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Blickpunkt Balkan

Griechenland: Kosten für PCR-Tests zur politischen Streitfrage avanciert

Die griechische Opposition hat vorgezogene Neuwahlen gefordert  und die Regierung beschuldigt, keine Strategie zur Bewältigung von Covid-19 zu haben. Grund ist die Senkung des staatlich festgesetzten Preises für PCR-Tests in privaten Labors auf 47 Euro. Davon entfallen 35 Euro auf den Test und 12 Euro auf die Entnahme der Probe. Der Vorsitzende der Oppositionspartei „Syriza“ Alexis Tsipras bezeichnete die Preisreduzierung als „Verspottung der Griechen“. Die linke Opposition behauptet, die Behörden hätten private Labors zwei Jahre lang unkontrolliert die Bürger ausrauben lassen. Nach dem „Tsunami“ hoher Preise für Grundnahrungsmittel wollen alle Oppositionsparteien, dass die Tests kostenlos sind. Auch die Ärztegewerkschaft befürwortet kostenlose Tests und weist darauf hin, dass nur Massentests das Ausmaß der Pandemie aufdecken können, berichtete die Korrespondentin des Bulgarischen Nationalen Rundfunks in Griechenland Katja Peewa.

Pristina: Das Abkommen mit Belgrad hat Priorität

Das Ziel des Kosovo für 2022 ist es, eine Einigung mit Serbien zu erzielen und die bilateralen Beziehungen zu normalisieren. Das erklärte Ministerpräsident Albin Kurti in einem Interview für den TV-Sender „Alsat-M“. Er merkte an, dass Serbien seinen europäischen Weg fortsetzen wolle, was aber ohne die Anerkennung des Kosovo nicht möglich sei. Pristina strebt seinerseits eine europäische und euroatlantische Integration an, die eine vollständige Normalisierung der Beziehungen zu Belgrad voraussetzt.
Aufgrund der aktuellen Stromabschaltungen und Stromengpässe hat der Kosovo das Schürfen von Kryptogeld verboten, berichtete „Reuters“. Ein Beteiligter sagte der Nachrichtenagentur, er bezahle im Kosovo für Strom etwa 170 Euro pro Monat und erwirtschafte dafür in dieser Zeit einen Gewinn von etwa 2.400 Euro. Im Jahr 2021 hat der Strompreis ca. 70 Euro pro Megawattstunde erreicht, jetzt kostet er 515 Euro pro Megawattstunde, sagte Ministerpräsident Kurti.

Türkische Haushalte starten mit neuen Strom- und Gaspreisen ins neue Jahr

Die türkische Energieregulierungsbehörde hat die Strom- und Erdgaspreise für Haushalte stark angehoben. Als Argument dafür führte sie die weltweiten Energiepreise an. Der Anstieg liegt zwischen 52 Prozent und 130 Prozent, berichtete die Zeitung „Habertürk“. Nach den neuen Tarifen zahlen Haushalte ab Januar 1,37 Türkische Lira pro Kilowattstunde für Strom bei einem Verbrauch bis zu 150 Kilowattstunden pro Monat und 2,06 Türkische Lira pro Kilowattstunde für den Verbrauch darüber. Das staatliche Unternehmen „Botas“ hat die Erdgaspreise für Haushalte ab 2022 um 25 Prozent, für Kraftwerke um 15 Prozent und für Unternehmen um 50 Prozent angehoben. Das lässt die Verbraucherinflation weiter in die Höhe schnellen, die im Dezember 2021 gegenüber dem Vorjahr 36 Prozent betrug.
Ungeachtet der Inflation ist die Türkei im Jahr 2021 auf den 10. Platz unter den Ländern in Europa mit dem größten Volumen ausländischer Investitionen geklettert. Und Istanbul belegt den 7. Platz in der Rangliste der Städte, die Investitionen anziehen.

Belgrad akzeptiert nicht US-Sanktionen gegen Milorad Dodik

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic hat angekündigt, bis zum 11. Januar Gespräche mit dem serbischen Mitglied des Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina Milorad Dodik und mit dem Präsidenten der Republika Srpska in Bosnien und Herzegowina Zeljko Cvijanovic über die gegen den serbischen Führer in Banja Luka verhängten US-Sanktionen zu führen, berichtete BGNES.
Laut Vucic ist Serbien mit den Sanktionen gegen Dodik und den ihm nahestehenden TV-Sender „Alternativna Televizija“ nicht einverstanden. Belgrad werde in keiner Weise Sanktionen gegen seine Vertreter in Bosnien und Herzegowina verhängen.
„Wir müssen rationale, ehrwürdige und korrekte Beziehungen zu den Amerikanern pflegen. Sie sind eine große Macht. Aber andererseits werden wir nicht in die Zeit zurückkehren, in der Blockaden und Barrikaden gegen die politischen Vertreter unseres Volkes an der Drina errichtet wurden“, sagte Vucic.

Albanien will sich auf dem Weg in die EU von Nordmazedonien abspalten

Albanien befindet sich in einer absurden Situation der Blockade wegen des von Bulgarien gegen Nordmazedonien verhängten Vetos. Das erklärte der albanische Premierminister Edi Rama in einem Kommentar zur europäischen Integration des Landes. „Wir haben die Bürger nach ihrer Meinung gefragt, ob sie ein neues Herangehen in unserer Außenpolitik unterstützen würden“, wurde der albanische Ministerpräsident von „Ora News TV“ zitiert. Wenn Bulgarien weiterhin an seinem Veto festhält, sollten wir offen eine Trennung von Nordmazedonien anstreben, schlägt Rama vor.
Der albanische Premierminister betonte, dass es für Tirana wichtig sei, die notwendigen Fortschritte bei der Arbeit der Justiz und der Sonderstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität zu erzielen. „Die spezialisierte Justiz muss beweisen, dass sie nicht politisiert ist und ihre einzige Aufgabe darin besteht, die Kriminalität in Albanien zu bekämpfen“, ergänzte Edi Rama.

Zusammengestellt: Iwo Iwanow

Übersetzung: Rossiza Radulowa

Fotos: EPA/BGNES