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Bulgarische ITK-Ausfuhr sprengt die Milliardengrenze

Foto: BTA
Die bulgarischen Unternehmen für Informations- und Kommunikationstechnologien exportieren Waren und Dienstleistungen im Wert von mehr als eine Milliarde Dollar jährlich. Die Ausfuhr dieser Produkte wird auf 12,5 % und der Dienstleistungen - auf 9,5 % der Gesamtausfuhr geschätzt. Diese Daten, die in den Berichten der Weltbank und des Weltwirtschaftsforums in Davos enthalten sind, wurden von der Bulgarischen Vereinigung der Softwareunternehmen zusammengefasst.

60 % des Umsatzes der bulgarischen Softwareindustrie kommen vom Export. Diese Tendenz wuchs in den letzten Krisenjahren merklich, weil sich der bulgarische Markt als zu klein erwies, um die sich schnell entwickelnde technologische Produktion aufzunehmen. Gerade die Ausfuhr von Waren und Dienstleistungen im Sektor der Informations- und Kommunikationstechnologien erwies sich als eine Schwimmweste für die Branche, trotz der Wirtschaftsstagnation im Land. Er ist weiterhin der dynamischste Teil der bulgarischen Volkswirtschaft. Von der Wettbewerbsfähigkeit der bulgarischen Unternehmen spricht auch die Tatsache, dass ihre Produkte überall auf der Welt willkommen sind und ihr Anteil an der bulgarischen Ausfuhrliste zunimmt. Die Arbeitsproduktivität in der Branche zeigte ein großes Wachstum von fast 20 %, und das in Krisenzeiten. Der IT-Sektor erwies sich offensichtlich als einer der flexibelsten, der sich schnell an die neuen Marktbedingungen anpasst. Die Formel für erfolgreiche Geschäfte sind gute Partner und Projekte im Ausland. Viele bulgarische Unternehmen arbeiten nicht allein in der Outsourcing-Industrie, sondern produzieren eigene Produkte und Dienstleistungen, die auf den Weltmärkten sehr willkommen sind. Ein Teil dieser Märkte ist in den westeuropäischen Ländern und selbst in den USA. Die bulgarischen Unternehmen für Informations- und Kommunikationstechnologien eröffnen bereits ihre eigenen Büros in Europa, den USA und Asien.

Die Informations- und Kommunikationsindustrie, die eine Milliarde Euro Export generiert, hat keine Angst vor der Wirtschaftskrise, sondern vom Mangel an Fachkadern. Obwohl Bulgarien jährlich gut 2.000 IT-Profis produziert, entspricht das Bildungsniveau der Hochschulen nicht der Anforderungen der Unternehmen. Das Hauptproblem ist die ungenügende praktische Ausrichtung der Hochschulausbildung. Gar nicht zu sprechen vom Braindrain. Obwohl die Bezahlung in diesem Sektor zu den höchsten in Bulgarien gehören - etwa 1000 bis 2000 Euro im Monat, verlassen die Besten das Land auf der Suche nach besseren Berufschancen. Es ist ein ernstes Problem laut den Vertretern der Branche, weil der Mangel an qualifizierten Fachleuten sowohl zur Verlangsamung des Wachstums, als auch zum Rückgang der Ausfuhr von IT-Dienstleistungen und -produkten führen kann. Der Mangel an menschlichen Ressourcen in der Branche führte dazu, dass ihre Vertreter sich für die Suche nach ausländischen Fachleuten mit Hilfe von "grünen Karten" aussprechen. Die Experten geben zu, dass ein Teil der Schuld bei ihnen selbst liegt. Denn die Firmen sollten mit den Hochschulen zusammenarbeiten, um ein langfristiges System für theoretische und praktische Kenntnisse der künftigen Fachleute zu schaffen. Die Studie von "ICT Media" unter den Unternehmen, die IT-Dienstleistungen und -produkte exportieren zeigt, dass diese ihre Erfolge vor allem ihren Beschäftigten und ihrer Qualifikation verdanken.

Was den IT-Markt betrifft, so hat er im vergangenen Jahr laut den Analysen der Firma "IDC-Bulgarien" ein Wachstum von 2,8 % an den Tag gelegt. Das Risiko einer Rezession in diesem Jahr in Ländern wie Spanien, Italien, Zypern und Griechenland wird sich auf den Markt in Mittel- und Osteuropa und insbesondere auf Bulgarien auswirken. Dazu kommen Faktoren wie eine unsichere politische Lage, niedriger Binnenkonsum, hohe Arbeitslosigkeit und schwaches Wirtschaftswachstum. Trotzdem wird ein Wachstums des IT-Marktes in Bulgarien bis 2017 um 6,7 % erwartet.

Übersetzung: Vladimir Daskalov

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