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Bulgarien beugt gegen Coronavirus vor

Foto: BGNES

Um 9 Uhr Ortszeit wurde auf dem Flughafen in Sofia der Öffentlichkeit gezeigt, wie Reisende, die mit dem Coronavirus COVID-19 infiziert sein könnten, ausgemacht werden können. Zur gleichen Zeit hatte Ministerpräsident Bojko Borissow eine Sondersitzung des Sicherheitsrates an der Regierung einberufen, doch sie wurde bereits in den Nachmittagsstunden des Vortages durchgeführt, so dass die Maßnahmen bereits bekannt sind, die das Übergreifen der Viruserkrankung auf Bulgarien verhindern soll.

Nationaler Stab koordiniert Vorbeugemaßnahmen

Zur Koordinierung der Maßnahmen wurde ein nationaler Stab gebildet, der vom Direktor der „Militärmedizinischen Akademie“ – dem zentralen Militärkrankenhaus in Sofia, geleitet wird. Dem Stab gehören hochgestellte Vertreter des Innen-, des Gesundheits- und des Außenministeriums an. Die bulgarischen Staatsbürger, die sich in Risikoregionen aufgehalten haben, werden angehalten, eine 14tägige Quarantänezeit einzuhalten. Ab heute werden alle Reisenden aus Italien im Beisein eines Gesundheitsinspektors einen Fragebogen ausfüllen müssen. An die anderen Grenzübergangsstellen sowie an die Land- und Wassergrenzen Bulgariens wurden mobile Teams mit Thermokameras entsandt, die wie auf dem Flughafen Sofia die Reisenden auf erhöhte Körpertemperatur hin überprüfen sollen.

Die Untersuchungen sollen nur an jenen Bürgern vorgenommen werden, die die für eine Coronavirus-Erkrankung typischen Symptome aufweisen. Bislang wurden rund 30 solche Tests vorgenommen, die alle negativ ausgefallen sind.

Prof. Todor Kantardschiew, Direktor des Nationalen Zentrums für Infektions- und Parasitenkrankheiten unterstrich, dass die Tests einzig medizinische Einrichtungen nach ärztlicher Anweisung vornehmen. Die Ergebnisse der Tests werden vom Nationalen Referenzlabor bestätigt. Die Testes sind kostenlos, sowohl für die Bürger, als auch für die Krankenhäuser, da die Mittel hierfür vom Gesundheitsministerium bereitgestellt worden sind.

Empfehlungen an öffentliche Einrichtungen

Das Bildungsministerium empfiehlt den Schulen, Reisen zur Teilnahme an verschiedenen internationalen Programmen und Projekten stark einzuschränken. Dem Sportministerium wurde seinerseits angeordnet, Veranstaltungen abzusagen, sobald eine Erkrankung diagnostiziert worden ist. Alle leitenden Stellen wurden aufgefordert, bei der Umsetzung der Vorbeugemaßnahmen das Aufkommen von Panik zu vermeiden und die Bürger einfach nur zu informieren, wie sie sich vor dem Virus schützen können.

Die schnelle Reaktion der Behörden ist durchaus nicht übertrieben, denn der Coronavirus breitet sich weiter in Europa aus. Die meisten Erkrankungen wurden in China registriert; es mehren sich jedoch auch die Fälle in anderen Ländern, wie Südkorea, Italien und dem Iran, die ebenso darum bemüht sind, eine Ausweitung der Erkrankung zu verhindern.

In den italienischen Regionen, die vom Coronavirus betroffen sind, leben rund 15.000 bulgarische Staatsbürger. Bereits am Montag dieser Woche riet das bulgarische Außenministerium, von Reisen nach Norditalien abzusehen; außerdem rief das Außenministerium die höchste Risikostufe bei Reisen nach China aus – Reisen dorthin seien zu unterlassen und alle bulgarischen Staatsbürger, die sich dort aufhalten, sollten das Land verlassen. 

Zusammengestellt von: Stoimen Pawlow

Übersetzung: Wladimir Wladimirow

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