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Botanic corner im Zentrum von Sofia: Die künstlerischen Visionen von Kaja, Johanna und Jana

Foto: Privatarchiv

Botanic corner oder botanische Ecke – so heißt die farbenfrohe Kunstinstallation mit einer besonderen Botschaft. Über das Wochenende entsteht die Struktur im Herzen von Sofia, um die Menschen der Zwei-Millionen-Stadt zu entschleunigen, sie anzuhalten, über Umweltschutz und die Verbundenheit zur Natur nachzudenken.

Das Projekt ist das Werk der jungen Künstlerinnen Johanna Trajanowa, Kaja Kolischka und Jana Todorowa, die Experimente und Herausforderungen nicht scheuen. Sie kombinieren verschiedene Kunstbereiche - Illustration, Cyanotypie, eine Fototechnik aus dem 19. Jahrhundert und manipulierte Polaroid-Bilder, um die botanische Farbe darzustellen.

„Das sind drei unterschiedliche Sichtweisen, durch die wir unsere Sorge um die Natur ausdrücken“, sagt Johanna Trajanowa. Die Art-Installation stellt eine spanische Wand mit zwei unterschiedlichen Seiten dar.

„Auf der einen Seite bauen wir eine Installation aus echten Blumen, um zu zeigen wie zart und kurzlebig sie sind“, erklärt Johanna.

Manipuliertes Polaroid-Bild von Johanna Trajanowa

„Durch drei künstlerische Methoden werden wir auf der anderen Seite der Wand das verewigte Bild der Blumen darstellen. Jede von uns erkundet die Blumen auf ihre Weise. Mit Aquarell können sie unglaublich detailliert gemalt werden, die Blaupause kann sie wie ein Röntgenbild darstellen. Die manipulierte Fotografie lässt dem Betrachter grenzenlose Fantasie bei der Interpretation.“

Die "Botanische Ecke" wird im kvARTal installiert werden, dem alten Künstlerviertel im Zentrum der staubigen Stadt, umgeben von Gebäuden und lauten Straßen. Die Botschaft ist, sich der Natur zuzuwenden und sich daran zu erinnern, dass sie nicht nur zerbrechlich ist, sondern wir selbst von ihr abhängig, vergänglich und verletzlich sind.

Das ist übrigens nicht das erste Kunstwerk, durch das Johanna ihre Emotionen für die Natur mitteilt. Vor einiger Zeit installierte die junge bildende Künstlerin eine weiße Kugel unter der Kuppel des hauptstädtischen Largo mit einer ähnlichen Botschaft.

„Was unser kleines künstlerisches Team in diesem Projekt vereint, ist die Liebe zur Botanik“, sagt Johanna und fügt hinzu, dass sie als Künstlerin noch nicht viele Gelegenheiten hatte, ihre Arbeit zu präsentieren. Ihre Leidenschaft gehört der blauen Presse und den Verfahren aus dem 19. Jahrhundert, insbesondere dem Eisenblaudruck oder Cyanotypie. Bei diesem speziellen Verfahren wird Johanna blaue Blumendrucke mit einer Cyanotypie-Emulsion durch Sonneneinstrahlung herstellen.

Cyanotypie von Jana Todorowa

Kaja Kolischka hingegen arbeitet im Bereich der Illustration und verlässt sich ganz auf die Handmalerei. Als Grundlage verwendet sie Holz und malt darauf ihre Aquarelle. Ihr Stil kann als naive Malerei bezeichnet werden. Ihr Part ist, unglaublich schöne Blumen zu malen.

Aquarell von Kaja Kolischka

Das Anliegen von Jana ist das sogenannte manipulierte Polaroid-Bild.

„Tatsächlich experimentiere ich mit Polaroid-Fotos, indem ich ihre Emulsion trenne und auf Papier positioniere. Das Endergebnis sind nicht standardmäßige fotografische Bilder.“

Die Begeisterung von Johanna, Jana und Kaja ist ansteckend. Die jungen Frauen sind mit Herz und Seele ganz bei ihrer Arbeit.

Alle, die die junge bulgarische Kunst kennenlernen möchten, haben am 18. und 19. September Gelegenheit dazu. Sie sind an der Ecke Serdika-Straße und Triaditza-Straße in Sofia herzlich willkommen.

Übersetzung: Georgetta Janeva

Fotos: persönliches Archiv


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