Wenn Träume wahr werden – Thomas Tomow über Erfolg und Unterstützung

Foto: socialachievement.org

Um seinem Weg als Musiker zu folgen, ist viel Mut nötig. Mut allein reicht aber nicht aus, vor allem wenn man sich vor Hindernisse gestellt sieht, die man allein nicht überwinden kann. Aus diesem Grund werden Menschen, die dir bei der Realisierung deiner Träume helfen, besonders wichtig für dich. Geschichten dieser Art gibt es viele. Eine solche ist die von Thomas Tomow.

Sein größter Traum war es, klassischer Sänger zu werden, nachdem er von Kindesbeinen an Volkslieder sang. Er wurde in Dupniza geboren, wurde im Romaviertel groß und hätte nie gedacht, dass er eine Berufsausbildung machen und professionelle Unterstützung erhalten könnte. Viele Menschen haben ihm geholfen, seinen Traum wahr zu machen. Nun studiert Thomas Tomow an der Nationalen Musikakademie „Prof. Pantscho Wladigerow“. Er ist 23 Jahre alt, mag unterschiedliche Musikrichtungen, doch am meisten hat es ihm die „seriöse“ Musik angetan.

Das passiert, wenn man von beiden Seiten elterlicherseits Musiker in der Familie hat. Auch ich konnte nicht daran vorbei“, erzählt Thomas Tomow. „Eigentlich hat die Musik mich „erwählt“. Ich habe das nötige Talent, studiere bereits an der Musikakademie und will weiter vorankommen. Mein Vater war früher oft im Ausland und wenn er zurückkam, stöberte ich gern in seiner Reisetasche. Ich fand dort viele CDs mit Jazz- und klassischen Stücken in der Darbietung populärer Musiker. Ich habe sie mir angehört und war vollkommen davon angetan und mitgerissen. Meine Grundschullehrerin hörte mich eines Tages im Schulkorridor singen und wollte von mir, dass ich ihr eine Strophe von „Vivo per lei“ von Andrea Bochelli vorsinge. Ich wusste damals nicht einmal, dass ich ein Operntalent habe. Danach habe ich vier Jahre lang in Kjustendil Folkloregesang gelernt.

Als junger Mensch will Tomas natürlich hoch hinaus. Er räumt aber ein, dass er noch viel lernen muss:

Ich möchte nach Italien, wo das Herz der Musik ist. Aber ich möchte mich auch in Bulgarien realisieren. Die Leute sollen erfahren, dass sich junge Menschen mit klassischem Gesang befassen. Ich möchte hier eigene Lieder und Videos machen. Aber ich habe das Gefühl, dass in anderen Ländern die klassische Musik mehr geschätzt wird als hier. Ich liebe meine Familie und würde ihre Unterstützung sehr vermissen, falls ich mich im Ausland beruflich verwirklichen sollte“, gestand Thomas Tomow.

Vor wenigen Tagen haben ihn das Publikum und die Jury für seinen leidenschaftlichen Auftritt beim Contest-Festival „Balkan-Romansiada“ applaudiert. Er sagt, dass er an den Erfolg glaubt und den Leuten sehr dankbar ist, die ihm gezeigt haben, dass alles möglich ist, wenn man „jenes Funkeln in den Augen hat“. Eine davon ist Ljudmila Schiwkowa und ihre Stiftung „Studentengesellschaft zur Entwicklung des zwischenethnischen Dialogs“. Und auch die Stiftung „Trust für soziale Initiative“, von der Ognjan Issaew, Leiter des Programms „Bildungsmöglichkeiten und Errungenschaften“ berichtet:

Die Hauptaufgabe der Stiftung „Trust für soziale Initiative“ (die 2014 von „Amerika für Bulgarien“ gegründet wurde) ist es, Menschen aus sozial benachteiligten Gruppen in den Bereichen Bildung, Realisierung auf dem Arbeitsmarkt und Normalisierung der Lebensweise zu helfen. Die Stiftung hat vier Hauptprogramme. Das, welches ich vertrete, unterstützt mehrere Organisationen zum Erzielen strategischer Ziele, die auf „angliedernde“ Bildung ausgerichtet sind. Thomas Tomow ist einer von vielen Jugendlichen, denen „Trust für soziale Initiative“ die Hand gereicht hat“, sagt Ognjan Issaew.

Die Unterstützung, die man ihm hat zukommen lassen, hat Thomas Tomow geholfen, viele Schwierigkeiten zu meistern, die er nach 2014 hatte, als er die TV-Talentshow „Bulgarien sucht Talent“ gewonnen hat.

Das Interesse an mir hielt zwei Jahre an. Wisst Ihr, wie es bei mir passiert ist? Ich wurde im Fernsehen gezeigt, ging danach schlafen und am Morgen wollten ca. 15 Journalisten ein Interview mit mir machen. Ich habe von klein auf davon geträumt, berühmt zu werden, doch ich war offenbar nicht darauf vorbereitet. Dann hat der Trubel allmählich nachgelassen und es folgten drei Jahren, in denen ich mich in mich zurückgezogen habe. Nun träume ich aber wieder von professioneller Weiterentwicklung, von schöpferischen Erfolgen, gemeinsamen Projekten mit anderen Künstlern. Wo sehe ich mich in fünf Jahren? Ich hoffe, an einem Ort, wo das Publikum mich liebt, mit eigener Karriere, populär. Mein Wunsch, berühmt zu sein, mag vielleicht banal klingen, aber das ist es, wovon ich träume. Natürlich möchte ich auch, dass ich und meine Familie gesund sind und auch künftig zusammenhalten“, so Thomas Tomow abschließend.

Übersetzung: Rossiza Radulowa

Foto: Privatarchiv

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