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Ballett „Arabesque“ tanzt im „Schatten der Sehnsucht“

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Das Ballettstudio „Arabesque“ verquickt in seiner neuesten Inszenierung  Orient und Okzident auf ungewöhnliche Weise. Als Grundlage für das Ballett dient der Roman “Schatten der Sehnsucht“ der Schriftstellerin Sylvia Stefanowa. Auf der Bühne des hauptstädtischen Musiktheaters kann das Publikum fernöstliche Ästhetik der Meditation und die musikalische Expressivität Europas, ausgedrückt durch die Tanzkunst, erleben. Und so erfahren die japanischen Kurzgedichte „Tanka“ eine Umwandlung in Musik und Tanz.

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Die Inszenierung „Schatten der Sehnsucht“ besteht aus drei Miniaturen, die sich grundlegend voneinander unterscheiden; und dennoch ist deutlich ein Roter Faden zu erkennen, der jedoch wie ein Staffelstab weitergereicht wird. Die erste Miniatur heißt „Ein Tropfen im Ozean“. Die Choreographie stammt von Anthony Middleton aus Großbritannien. Die Musik komponierte Dobrinka Tabakowa.





Die zwei anderen Teile versuchen eine Brücke zwischen der Weltsicht der unsterblichen japanischen Dichter und den modernen bulgarischen Schriftstellern zu schlagen. Als Bindeglied dient die Liebe. Die zweite Miniatur nennt sich „Geflüster“ und entstand nach der Choreographie von Anna Dontschewa und der Musik von Dmitri Schostakowitsch. Die Tänze sind dynamisch, wobei die Bewegungen an das Malen japanischer Hieroglyphen erinnern.





Die dritte Miniatur heißt „Die Freude am Nichtstun“ und entstand auf der Grundlage der Musik von Georg Philipp Telemann. Die Choreographie stammt von Borjana Setschanowa. Die Musik wird durch Improvisationen des Violisten Valentin Gerov vom Sofia-Quartett bereichert, der ebenfalls auf der Bühne zu sehen ist.





Die Aufführung ist reich an japanischer Klangwelt; zu sehen sind ferner Kimonos; Nuancenwechsel und Expressivität vervollständigen das Bild. Alles in allem: eine gekonnte Umsetzung des Buches von Sylvia Stefanowa „Schatten der Sehnsucht“ in die Welt der Tanzkunst.

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Das Ballettstudio „Arabesque“ wurde 1967 gegründet und ist bis heute die wohl erfolgreichste bulgarische Balletttruppe, die unkonventionell an die verschiedenen Formen der Tanzkunst herangeht. Die Bühne steht allen offen, die gern experimentieren. Diese Haltung hat dazu beigetragen, dass „Arabesque“ häufig mit ausländischen Gästen zusammenarbeitet und auch im Ausland durchaus populär ist. Seit dem Jahr 2000 wird das Ballettstudio von Borjana Setschanowa geleitet. Über die neue Inszenierung erzählte sie uns:

СнимкаDas Buch „Schatten der Sehnsucht“ von Sylvia Stefanowa ist ein Nachklang der japanischen Kurzgedichte „Tanka“ von vor eintausend Jahren“, sagt Borjana Setschanowa. „Dieses Echo ist auch in der Choreographie deutlich zu spüren. Auch bei uns wird die Regel dieser Dichtkunst eingehalten, bei der jeder Autor den Fünfzeiler seines Vorgängers las Ausgangspunkt nutzt, um neue Horizonte zu erreichen. Und so baut jede Miniatur auf der vorangegangenen auf. Als Thema unserer Inszenierung haben wir das Verhältnis zwischen Orient und Okzident gewählt.

Über die Aufführungen zu den bevorstehenden Feiertagen erzählte uns Borjana Setschanowa:

Vor allem zu Neujahr laden wir die jüngsten Zuschauer ein, die natürlich mit ihren Eltern kommen“, sagt die Ballettmeisterin. „Diesmal zweigen wir den „Schwanensee“ in der Fassung des Ballettstudios „Arabesque“ – es ist eine Inszenierung, die tatsächlich sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene ist. Es gibt nichts schöneres, wenn sich Eltern und Kinder gleichermaßen an einer Kunst vergnügen und geteilte Freude aufkommt. Ferner haben wir ein recht ehrgeiziges Programm in Angriff genommen, mit dem wir unser 50jähriges Bestehen vermerken wollen. In der Spielzeit 2017/18 wollen wir eine Retrospektive unserer bisherigen Arbeit zeigen. Ich will aber nicht vorweggreifen – unsere Weihnachts- und Neujahrsaufführungen werden am 22., 27. und 28. Dezember sein.

Übersetzung: Wladimir Wladimirow

Fotos: Privatarchiv

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