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Die große Wasserweihe - das Epiphaniefest

Patriarch Neophit zelebrierte die feierliche Messe zum Erscheinungsfest.
Foto: Foto:BGNES
Zu Beginn des Jahres feiert die Bulgarische orthodoxe Kirche eines der größten Feste des Winters - die Erscheinung des Herrn. Unser Volk nennt es Jordanstag, weil er für die Taufe Christi durch Johannes im Jordan steht. Das Fest erinnert an dieses wichtige Ereignis, an dem man die Worte Gottes "Dies ist mein geliebter Sohn" gehört hat. Gleichzeitig erschien auch der Heilige Geist als Taube über den Kopf des getauften Jesus, was die gesamte Dreifaltigkeit zum Vorschein bringt, erklärt Vater Wasil Wasilew aus Schumen. Damit zeigt Gott selbst, dass Jesus seine menschliche Erscheinung hat und das zweite Gesicht der Heiligen Dreifaltigkeit - das Wort Gottes ist.

"An diesem Tag ist auch die Weihe des Wassers ein wichtiges Ritual", erzählt weiter Vater Wasil. "Als Andenken an die Taufe Jesu im Jordan, gibt es die große Wasserweihe am 5. und am 6. Januar. Das Wasser ist das lebensspendende Element, das aber auch tödlich sein kann, deswegen wird es von den Priestern geweiht, damit es zur Rettung der Christen beiträgt. Das geweihte Wasser des Erscheinungsfestes wird von den Gläubigen zur Reinigung der Seele und des Körpers das ganze Jahr über verwendet."

Nach den Worten von Vater Wasil gibt es schon seit dem frühen Christentum Berichte über die Wasserweihe. Bereits im 2. Jahrhundert hat der Heilige Augustin über die Anwendung des geweihten Wassers zur Heilungszwecken geschrieben. Daher werden auch die Gebete, die an diesem Tag gelesen werden, an die Heilung der Seele und des Körpers gerichtet".

"Nach der Weihe am heutigen Tag, bekommt das Wasser besondere Eigenschaften", erklärte weiter Vater Wasil. "Somit werden die Menschen von ihren Sünden auch befreit und für das ganze Jahr gereinigt. Durch die Wasserweihe rufen wir den Heiligen Geist zu Hilfe. Wir wissen, dass ein Großteil der Erde von Wasser bedeckt ist, auch das Hauptelement unseres Körpers ist das Wasser. Es begleitet uns unser Leben lang - von der Entstehung des Lebens bis zu unserem Tod. Das Wasser ändert sich nicht, wir nutzen heute dasselbe Wasser, wie zur Zeit der Schöpfung."

© Foto: Archiv


Die Wissenschaftler haben bereits die besonderen Eigenschaften des Weihwassers bewiesen. Wenn man das am Erscheinungsfest geweihte Wasser mit dem gewöhnlichen Wasser vergleicht, stellt man eine veränderte Struktur der Kristalle fest. Je schöner die Kristalle sind, desto mehr heilende Kraft hat das Wasser, meinen die Forscher. Deswegen ist auch der Glaube des Priesters, der das Ritual vollzieht, von sehr großer Bedeutung.

"Die Wechselwirkung zwischen den Gläubigen und dem Priester ist hier führend", so Vater Wasil weiter. "Der Priester ist nur das Instrument Gottes. Man kann die Wirkung nur dann spüren, wenn man mit vollem Herzen dabei ist. Die Menschen sollten zusammen mit den Kirchenvertretern dieses Wunder erbetten. Ich wünsche an diesem großen Tag allen Brüdern und Schwestern Einigkeit, ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr 2014. Alles Böse soll hinter uns bleiben, die Hoffnung, der Glaube und die Liebe sollten uns im neuen Jahr führen. Wir sollten einander helfen und für das Wohl unseres Volkes als Kirche und als Staat zusammen arbeiten".

Übersetzung: Milkana Dehler

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