COVID-19 in Bulgarien: Tag 27

| обновено на 03.04.20 в 21:47

Verlängerung des Notstands in erster Lesung gebilligt

Das Parlament hat in erster Lesung die Verlängerung des Ausnahmezustands bis zum 13. Mai 2020 gebilligt. Die Debatten über den Gesetzentwurf über die Verlängerung des Ausnahmezustands dauerten bis spät in den Tag hinein. Schließlich wurden nach langen Debatten die Vorschläge der BSP und der Vereinigten Patrioten, die Frist bis zum 30. April zu verlängern, von der Mehrheit abgelehnt und die Abgeordneten billigten den Vorschlag der Regierung, den Ausnahmezustand bis zum 13. Mai zu verlängern.122 Abgeordnete stimmten für die Verlängerung, 47 stimmten dagegen und sieben Abgeordnete enthielten sich der Stimme. Die zweite Lesung des Gesetzentwurfs im Plenarsaal wurde für den Montag anberaumt.

Durchschnittsalter der Covid-19-Infizierten in Bulgarien ist 47 Jahre

485 bestätigte Covid-19-Fälle in Bulgarien hat der Nationalen Krisenstab am Nachmittag in Bulgarien gemeldet. Am 3. April wurden 8 neue Fälle nachgewiesen. Das Durchschnittsalter der Infizierten ist 47 Jahre. 275 der positiv getesteten Personen sind Männer, 210 sind Frauen. Die Zahl der Todesopfer beträgt bereits 14. 173 der Patienten werden in Krankenhäusern behandelt, 21 von ihnen sind auf Intensivstationen. Es gibt 22 infizierte Mediziner. Bisher wurden 30 Menschen geheilt, davon 20 Männer und 10 Frauen. Der jüngste Geheilte ist ein 27-jähriger Mann und der älteste ist ein 80-jähriger.

Präsident Radew: Einige Covid-19-Maßnahmen sollten überdacht werden

Präsident Rumen Radew sprach seine Besorgnis über die anhaltende soziale Isolation und die Auswirkungen auf die Psyche und die Gesundheit der Menschen aus. Das Staatsoberhaupt tat dies in einer Erklärung in Reaktion auf Vorschlag des Ministerrates an das Parlament, den Ausnahmezustand wegen Covid-19 bis zum 13. Mai zu verlängern. „Die Pandemie erfordert entschiedene Maßnahmen und die Öffentlichkeit nimmt sie mit Verständnis auf“, sagte Staatspräsident Rumen Radew in einer Rede zur Lage im Land unter den Bedingungen von Covid-19. Er unterstrich, dass die Sondermaßnahmen die Ausbreitung der Seuche zwar verlangsamt haben, jedoch das Leben gelähmt und zu einer präzedenzlosen sozialen und wirtschaftliche Krise geführt haben. Die Arbeitslosigkeit würde mit jeder Stunde ansteigen und schon bald könnte der Hunger die Angst unterdrücken, warnte Radew. „Wenn der Staat Einschränkungen auferlegt, muss er auch adäquate Entschädigungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorschlagen“, appellierte der Staatspräsident. Er forderte ferner, dass einige Anordnungen des Notstandsgesetzes, die das Wirtschaftsleben hemmen, unverzüglich geändert werden.

Medizinischer Expertenrat: Soziale Isolation im Kampf gegen Covid-19 unabdingbar notwendig

Die physische und soziale Isolation als Maßnahme im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus ist unabdingbar notwendig, wird in einem Bericht des Medizinischen Expertenrates betont, der der Regierung vorgelegt wurde. Der Bericht selbst, in dem die bislang getroffenen Maßnahmen analysiert werden, wurde auf einer Pressekonferenz von Ministerpräsident Bojko Borissow vorgestellt. „Im Verlauf der Epidemie können einige Maßnahmen überdacht und gegebenenfalls gelockert werden. Die Experten raten, dass die Infektion mittels PCR-Tests ermittelt werden solle. Die epidemiologische Untersuchung könne ihrerseits mit anderen Labortests durchgeführt werden“, erläuterte Borissow.

Er informierte, dass Bulgarien eine Million Covid-19-Tests bei der EU bestellt habe. Gesundheitsminister Kiril Ananiew schlug die Einführung von zwei Medikamenten aus China vor, die sich nachweislich positiv auf die Behandlung von Erkrankten auswirken würden.

Bulgarien wird Medikamente gegen Covid-19 aus China beziehen

Auf einer Sonderitzung der Regierung per Videokonferenzschaltung wurden zwei Verträge gebilligt, die das Gesundheitsministerium mit der „China National Pharmaceutical Foreign Trade Corporation“ abschließen soll. Es handelt sich um den Kauf der Medikamente „Hydroxychloroquine Sulfate“ und „Azithromycin Dispersible“, die zur Behandlung von Covid-19-Patienten eingesetzt werden sollen. Es wurde mitgeteilt, dass in Bulgarien die Covid-19-Epidemie voraussichtlich in zwei bis drei Wochen ihren Höhepunkt erreichen wird.

Außenministerin Sachariewa: NATO muss sich in Coronavirusbekämpfung einschalten

„Obwohl sie sich nicht in den ersten Reihen des Kampfes gegen Covid-19 befindet, muss die NATO weiterhin eine wichtig Rolle spielen; die zivilen und militärischen Seiten müssen in voller Koordination reagieren – das erwarten unsere Bürger!“ Mit diesen Worten wandte sich die Bulgariens Vizepremierin und Außenministerin Ekaterina Sachariewa an ihre NATO-Kollegen auf dem ersten Treffen der Allianz per Videokonferenz. Sachariewa rief die NATO auf, die Europäische Union in ihren Bemühungen, Drittländern Medikamente und medizinische Artikel für Behandlungszentren zu liefen, zu unterstützen. Von bulgarischer Seite wurde ein stärkeres Engagement des Pakts im Nahen Osten und Nordafrika sowie Solidarität mit Griechenland und der Türkei gefordert, die die größten Probleme im Zusammenhang mit dem Flüchtlingsstrom aus Syrien verspüren.

Drastischer Verkehrsrückgang in Bulgarien

66 Prozent weniger Besuche in Einkaufs- und Freizeiteinrichtungen. 36 Prozent weniger Läufe zu Märkten, Drogerien und Apotheken. 58 Prozent weniger Fahrgäste an Bushaltestellen, Bahnhöfen und U-Bahn-Stationen. Fahrten zu Arbeitsplätzen um ein Drittel reduziert. Das belegen Daten über die Auswirkungen der Quarantäne in Bulgarien, die von der Firma „Alphabet“ veröffentlicht wurden. Die Verkehrsdaten für Bulgarien vom 16. Februar bis 31. März sind Teil einer Reihe von Informationen über 131 Länder. Die Zahlen sind relativ und zeigen nur Trends auf, da das Unternehmen sie über den Standortverlauf „Location History“ auf Smartphones bezieht. Die reale Situation sei weitaus drastischer, kommentiert „Alphabet“.

Bulgariens Außenministerin fordert Einstellung des Mobilitätspakets

Unsere dringenden Aufgaben bestehen darin, den Kampf gegen das Coronavirus fortzusetzen und uns für die Wirtschaft und den Gemeinsamen Markt in der EU einzusetzen. Das sagte Außenministerin Ekaterina Sachariewa auf einer Online-Sitzung des Rates für auswärtige Angelegenheiten. Die grünen Korridore für den Transport von Gütern und Bürgern innerhalb der EU funktionieren besser als vor zehn Tagen, als beschlossen wurde, sie einzuführen, sagte Sachariewa. Sie forderte Brüssel auf, das Mobilitätspaket nicht zu starten, das auch den bulgarischen Speditionsunternehmen schadet. Wir müssen deutlicher erklären, was die EU in Unterstützung ihrer Bürger tut, forderte Sachariewa.


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Übersetzung: Rossiza Radulowa