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Bulgarien und die Slowakei kooperieren im Bereich innovativer Technologien

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Fotocollage: Silvia Petrowa

Zuzana Piptova-Vrabchev wurde in Bratislava geboren. Am bulgarischen Gymnasium in der slowakischen Hauptstadt machte sie ihr Abitur. Über das Erasmus-Programm kam sie nach Bulgarien, wo sie an der Sofioter Universität "Hl. Kliment von Ohrid" einen Teil ihrer Magisterstudien zur Südosteuropathematik absolvierte. Suzana lebt seit nunmehr sechs Jahren in unserem Land. Sie arbeitet als Office-Managerin im größten der drei slowakischen Unternehmen in Bulgarien. Die drei Firmen sind in unterschiedlichen Branchen ansässig - von der Polygraphie und der Herstellung von Verpackungsmaterialien über Projekt-Engineering bis hin zu Informations- und Kommunikationstechnologien. Was veranlasst ein slowakisches Unternehmen, seine Geschäfte nach Bulgarien zu verlagern?

Снимка"In ausgewählten Branchen ist Bulgarien ein sehr interessanter Outsourcing-Standort. Das spiegelt sich auch in internationalen Ranglisten wider", erklärt Zuzana Piptova-Vrabchev. "Im Gartner-Report von Februar dieses Jahres figuriert Bulgarien beispielsweise unter den politisch und wirtschaftlich stabilen Ländern. Zudem verfügt das Land über eine Reihe von Kompetenzen und ist für multifunktionelle Dienstleistungszentren ausgesprochen günstig situiert, konstatiert der Bericht. Ende letzten Jahres hat die britische Outsourcing Assoziation Bulgarien zu besten Outsourcing-Destination 2015 erklärt. Nach der EU-Erweiterung 2004 verlagerten große internationale Outsourcing-Unternehmen ihre Geschäfte von Westeuropa nach Tschechien und in die Slowakei. Nach dem EU-Beitritt von Bulgarien und Rumänien 2007 hat sich das Interesse in Richtung dieser beiden Länder ausgeweitet. Bulgarien verfügt über sehr gut ausgebildete, mehrsprachige Fachkräfte. Nach Ansicht des Bulgarischen Verbandes der Softwareunternehmen zählt die IT-Branche zu den am schnellsten wachsenden Branchen im Land. Der Bulgarischen Outsourcing-Organisation zufolge erwirtschaftet die Outsourcing-Branche heute bereits knapp vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts."

Welche slowakischen Projekte könnten für bulgarische Unternehmen und Institutionen hilfreich sein?

"Seit geraumer Zeit ist die E-Regierung in Bulgarien ein heißes Thema", meint Zuzana Piptova-Vrabchev. "In dieser Hinsicht kann die Slowakei in der Tat interessante und innovative Lösungen anbieten. Dabei möchte ich die Projekte `Mobile Polizei` für das slowakische Innenministerium und `Spracherkennung` für Bankdienstleistungen im privaten Sektor hervorheben."



Seit drei Jahren erwerbe die Mobile Polizei das Vertrauen der Bürger in die Ordnungshüter zurück. Zudem werde die Schreibtischarbeit der Mitarbeiter vor Ort auf ein Minimum reduziert. Auch vermindere die ständige Videobebachtung mit Online-Ton- und Video-Kontrolle eines jeden Polizisten sowie die Archivierung des gesamten Arbeitstages die Korruptionsmöglichkeiten, erklärt Zuzana. Das System ermögliche den direkten Zugriff auf nationale und Schengen-Datenbanken als auch auf die Interpol-Datenbank. Der Autokennzeichen-Scanner sei ununterbrochen in Betrieb, selbst in der Nacht. Bereits in den ersten Projekt-Monaten habe man sieben gestohlene Kraftfahrzeuge sichergestellt.

Im Gegensatz zum Fingerabdruck enthält die Spracherkennung deutlich mehr biometrische Elemente, was sie als Identifizierungsmittel sicherer macht. Wie der Finger oder das Auge ist auch die Stimme eines jeden Menschen einzigartig.  Neu sei, dass nunmehr auch der Computer Stimmen erkennen könne, meint Suzana. Man brauche nun keine aufwendigen Passwörter und PIN-Nummern mehr eingeben. In einer Welt, in der man ständig Gefahr läuft, dass Personendaten missbraucht werden, und man daher gezwungen ist, sich vielfältige Passwörter und  Kontrollfragen zu merken, deren Antworten man doch wieder vergisst, ist die Stimme ein schnelles und sicheres Mittel für unsere Sicherheit. Unsere Stimme kann nicht gestohlen werden, meint Suzana.

Slowakische Firmen suchen in Bulgarien vor allem IT-Spezialisten, Betriebswirte, Projekt-Manager und Architekten. Bei der Eröffnung des SofiaTechParks Ende 2015 war auch der slowakische Präsident Andrej Kiska zugegen. Begleitet wurde er von einer 40-köpfigen Delegation mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung. Ein erster wichtiger Schritt, der Voraussetzungen für weitere slowakische Investitionen in Bulgarien schafft.

Übersetzung: Christine Christov

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