Bulgarischer Nationaler Rundfunk © 2020 Alle Rechte vorbehalten

Kauf eines neuen Autos wird in Bulgarien immer erschwinglicher

Foto: shutterstock

Die Agentur BGNES berichtete dieser Tagen in Anlehnung an Informationen der Verkehrspolizei und der Autoimporteure, dass sich die Einstellung der Bulgaren in Bezug auf den Kauf eines Neuwagens geändert habe. Dies passiert immer noch im mäßigen Tempo und gemessen am Verhältnis zwischen Neu- und Gebrauchtwagen pro Kopf der Bevölkerung ist Bulgarien eines der Schlusslichter in Europa. Im vergangenen Jahr wurden in unserem Land 43.368 Neuwagen und 226.657 Gebrauchtwagen registriert. Der Fuhrpark in Bulgarien ist zu 41 Prozent über 20 Jahre alt.

Derzeit bieten Importunternehmen jedoch wesentlich flexiblere Möglichkeiten zum Erwerb eines Neuwagens an. Die Zinsen sind niedrig und ein neues Auto kann mit einer Anzahlung von nur 10 Prozent geleast werden. In den letzten Jahren nimmt auch das sogenannte Operate Leasing zu, wobei das Auto gegen monatliche Raten ohne Anzahlung für eine lange Laufzeit gemietet werden kann. Das ist de facto eine Dienstleistung und kein Leasing, weil die Kunden am Ende nicht in den Besitz des Autos kommen, denn die meisten von ihnen machen von der Gelegenheit Gebrauch, das Auto auszutauschen. Letztes Jahr wurde bei ca. 30 Prozent der Neuwagen so verfahren.

Die Importeure sind jedoch überzeugt, dass die Zukunft den Elektroautos gehört. Mit den neuen Modellen sind mit einem Elektroauto autonome Fahrten von bis zu 340 km möglich, was unter städtischen Bedingungen an einem Tag kaum überschritten werden kann. Es wird auch eine Option in Betracht gezogen, bei der der Mietvertrag die 20tägige Nutzung eines regulären Autos vorsieht, damit der Kunde Fahrten zu Orten unternehmen kann, wo es keine Ladestationen für Elektronautos gibt.

Die Importeure erwarten jedoch auch, dass der Staat Schritte unternimmt, um den Kauf von neuen und umweltfreundlichen Autos zu fördern. Sie denken dabei an Steueranreize und Formen der Kofinanzierung, die auch in Nachbarländern praktiziert werden. In Rumänien werden zum Beispiel Öko-Vignetten eingeführt. Und um zu bewirken, dass alte Autos zum Schrottplatz gebracht werden, weil sie die Umwelt verpesten, hat der Staat für die Besitzer eine Subvention in Höhe von jeweils ca. 1.800 Euro pro Wagen vorgesehen. In Bulgarien gibt es keine derartigen Anreize, aber die Importeure sind davon überzeugt, dass man in diese Richtung zu arbeiten sollte.

Zusammengestellt von: Stoimen Pawlow

Übersetzung: Rossiza Radulowa


mehr aus dieser Rubrik…

Euro in Bulgarien – Pro und Contra, aber argumentiert

Die bulgarische Tageszeitung „Dnewenik“ veröffentlichte eine Analyse des Instituts für Marktwirtschaft, in der die Schlussfolgerung gezogen wird, dass der Beitritt zum Wechselkursmechanismus 2 (WKM 2) vor allem ein politischer Schritt sei und aus..

veröffentlicht am 25.02.20 um 16:38

Green Deal – real oder nicht

Der Plan der Europäischen Kommission für die Begrenzung der globalen Erwärmung und die Umwandlung Europas bis 2050 in einen klimaneutralen Kontinent Kraft der Pariser Vereinbarung, bekannt als European Green Deal, sorgt bei den bulgarischen..

veröffentlicht am 25.02.20 um 14:01

Die Einführung des Mautsystems zielt auf ein faires Abrechnungsmodell ab

Das Mautsystem soll am 1. März mit neuen, niedrigen Gebühren starten, die zwischen der Regierung und den Branchenorganisationen vereinbart wurden. „ Bis zum 12. Februar lief die öffentliche Diskussion. Jetzt wird erwartet, dass die..

veröffentlicht am 18.02.20 um 14:17