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Covid-19: Tag 116

Foto: EPA/BGNES

Epidemiologische Notsituation bis 15. Juli verlängert

Der Gesundheitsminister Kiril Ananiewhat im Zusammenhangmit der Verlängerung der epidemiologischen Notsituation bis zum 15. Juli vier Verordnungen erlassen. In der Einreisebestimmung für Bulgarien ist vermerkt, dass das Einreiseverbot nicht für Personen gilt, die zu Ausbildungszwecken, zum Abschluss des Studienjahres 2019/2020, zur praktischen Ausbildung und Prüfung sowie zwecks Vorbereitung des Schuljahres 2020/2021 einreisen, wenn das nicht aus der Ferne möglich war. Das Tragen von Schutzmasken in öffentlichen Transportmitteln, Krankenhäusern und geschlossenen Räumen öffentlicher Einrichtungen ist obligatorisch, davon ausgenommen sind Cafés und Restaurants. Von der Maskenpflicht ausgenommen sind auch Sportler in Innenräumen während des Trainings.

Einreise nach Griechenland nur über Grenzübergang Kulata - Promachonas

Die griechische Botschaft in Sofia hat das bulgarische Außenministerium informiert, dass ab dem 1. Juli 2020 die Einreise aller Bürger über den Landweg von Bulgarien nach Griechenland nur über den Grenzübergang Kulata-Promachonas möglich ist. Außer aus triftigen Gründen wird vorerst nicht gestattet, andere Landgrenzübergänge nach Griechenland zu benutzen. In Abhängigkeit der Entwicklung der Coronavirus-Epidemie werden die zuständigen griechischen Behörden künftig prüfen, welche weiteren Grenzübergänge geöffnet werden können. Ab dem 1. Juli 2020 hat Griechenland ein Online-Formular für alle ankommenden Ausländer eingeführt, das unter <https://travel.gov.gr/ zu finden ist.

Sportminister droht an, Stadien für Publikum zu schließen
Die Missachtung der Epidemie-Maßnahmen beim Finale des bulgarischen Fußballpokals werde zur Schließung der Stadien für das Publikum führen, warnte der Sportminister Krassen Kralew. 12.000 Fans der Fußballklubs CSKA und Lokomotiw Plowdiw sind im Stadion in Sofia zugelassen. Das ist mehr als 1/4 der Kapazität der Anlage. Kralew hält die Entscheidung, dass das Spiel vor Publikum ausgetragen wird, aufgrund des großen Interesses am Finale für natürlich und versicherte, dass er die Ordnung persönlich überwachen werde. Jeder Verstoß gegen die Regeln werde zu schwerwiegenden Einschränkungen führen, warnte Kralew. Bulgarien gehört zu den wenigen Ländern in Europa, die Zuschauer in den Stadien zugelassen haben. Diese Entscheidung wird von Gesundheitsexperten heftig kritisiert.

158 neue Covid-Fälle in letzten 24 Stunden registriert

158 neue Fälle von Covid-19 wurden in den letzten 24 Stunden nach 3.343 PSR-Tests registriert, ist dem Einheitlichen Informationsportal zu entnehmen. 43 der bestätigten neuen Fälle sind in Sofia, 36 in Smoljan. 4.989 ist die Zahl der mit Covid-19 Infizierten seit Beginn der Epidemie, 2.083 davon sind aktiv. 435 Patienten werden in Krankenhäusern behandelt, 32 auf Intensivstationen. In den letzten 24 Stunden sind 7 Menschen nachweislich an Covid-19 verstorben. Die Gesamtzahl der Todesfälle beträgt 230. 2.676 Patienten konnten bisher geheilt werden, 94 davon in den letzten 24 Stunden.

Erhöhte Zahl von mit Covid-19 infizierten Personen nicht auf Lockerung von Epidemie-Maßnahmen zurückzuführen

Die Massentests in den letzten Wochen und nicht die Lockerung der Epidemie-Maßnahmen haben dazu geführt, dass mehr Covid-19-Fälle festgestellt werden. Das erklärte der Leiter der Kinderstation des Krankenhauses für Infektionskrankheiten in Sofia Prof. Atanas Mangarow in einem Interview für den Nationalen Rundfunk. Es sei nicht das Gleiche, ob 100 Tests durchgeführt werden und 20 Infizierte ausgemacht werden oder 1.000 Tests durchgeführt und 40 Infizierte registriert werden. „Wenn absolute Werte angegeben werden, sind sie nicht mit Prozentsätzen vergleichbar“, sagte der Professor. „Am 12. April, als Bulgarien „geschlossen“ wurde, waren 12 Prozent der getesteten Personen infiziert, was viel mehr ist als jetzt berichtet wird“, erklärte Mangarow und fügte hinzu, dass die Epidemie schwelen und sich drehen wird, bis sie die relevante kritische Masse der Bevölkerung erreicht.

660 Mio. Euro vom Staat zur Erhaltung von 300.000 Arbeitsplätzen

Um die Arbeitsplätze von mehr als 300.000 Angestellten bis September zu erhalten, stellt der Staat im Rahmen verschiedener Maßnahmen 660 Millionen Euro unentgeltlich zur Verfügung. „Wir aktualisieren die als „60/40“ bekannte Maßnahme. In ihrem Rahmen wurden bereits 60 Millionen Euro an Zuschüssen gezahlt, 160.000 Arbeitsplätze in 9.000 Unternehmen konnten erhalten werden“, unterstrich Premierminister Bojko Borissow und präzisierte, dass weitere 17.000 Unternehmen Finanzhilfe für weitere 300.000 Angestellte beantragt haben. Bisher wurden Unternehmen mit zwei oder drei Angestellten und Unternehmen mit bis zu 2.800 Mitarbeitern unterstützt, sagte der Premier. In den Bereichen Personenverkehr und Tourismus werde die Maßnahme 80/20 angewendet und zusätzliche 20 MillionenEuro für diese Bereiche bereitgestellt. Im Rahmen einer dritten Maßnahme für die Einstellung von Arbeitslosen sollen 80 MillionenEuro aus EU-Mitteln bereitgestellt werden, kündigte Borissow an.

Steuerbehörden starten Inspektionen an der Schwarzmeerküste

Ab heute beginnen die Steuerbehörden und die Sicherheitsdienste (DANS und GDBOP) mit Inspektionen an der Schwarzmeerküste. Die Kontrollkampagne des Finanzamtes zielt auf die Einhaltung der Steuer- und Sozialversicherungsgesetze ab, erklärte sein Sprecher in Burgas Christo Usunow. Im Fokus der Inspektoren liegen Hotels, Restaurants und Touristenattraktionen. Die Kontrollen verschiedener Einzelhandelsgeschäfte erfolgen sowohl offiziell und als auch durch Testkäufer (Mystery Shopper). Überprüft werden Umsatz, Steuern, Geldeingänge, Kassengeräte sowie Arbeitsverträge von Saisonarbeitern.

Projekt „Beschäftigung für dich“ erfasst 70.000 Arbeitslose

Es beginnt die Umsetzung des Projekts „Beschäftigung für dich“, das von der Arbeitsagentur im ganzen Land realisiert wird. Es soll 70.000 Arbeitslosen eine Beschäftigung sichern, darunter auch Menschen, die aufgrund der Covid-19-Krise ihre Arbeitsplätze verloren haben. Das Budget des Projekt beläuft sich auf 80 Millionen Euro, wovon eine nationale Quote von 25 Millionen Euro für die vorrangige Unterstützung von Arbeitgebern im Hotel- und Gaststättenwesen, Tourismus, Reisebüros und anderen Reiseveranstaltern festgelegt wurde. Der Rest der Mittel wird auf Quotenbasis von den Kommunen entsprechend der Arbeitslosenquote und der Anzahl der Arbeitgeber verteilt.

Neues Schuljahr in Bulgarien beginnt vermutlich mit Präsenzunterricht

Höchstwahrscheinlich wird das neue Schuljahr mit Präsenzunterricht in den Schulen starten. Dies wurde klar, nachdem Bildungsminister Krassimir Waltschew den Abgeordneten des zuständigen Ausschusses erklärt hat, dass die konkreten Vorschläge für eine alternative Ausbildung noch nicht fertig seien. Laut Bildungsminister Waltschew wären alle Strategien, die einen teilweisen Präsenzunterricht vorsehen, sehr schwer umzusetzen. Deshalb sei eine relative Aufteilung der Klassen die vielleicht beste Strategie.


Weitere wichtige Informationen zu Covid-19 in bulgarischer Sprache und in 9 Fremdsprachen finden auf der Internetseite von Radio Bulgarien in unserer Spezialrubrik Covid-19.


Zusammengestellt: Gergana Mantschewa und Nachrichtenteam

Übersetzung: Georgetta Janewa, Rossiza Radulowa


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