Bulgarien zum ersten Mal auf der „LISTE Art Fair Basel“

Die Kunstgalerie „Sariev Contemporary“ aus Plowdiw wird zum ersten Mal Bulgarien auf der „LISTE Art Fair Basel“ vertreten, die die international führende Entdeckermesse für zeitgenössische Kunst ist. In diesem Jahr wird sie vom 10. bis 16. Juni stattfinden.

Die Teilnahme Bulgariens wird namhafte Persönlichkeiten der Gegenwartskunst auf bulgarische Künstler und ihr Werk und überhaupt auf die zeitgenössische Kunst in Bulgarien aufmerksam machen. Die Galeristin Vesselina Sarieva meinte, dass viel Arbeit und natürlich ein überzeugendes Konzept notwendig waren, um die Präsentation der Galerie zu ermöglichen.

Es ist eine große Anerkennung für unsere Galerie. „LISTE“ ist nicht einfach eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst, sondern eine Plattform, an der sich Galerien aller Kontinente beteiligen. Vorgestellt werden die momentan jüngsten, erfolg- und perspektivreichsten Galerien und Künstler. Einmal jährlich kommen nach Basel Menschen aus aller Welt, darunter Kuratoren, Museumsdirektoren, Sammler, Künstler und Galeristen, um sich mit den neuesten Tendenzen vertraut zu machen. „LISTE“ ist eine globale Messe, die nicht nur Tendenzen aufzeigt, sondern auch vorgibt. Daraus erwächst die große Verantwortung einer Teilnahme.“

Die Organisatoren der Ausstellung für moderne Kunst in Basel legen großen Wert darauf, dass die wichtigsten Kunstszenen in der Welt gleichermaßen präsent sind. Neben einer nicht unbescheidenen Teilnehmergebühr werden verschiedene andere Bedingungen gestellt, wie Mitarbeit an angesehenen internationalen Ausstellungen. Auch müssen es junge Künstler sein, die die jeweilige Galerie bereits fördert. Die bulgarische Kunstgalerie „Sariev Contemporary“ und die von Vesselina Sarieva geleitete Stiftung „Offene Künste“ arbeiten aktiv in dieser Richtung. Teil ihrer Projekte sind das Buch „Einführung in die zeitgenössische Kunst“, herausgegeben in bulgarischer und englischer Sprache sowie die Internetseite Open Art Files, auf der man mehr über bulgarische Künstler und Galerien, Kunstkritiken und moderne Kunst überhaupt erfahren kann.

Internationale Medien sind bereits auf die bulgarische Teilnahme aufmerksam geworden. Und das ist ja auch das Ziel der Teilnahme – gesehen zu werden:

Wir wollen uns weiterhin an der „LISTE“ beteiligen und als Beispiel für andere Kollegen dienen, weil Bulgarien bereits einen Durchbruch erzielt hat. Vor Jahren erlebten rumänische Galerien einen Boom. Momentan beteiligen sich in Basel drei oder vier Galerien aus Rumänien und man widmet ihnen eine große Aufmerksamkeit. Ich hoffe, dass das auch mit der zeitgenössischen bulgarischen Kunst passiert.“

Laut Vesselina Sarieva würde eine aktivere Präsenz der bulgarischen Kunstbranche Kunstsammler nach Bulgarien locken – gut betuchte Touristen, die durch die Welt reisen, um Kunstwerke zu kaufen.

Auf der Ausstellung in Basel werden die Werke von Vikenti Komitski gezeigt, der in Sofia und Berlin arbeitet. Er gestaltet Assemblagen – eine Art Collagen mit verschiedenen Gegenständen und künstlerischen Elementen, Farben, Geweben etc., so dass plastische Werke entstehen. Warum gerade dieser Künstler, fragten wir die Galeristin:

Er ist ein bulgarischer Künstler, der den Preis „Baza“ erhalten hat, der an junge Künstler vergeben wird. Momentan ist er sehr aktiv und hat eine interessante neue Serie von Assemblagen mit Alltagsgegenständen zu bieten, die er selbst zwischen „Internetvandalismus“ und „Bauhaus-Konstruktivismus“ einordnet. In diesen Werken kommt häufig ein Stück Natur vor, die dem Ganzen eine exotische Note verleiht. Im Zusammenhang mit seiner Teilnahme bereiten wir einen kleinen Katalog seiner Werke vor. Vikenti Komitski wird nicht nur auf unserem Stand ausstellen, er wurde auch für das Videoprogramm der Exposition ausgewählt, in dem er ein eigenes Video vorstellen wird.

Auf einer Fläche von rund 30 Quadratmetern werden auf der „LISTE Art Fair Basel“ sechs große Assemblagen und fünf Collagen von Vikenti Komitski gezeigt.

Übersetzung und Redaktion: Wladimir Wladimirow

Fotos: Kunstgalerie „Sariev Contemporary“

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