auf der Straße. Einzig die christliche Gemeinschaft begann sich um sie zu kümmern. Der heilige Stephanus ist mit seiner hingebungsvollen Tätigkeit und seinem standhaften Glauben in die Kirchengeschichte eingegangen. Nach seiner Rede vor dem Obersten Rat der Juden habe er ausgerufen: „Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen“.

Der heilige Stephanus wird von der römisch-katholischen Kirche, den lutherischen Kirchen und der anglikanischen Kirche am 26. Dezember geehrt, gerät jedoch in den Hintergrund, wenn sein Festtag auf einen Sonntag fällt, denn dann wird einzig das Fest der Heiligen Familie begangen. Die orthodoxen Kirchen ehren ihn am dritten Weihnachtsfeiertag – nach julianischem Kalender am 9. Januar und nach gregorianischem Kalender am 27. Dezember.

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In Bulgarien steht der heilige Stephanus hoch in Ehren und ihm sind etliche Kirchen Geweiht, darunter die berühmte „Eiserne Kirche“ der bulgarischen Christengemeinde in Istanbul.

Übersetzung und Redaktion: Wladimir Wladimirow

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