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Organisatorische Probleme könnten einen möglichen zweiten Wahlgang in Österreich behindern

Wien
Foto: Archiv

Der Wahltag in Österreich verläuft normal - mit etwas mehr Wahlbeteiligung als bei den beiden vorangegangenen Wahlen im Jahr und angesichts der äußerst strengen epidemiologischen Maßnahmen des Landes problemlos. Allerdings können ungelöste organisatorische Probleme, die mit der gestörten Verbindung der einzelnen Wahlvorstände mit der Zentralen Wahlkommission in Verbindung stehen, die Durchführung einer möglichen zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen behindern.

Die Bulgaren in Österreich wählen in 15 Wahllokalen, davon acht in Wien. 891 Personen haben sich im Vorfeld der Wahlen zu einer Stimmabgabe gemeldet, auch wenn wahlwillige und wahlberechtigte bulgarische Staatsbürger selbst am Wahltag in die Listen aufgenommen werden können. Das Tragen einer Schutzmaske während der Abstimmung ist obligatorisch.

Mariana da Meo

Laut Mariana da Meo, Mitglied eines der Wahlvorstände in Wien, würden unsere Landsleute sowohl für das Parlaments, als auch für den Staatspräsidenten wählen. In einigen Wahllokalen verläuft die Abstimmung mit Wahlgeräten, in anderen auf herkömmliche Art und Weise mit Papierstimmzetteln. Trotz der geringeren Zahl an Wahlhelfern konnten überall Wahlvorstände gebildet werden. Die in letzter Minute angeordnete Auszählen der Stimmzettel werde den Wahlprozess weiter verlängern und den Einsatz von Wahlgeräten bedeutungslos machen, meinte die Wahlhelferin.

Ich verstehe die Freiwilligen, warum sie sich nicht massenweise an der Durchführung der Wahlen beteiligen wollen“, sagte Mariana de Meo gegenüber Radio Bulgarien. „Es gibt Leute, die seit 10 Jahren als Wahlhelfer in Erscheinung treten - sie schlafen auf dem Boden, ihr Arbeitstag dauert 30 Stunden und das ist wirklich unzumutbar. So haben viele von ihnen für diese Wahlen abgesagt. Und sie haben Recht! Mehr als die Hälfte der Menschen, die die Wahlen im Ausland durchführen, sind Freiwillige.

Mariana de Meo sagte ferner, sie persönlich habe noch nicht aufgegeben, eine freiwillige Wahlhelferin zu sein, weil sie hoffe, dass „genügend gewissenhafte Leute ins Parlament kommen“, um eine elektronische Abstimmung oder per Post durchzusetzen. „Das ist mein Motiv für die Teilnahme an einem Wahlvorstand“, sagte sie. Mariana de Meo wünschte, es möge nun beim dritten Versuch für dieses Jahr klappen, ein stabiles Kabinett zu bilden, „das die dringend benötigten Veränderungen umsetzt, für die wir vor einem Jahr auf die Straße gegangen sind“.

Übersetzung und Redaktion: Wladimir Wladimirow