StotinkaOS – ein alternatives Betriebssystem aus Bulgarien

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Das Logo von StotinkaOS hat mehrere versteckte Botschaften. Die runde Form erinnert an eine Münze. Die vier Öffnungen im Kreis symbolisieren Türen oder Ausgänge nach den vier Himmelsrichtungen, was eine Assoziation mit Freiheit hervorruft. Die Buchstabe "S" in der Mitte des Kreises ist nicht nur der erste Buchstabe des Namens, sondern auch ein Symbol für die Richtung Süden (aus dem Englischen „south“), die das Team ausgewählt hat, weil sie "immer angenehm und bequem für alle ist". Und schließlich StotinkaOS, oder kurz SOS, ist eine Abkürzung, die genug für sich selbst spricht – jeder wird die benötigte Hilfe rechtzeitig und in einer verständlichen Sprache erhalten.
Foto: www.stotinkaos.net

StotinkaOS ist ein Linux-basiertes Betriebssystem, das ein bulgarisches Team entworfen hat. Es ist kostenlos und auch für PCs geeignet. Die Software bietet den Kunden eine Reihe von Funktionen an, die ihnen die Arbeit mit dem neuen Betriebssystem erleichtern.

Wir bieten eine kostenlose Alternative zu den gut bekannten und teuren Betriebssystemen an, wobei wir den Leuten den Wechsel maximal erleichtern wollen“, so Wladislaw Alexandrow, einer der Entwickler von StotinkaOS.

StotinkaOS ist das erste und bislang einzige Projekt dieser Art in Bulgarien. Wladislaw Alexandrow und sein Partner Iwajlo Kusew brachten die erste Variante des Betriebssystems am 27. Februar 2015 heraus. StotinkaOS ist kostenlos und wird es auch bleiben, versichert das Team, das aus Freiwilligen besteht, die selbst für die damit entstandenen Kosten aufkommen. Alle, die das Projekt finanziell unterstützen möchten, können das auf der Internetseite von StotinkaOS tun. Linux-Betriebssysteme können den massenweisen Betriebssystemen auf jeden Fall das Wasser reichen, ist Wladislaw Alexandrow überzeugt. Ihrer Verbreitung stehe lediglich im Wege, dass die Leute sich blind an existierende Standards halten.

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Linux bewegt einen Großteil unseres Lebens – Internetseiten, Supercomputer usw., wo es die anderen Betriebssysteme hinter sich lässt. Das Problem ist, dass es die Endkunden nicht ausreichend kennen. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass freie Software und in unserem konkreten Fall Linux eine Zukunft und großes Entwicklungspotential haben. Es darf nicht sein, dass wir uns alle auf eine einzige Firma verlassen, die dazu noch mit einem geschlossenen Code arbeitet. Ein akutes Problem ist die Frage, ob es normal ist, dass Softwaregiganten Informationen über ihre User sammeln. Eine weitere Frage ist, um wie viel und was für Informationen es sich dabei handelt. Bei der Verwendung eines geschlossenen Codes kann selbst der beste Programmierer nicht sagen, wie das Betriebssystems des PCs mit den Servern kommuniziert und welche Informationen es dahin entsendet. Viele Menschen sagen, sie hätten nichts zu verbergen. Hier geht es aber um Verhaltensnormen und darum, ob jemand unbefugten Zugang zur Privatsphäre hat. Deshalb benutzen wir ja auch Jalousien, Fenster, Türen und Kleider. Bei der offenen Software braucht man sich keine Sorgen dieser Art zu machen. Selbst wenn sich selbst nicht auskennt, kann ein Experte den Code überprüfen, da er sichtbar ist. Viele Unternehmen arbeiten aktiv in diese Richtung“, erläutert Wladislaw Alexandrow.

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Das von seinem Team kreierte Betriebssystem kann in über 20 Sprachen installiert werden und bietet auch Hilfe auf Bulgarisch an. Seit geraumer Zeit sind die bulgarischen Rechner Pravets wieder auf dem Markt. Falls sich beide Teams zusammentun, könnten sie ein zu 100 Prozent bulgarisches Produkt anbieten, mit bulgarischer Hardware und Software.

Obwohl wir uns keine konkreten Gedanken darüber gemacht haben, wäre es durchaus machbar“, meint Wladislaw Alexandrow. „Die Leute von Pravets können gern unser Betriebssystem testen. Wir könnten unserer Software exakt auf ihre Hardware zuschneiden.


StotinkaOS hat noch keine mobile Anwendung. Die Software ist für PCs gedacht, die von Geschäftsleuten und in der Administration am meisten genutzt werden. Sollte sich das Projekt aber entwickeln, könnte das Team auch eine mobile Version ausarbeiten. Einen ersten durchschlagenden Erfolg haben die Autoren von StotinkaOS bereits verbucht – ihr Betriebssystem soll demnächst in einer Universität eingeführt werden, so dass die Studenten ihre Ausbildung auf der Grundlage der bulgarischen Linux-Version erhalten.

Übersetzung: Rossiza Radulowa

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