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Jugendwelle Sofia: Artenvielfalt kommt ins Schulprogramm

Foto: www.rec.bg
Die Welt wurde in den letzten Jahrzehnten Zeuge eines bedrohlich schnellen Verschwindens von Pflanzen- und Tierarten. Deswegen sind viele Staaten um die Artenvielfalt nicht nur in Europa, sondern auch weltweit besorgt. Nicht zufällig wurde das Jahr 2010 zum Jahr der Artenvielfalt erklärt.

Wie soll aber die Botschaft vom Naturschutz die Menschen erreichen, von denen er abhängig ist? Das Regionale Zentrum für Umweltschutz für Mittel- und Osteuropa und die Bulgarische Gesellschaft für Vogelschutz entwickelten das Projekt "Bildung für Natur 2000", das in die Schulen eingeführt werden soll. Es wird vom Fonds für die Unterstützung der nichtstaatlichen Organisationen aus den EU-Mitteln finanziert. Zu diesem Zweck wurde ein Lehrheft für die Lehrer entwickelt, die den Kindern Sinn und Umfang des europäischen ökologischen Netzes "Natura 2000" näher bringen sollen. Die Autoren des Projektes möchten, dass die jungen Menschen ihre Einheit mit der Natur verspüren und sie als ihr Erbe empfinden. Deswegen richtet sich das Bildungsprogramm an die Lehrer und die älteren Schüler.

Das Programm begann mit Seminaren zur Ausbildung der Lehrer in den Städten Sofia, Gabrowo und Wraza, bei denen die europäische Kampagne zum Schutz der Artenvielfalt und die modernen Methoden der Umweltbildung vorgestellt wurden. Gleichzeitig lief ein Wettbewerb für einen Schülervideoclip zum Thema – "Wir sind alle Teil der Artenvielfalt" an. Diese Sommerinitiative ermöglicht den Kindern interessante und nützliche Beschäftigungen im Urlaub. Die Umweltministerin Nona Karadschowa unterstrich bei der Eröffnung der Bildungskampagne, wie wichtig es für Bulgarien sei, seine Artenvielfalt zu erhalten:

"Stellen Sie sich nur einmal die Menschen ohne die Natur, ohne die Pflanzen, ohne die Tiere vor", sagte die Umweltministerin. "D.h., dass auch wir selbst nicht überleben könnten. Bulgarien ist eines der Länder in Europa mit der größten Artenvielfalt. Rund 13 Prozent der Pflanzenarten hier gibt es nur in Bulgarien und auf dem Balkan. Auf dem Gebiet unseres Landes sind auch Pflanzenarten vertreten, die es hier seit 2 Millionen Jahren gibt. Ich bin überzeugt, dass wir diese einzigartigen Biotope durch unsere Kinder erhalten werden, die von klein auf wissen werden, wie wichtig es ist, die Natur zu schützen. Erst seit einigen Jahren ist in Bulgarien vom europäischen ökologischen Netz "Natura 2000" die Rede. Unsere Lehrer brauchen wirklich zusätzliche Lehrhefte, um ihren Schülern das notwendige Wissen über die Natur zu vermitteln. Es ist sehr gut, dass es nicht nur eine theoretische Ausbildung ist, sondern es auch praktische Übungen in den Zonen von "Natura 2000" geben wird.“


In dem Lehrheft für Lehrer "Natura 2000 in der Bildung" gibt es eine Abteilung auch für Tätigkeiten und Beobachtungen außerhalb der Klassenräume.

"Unser Ziel ist es, wenigstens 70 Lehrer der Oberstufe einzubeziehen," sagt der Vorsitzende des Regionalen Zentrums für Umweltschutz für Mittel- und Osteuropa Gerasim Gerasimow. "Wir werden die Idee in weiteren fünf Regionen in Nord-Ost-Bulgarien bekannt machen- Kawarna, Schabla usw., sowie im Rhodopengebirge – im Gebiet von Smoljan. Wir hoffen auf die Unterstützung des bulgarischen Umweltministeriums, um eine nationale Kampagne bis Ende des Jahres durchzuführen. Wir möchten zuerst den Lehrern zeigen, dass "Natura 2000" überall um uns herum ist. Sie umfasst knapp 34 Prozent des Gebiets unseres Landes und es gibt kaum eine Gemeinde, die nicht wenigstens teilweise zu diesem Netz gehört. Die Lehrer sollen vor Ort sehen, was geschütztes Gebiet aus "Natura 2000" ist. Wir sehen praktische Übungen mit Lehrern, Schülern und der interessierten örtlichen Bevölkerung auf diesem Gebiet vor."

Übersetzung: Vladimir Daskalov

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