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Bulgarische IT-Industrie rechnet 2010 mit zehn Prozent Wachstum

Software-Unternehmen erwarten für dieses Jahr ein zehnprozentiges Wachstum. Das belegen die Ergebnisse der Studie „Barometer der bulgarischen IT-Industrie“ der Bulgarischen Vereinigung der Software-Unternehmen, in die 45 Firmen einbezogen wurden.

Trotz schwieriger Wirtschaftslage hat die Softwareindustrie ihren Stand als eine der wenigen Branchen mit hohem Mehrwert und internationaler Konkurrenzfähigkeit beibehalten. Mit 74 Prozent ist Europa nach wie vor die führende Exportdestination, gefolgt von Nordamerika, und speziell den Vereinigten Staaten, mit 26 Prozent. Die Stärke der traditionellen bulgarischen Softwareindustrie liegt eher im Dienstleistungsbereich als in der Entwicklung eigener marktfähiger Fertigprodukte. Jedoch ist in den letzten drei Jahren der Absatz derartiger Fertigprodukte gestiegen, womit die bulgarische IT-Industrie nunmehr in eine höhere Kategorie aufsteigt.

Warum bedienen sich die internationalen Spitzenreiter in der IT-Industrie bei derart starker Konkurrenz aus China und Indien bulgarischer Produkte und Dienstleistungen?

„Die großen Softwarefirmen in Indien und China sind vor allem Outsourcing-Unternehmen – d.h. sie entwickeln Produkte auf Bestellung - betont Georgi Sachariew, Vorstand der Bulgarischen Vereinigung der Softwareunternehmen, die Vorteile der bulgarischen Firmen. – Wogegen sich zahlreiche bulgarische Unternehmen bereits auf dieses neue Geschäftsmodell umgestellt haben, d.h. sie entwickeln eigene Fertigprodukte, einschließlich Ideenprojekt, Absatz und Weiterentwicklung. Dabei handelt es sich um Know-how, was das Niveau des reinen Outsourcings übersteigt.“

Was für Produkte entwickeln und exportieren bulgarische Unternehmen?

„Vor allem Produkte für den Geschäftsbedarf, wie Software für die Kundenbetreuung, für große Verwaltungssysteme, Buchhaltungssoftware u.a. – präzisiert Georgi Sachariew. – Die größten Bereiche der Softwaredienstleistungen sind Outsourcing, Webdesign und Webentwicklungen sowie die Wartung und Weiterentwicklung von Fertigsystemen. International ist das Webdesign ein unermessliches Feld, minütlich werden Unmengen an Seiten entwickelt, so dass es völlig normal ist, dass bulgarische Unternehmen daran einen Anteil haben. Und wir sind definitiv gut. Es gibt sehr viele gute bulgarischen Seiten, auch qualitativ hochwertige Seiten, die von bulgarischen Unternehmen für den Außenmarkt entwickelt wurden.“

Wie wird die Softwarebranche 2010 abschneiden und welche Ergebnisse werden für das kommende Jahr erwartet?

„Für 2010 gehe ich davon aus, dass sich unsere Prognose über ein zehnprozentiges Absatzwachstum einstellt. Für 2011 erwarten wir keine einschneidenden Veränderungen – fasst unser Gesprächspartner die Branchentrends zusammen. – d.h. auf dem Softwaremarkt wird keine stürmische Entwicklung erwartet. Allerdings erwarten wir auch keine neue Krise. Für die Softwareindustrie sind zehn Prozent ein nur geringes Wachstum, denn ein mittleres Softwareunternehmen strebt ein Jahreswachstum von 20 bis 25 Prozent an.“

Wie positioniert sich Bulgarien innerhalb der Europäischen Union?

„Im Vergleich zu Staaten wie Griechenland und Rumänien, die gute Entwickler haben, sind wir europaweit recht gut aufgestellt – präzisiert Georgi Sachariew. – Es gibt zahlreiche internationale Großunternehmen, die sich mit Entwicklungszentren in Bulgarien niedergelassen haben. Immerhin gehen sie nach Bulgarien und nicht nach Indien oder China, wo die Preise deutlich niedriger sind, denn die Programmierer und Manager der Unternehmen in Bulgarien sind bedeutend höher qualifiziert.“

Übersetzung: Christine Christov

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