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Die 7 bulgarischen Kulturdenkmäler in der UNESCO-Liste

Foto: Archiv

Seit 1983 begeht die UNESCO auf Anregung von ICOMOS, dem Internationalen Rat für Denkmalpflege, den 18. April als Internationalen Denkmaltag. Wir wollen diesen Welttag zum Anlass nehmen und die bulgarischen Kulturdenkmäler näher vorstellen, die in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen wurden und 7 an der Zahl sind. 

Die Altstadt von Nessebar befindet sich auf einer malerischen Halbinsel, die ins Schwarze Meer ragt. Der Ort, gegründet vor 3.200 Jahren, gilt als einer der ältesten Europas. Diese Architekturperle bewahrt Festungsmauern aus der Römerzeit und dem Mittelalter, byzantinische und altbulgarische Kirchen und alte Wohnhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert auf. Einst rühmte sich die Stadt ihrer 40 Kirchen.

Das Thrakergrab von Sweschtari stammt aus dem ersten Viertel des 3. vorchristlichen Jahrhunderts. Das Innere dieses Grabmals ist im Geist der hellenistischen Kultur geschmückt, die die einheimischen antiken Künstler durch das Prima der Traditionen und Vorstellungen des thrakischen Stammes der Geten gebrochen haben. Die Dekoration beeindruckt vor allem mit den Kariatiden, die mit ihren Händen das Deckengewölbe zu stützen scheinen. Ihre Gesichter und Haare weisen noch Spuren der ursprünglichen Bemalung auf.


Das Rila-Kloster wurde im 10. Jahrhundert vom Einsiedler Iwan aus dem Rila-Gebirge gegründet. In der Zeit der osmanischen Fremdherrschaft (15.-19. Jh.) war es ein wichtiges kulturelles und geistiges Zentrum für das geknechtete bulgarische Volk. Nach der Neugründung des bulgarischen Staates 1878 blühte das religiöse Leben in dem Kloster auf, in dem die sterblichen Überreste des heiligen Iwan Rilski ruhen und bis heute für die Gläubigen eine Quelle des Trosts und der himmlischen Hilfe sind.

Die Felskirchen von Iwanowo wurden vor vielen Jahrhunderten in die Felsen der Schlucht des Flusses Russenski Lom gehauen. Es handelt sich um eine Reihe von Felskirchen, Kapellen und Einsiedlerzellen, die im 10. bis 14. Jahrhundert zu den bedeutenden bulgarischen religiösen Stätten gezählt wurden. Dieser Ort des Geistes galt als eine Wiege des Hesychasmus in Bulgarien. Die Felskirche der Heiligen Gottesmutter aus dem 13. Jahrhundert mit ihren einzigartigen Wandmalereien zieht Tausende Touristen aus der ganzen Welt in ihren Bann.

Das Thrakergrab von Kasanlak gehört mit seinen Wandmalereien zu den wohl schönsten antiken Kunstschöpfungen aus der Zeit des 4. bis 3. vorchristlichen Jahrhunderts. Das in die Kuppel der Grabkammer gemalte Bild zeigt ein Totenmahl, an dem symbolisch der verstorbene thrakische Herrscher teilnimmt und sich von seinen Nächsten und dem irdischen Leben verabschiedet. Dargestellt sind neben seiner Gemahlin, die an seiner Seite sitzt, Diener mit Grabbeigaben, seine geliebten Reitpferde und sein von vier Pferden gezogener Streitwagen.

Das Felsenrelief des Reiters von Madara ist das einzige seiner Art in ganz Europa. Es befindet sich in der Nähe der heutigen Stadt Schumen und ist Teil eines archäologischen Reservats, das die menschliche Tätigkeit angefangen bei 4.000 Jahren vor Christus bis in die Neuzeit dokumentiert. Der mit hoher künstlerischer Meisterschaft dargestellte Reiter, zu dessen Füßen sich ein von ihm getöteter Löwe befindet, wird von seinem treuen Hund begleitet. Die fragmentarisch erhaltenen griechischen Inschriften berichten von den Siegen dreier bulgarischer Herrscher.

Die Kirche von Bojana befindet sich bei Sofia am Fuße des Witoscha-Gebirges. Sie ist wegen ihrer Fresken berühmt, die Darstellungen von 240 Menschen in 89 verschiedenen Szenen enthalten. Sie stammen aus dem Jahre 1259, wobei der Name des Malers nicht überliefert ist. Der Wert dieser Wandmalereien besteht darin, dass sie sich von den zu jener Zeit üblichen starren und leblosen menschlichen Darstellungen in der religiösen Malerei grundlegend unterscheiden und der europäischen Renaissance vorweggreifen, die erst mit Giotto Einzug gehalten hat.

Zusammengestellt: Weneta Nikolowa

Übersetzung und Redaktion: Wladimir Wladimirow


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