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In Bulgarien befindet sich einer von 8 Supercomputern der EU

In den nächsten sieben Jahren rechnet man mit Investitionen in Technologien mit hohem Mehrwert

Foto: sofiatech.bg

Ein Supercomputer, der Teil des Gemeinsamen Unternehmens für europäisches Hochleistungsrechnen EuroHPC ist, nimmt im Juli seine Arbeit auf. Die europäische Organisation hat im Juni 2019 acht Länder auserkoren, in denen Supercomputerzentren der EU eingerichtet werden sollen. Die anderen europäischen Supercomputer befinden sich in der Tschechischen Republik, Finnland, Italien, Luxemburg, Portugal, Slowenien und Spanien.

Anwendung finden Supercomputer in Bereichen wie Forschung, Entwicklung neuer Medikamente, Impfstoffe, Kampf gegen den Klimawandel, Bau intelligenter Managementsysteme etc.

„Interesse bekunden sowohl die wissenschaftlichen Kreise als auch Unternehmer", sagte Simeon Stoyanov, Business Development Manager des Supercomputers. „Unser Supercomputer wird teilweise von EuroHPC finanziert. Daher wird ein Teil seiner Kapazität - etwa 35 Prozent - für gesamteuropäische Aufgaben verwendet. Die restlichen 65 Prozent können von Bulgarien oder Unternehmen und Konsortien genutzt werden, die wir eventuell anziehen. Es ist uns sehr wichtig, diesen Computer zu nutzen, um Personal auszubilden, das in Zukunft mit diesen High-Tech-Computern arbeiten wird.“

Simeon Stoyanov

Es ist wichtig zu wissen, dass die Informationen aus dem Betrieb des Supercomputers für jeden Interessierten öffentlich zugänglich sein werden. Falls sich Bulgarien unter jene EU-Länder reihen will, die Produkte mit hohem Mehrwert entwickeln, ist es zweifellos notwendig, dass es in solche Technologien investiert.

„Das sind die Zukunftstechnologien mit dem höchsten Mehrwert“, betonte Simeon Stojanow in einem Interview für den Bulgarischen Nationalen Rundfunk. „Wie man sehen kann, hat sich die Art und Weise, wie Geschäfte auf der ganzen Welt abgewickelt werden, drastisch verändert. Es könnte sich erweisen, dass eine solche Investition weitaus wichtiger ist als die in ein Kernkraftwerk. Das ist ein strategisches Objekt, das für die Zukunft unseres Landes und die Entwicklung der jungen Menschen wichtig ist.“

Europa hinkt bei solchen Supercomputer-Ökosystemen immer noch weit hinter den Weltmarktführern zurück. Die Weltsupermächte USA und China, die in ständiger Konkurrenz zueinander stehen, weichen traditionell nicht von ihren Spitzenpositionen. Hochleistungsrechner sind ein immer wichtigerer Teil des sich ständig verändernden digitalen Zeitalters, in dem wir leben. Aus diesem Grund wird man im Zeitraum 2021-2027 immer mehr Geld in Supercomputer investierten. Darüber hinaus hat genau dieses Segment der EU-Wirtschaft das Potenzial, die Erholung der EU nach der Pandemie zu fördern.

Die Bemühungen Bulgariens, einen Supercomputer zu bekommen, haben mehrere Jahre gedauert. Ungeachtet der zweifellosen Vorteile, die der Supercomputer unserem Land bietet, dürfen wir die Auswirkungen seines Betriebs auf die Umwelt nicht unterschätzen. Damit alle Computersysteme bei voller Auslastung ihrer Kapazitäten arbeiten können, werden ca. 1 MW/h Strom verbraucht. Wenn wir den Energieverbrauch der Unternehmen dazu rechnen, die für die Datenübertragung und -speicherung zuständig sind, dann können wir nicht umhin zu gestehen, dass riesige Mengen an Energie verbraucht werden. Das Zeitalter der Informationstechnologien erlaubt es uns jedoch nicht, diesen Energieverbrauch zu stutzen, da wir von Tag zu Tag diesen Technologien immer abhängiger werden.

Redaktion: Joan Kolev (nach einem Interview von Dobromir Widew, BNR-Horizont)

Übersetzung: Rossiza Radulowa

Fotos: sofiatech.bg, Dobromir Widew

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