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Der Pianist Georgi Tscherkin - ein Musiker in dritter Generation

Foto: Архив
Georgi Tscherkin wurde 1977 in Sofia geboren und trägt den Namen seines Großvaters - des berühmten Komponisten Georgi Zlatew-Tscherkin. "Wir sind sozusagen eine Musikerfamilie. Mein Vater beschäftigt sich mit Pop und Jazz. Ich bin außerdem ein Nachkomme der außergewöhnlichen Geigerin Nedjalka Simeonowa, die eine Schwester meiner Großmutter ist. Viele meiner Onkel und Tanten sind ebenfalls mit der Musik verbunden", erzählt der Pianist und fügt hinzu, dass er eigentlich aus kindlicher Neugier in die Fußstapfen seiner Vorfahren getreten sei.

"Mein Interesse wurde bereits im Alter von 5-6 Jahren geweckt. Damals wurde ich spielerisch an die Musikinstrumente herangeführt. Mit der Zeit lernte ich, verschiedene Akkorde und Noten zu unterscheiden, worüber ich sehr glücklich war. Mit sieben Jahren wurde ich in die Musikschule in Sofia aufgenommen, wo ich bei Antonina Bonewa Klavierunterricht hatte. Danach absolvierte ich die Musikakademie Santa Cecilia in Rom. Dort wurde ich vom bekannten Musikpädagogen Sergio Perticaroli unterrichtet. Danach spezialisierte ich in Salzburg bei Karl-Heinz Kämmerling. Ich hatte stets sehr berühmte Lehrer, worauf ich sehr stolz bin."

Für seinen Beitrag zur bulgarischen Kultur und Musik erhielt Georgi Tscherkow u.a. die namhaften Preise "Kristall-Lyra" und "Goldenes Jahrhundert". Auch wurde der Nachwuchsmusiker bereits auf zahlreichen in- und ausländischen Wettbewerben ausgezeichnet. Genannt seien die Musikwettbewerbe "Albert Roussel", "Junge Musiktalente" sowie "Die Musik und die Welt". Sein Repertoire umfasst über 25 Klavierkonzerte, die sich in ihrem Stil unterscheiden. Der Virtuose ist der erste Bulgare, der 18-jährig das 2. Konzert für Klavier und Orchester von Rachmaninoff spielte. Der Nachwuchsmusiker hat bereits mit allen führenden bulgarischen Orchestern gespielt und stand in Berlin, Brüssel, New York und anderen Städten auf der Bühne.

"Ich glaube, dass ich das Talent von meinem Großvater geerbt habe. Leider ist er zwei Monate vor meiner Geburt gestorben, so dass ich ihn nicht kennen lernen konnte. In letzter Zeit neige ich sehr zum Komponieren und Orchestrieren, was meinen musikalischen Wirkungskreis ergänzt", meint der junge Musiker. Er arrangiert bekannte Klavierwerke, wie u.a. die "Jahreszeiten" von Tschaikowsky für Klavier und Orchester. Diese präsentierte der talentierte Nachwuchsmusiker im Oktober 2012 mit der Sofioter Philharmonie auf der Bühne des Bulgaria-Saals.

"Auf dem Programm standen ausschließlich Werke des großen russischen Komponisten Peter Iljitsch Tschaikowsky. Vor zwei Jahren wurde meine Version erstmals mit dem Klassik FM Orchester aufgeführt und hatte großen Erfolg. Danach folgten Auftritte in Paris und Seoul. Für mich war es eine große Anerkennung, meine Version erneut in Bulgarien spielen zu dürfen - dieses Mal mit der Sofioter Philharmonie. Ganz besonders mag ich die russischen Komponisten - Tschaikowsky, Rachmaninoff, Skrjabin... Auch schätze ich die meisten Komponisten aus der Epoche der Romantik - Schumann, Brahms, Chopin und Liszt. In dieser Musik fühle ich mich zuhause und kann mich am besten entfalten. Sehr gern würde ich mein Arrangement der „Jahreszeiten“ mit dem Symphonieorchester des Bulgarischen Nationalen Rundfunks aufnehmen. Ich bin gerade dabei, einen neuen Trend zu erarbeiten - nämlich originale Klavierwerke um das Kolorit des symphonischen Klangs zu erweitern, was sie wirkungsvoller, vielfältiger und farbenfroher werden lässt."

In diesem Jahr kommt sowohl das in- als auch das ausländische Publikum in den Genuss der Kunst von Georgi Tscherkin. Geplant sind Konzerte in Portugal, Deutschland und Frankreich. Anfang Juni wird der Musiker erneut im Bulgaria-Saal zu hören sein. Auf dem Programm steht das Klavierkonzert Nr. 17 von Wolfgang Amadeus Mozart in Begleitung des Klassik FM Orchesters unter der Stabführung von Grigor Palikarow.

Übersetzung: Christine Christov

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