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Blickpunkt Balkan

Der „Kanal Istanbul“ ist nicht an den Vertrag von Montreux gebunden


Das erklärte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Der „Kanal Instanbul“ habe nichts mit dem Vertrag von Montreux über den freien Schiffsverkehr zu tun. Der neue Kanal werde der Türkei auch mehr Sicherheit geben, indem er ihre Souveränität und Unabhängigkeit stärke, berichtete der Fernsehsender „Haberturk“. Die Kapazität des Bosporus beträgt 25.000 Schiffe pro Jahr, tatsächlich passieren aber mehr als 40.000 Schiffe. Um die Meerenge zu überqueren, müssen Schiffe etwa eine Woche warten, berichtete BGNES.

Montenegro steht wegen unrentabler Autobahn vor dem Bankrott


Die EU ist besorgt über die Schulden Montenegros, kann das Land bei der Zahlung des von einer chinesischen Bank aufgenommenen Kredits in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar jedoch nicht unterstützen. Das erklärte der Sprecher der Europäischen Kommission, Peter Stano. Brüssel hat dem EU-Kandidatenland angeboten, bei der Finanzierung der Autobahn vom Hafen von Bar nach Serbien zu helfen. Von 161 km wurden bislang nur 40 km gebaut, bei einem Preis von 20 Millionen Euro pro Kilometer. Die Europäische Kommission hat ihre Besorgnis über die Auswirkungen der chinesischen Investitionen in der Region geäußert. Das Darlehen mit einem jährlichen Zinssatz von 2 Prozent hat die Staatsverschuldung Montenegros stark erhöht. Mit seinen ca. 622.000 Einwohnern hat es eine Auslandsverschuldung von 4,33 Milliarden Euro, was 103 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts ausmacht. Nach dem Pandemiejahr, in dem die Haupteinnahmen aus Tourismus weggefallen sind, hat Montenegro die Steuern erhöht und die staatlichen Löhne teilweise eingefroren, schreibt „Politico“.

Rumänischer Gesundheitsminister wurde suspendiert, weil er die Pandemie schlecht gemanagt hat


Der rumänische Premierminister Florin Citu hat den Gesundheitsminister Vlad Voiculescu nach Wochen wachsender Spannungen und mangelnder Bekämpfung der Pandemie entlassen. Vizepremier Dan Barna hat vorübergehend das Amt übernommen. Der letzte Tropfen, der das Fass der angestauten öffentlichen Unzufriedenheit zum Überlaufen brachte, war der Tod von drei Covid-19-Patienten aufgrund eines Problems mit Sauerstoffgeräten in Bukarest. Anfang April wurde der ehemalige Gesundheitsminister mit einer Geldstrafe belegt, weil er sich geweigert hatte, im Parlament eine Maske zu tragen.

Serbien startet mit Produktion von „Sputnik V“


Das serbische Institut für Virologie „Torlak“ hat die Produktion des russischen Impfstoffs „Sputnik V“ in Serbien aufgenommen. Laut dem Russischen Direktinvestitionsfonds wird Serbien das erste Land in Südeuropa sein, das „Sputnik V“ produziert. Das Verfahren entspricht den besten Standards bei der Herstellung von Impfstoffen, die später in andere Länder der Region exportiert werden können, so der Fonds. Während eines Besuchs im „Torlak“-Institut sagte der serbische Präsident Alexander Vucic, das Land werde in sechs bis neun Monaten auch mit der Herstellung des chinesischen Impfstoffs „Sinopharm“ beginnen, berichtete TANYUG.

Kein Fortschritt bei griechisch-türkischen Gesprächen in Ankara


Die Außenminister Griechenlands und der Türkei haben eine ganze Reihe gegenseitiger Vorwürfe zu einer Vielzahl von Fragen ausgetauscht, begonnen beim Status der Kirche „Hagia Sophia“ in Istanbul bis hin zur Behandlung der Minderheiten in beiden Ländern, berichtete AFP. Die türkischen Behörden sind der Ansicht, dass die bilateralen Probleme mit Griechenland durch Dialog gelöst werden können, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu. "Dieses Treffen fand in einer offenen Atmosphäre statt. Wir glauben, dass wir als Nachbarn und Verbündete die Probleme mit Hilfe eines konstruktiven Dialogs lösen können“, betonte der türkische Chefdiplomat. Er räumte jedoch ein, dass es derzeit Differenzen zwischen Athen und Ankara im Zusammenhang mit der ägäischen Seegrenze gibt. Die Türkei sei jedoch fest entschlossen, „die Verhandlungen ohne Vorbedingungen weiterzuführen“. Nikos Dendias hat der Türkei wegen ihrer Politik in der Ägäis mit Sanktionen gedroht, hat Cavusoglu aber eingeladen, die Gespräche in Athen fortzuführen.

Zusammengestellt von: Iwo Iwanow

Übersetzung: Rossiza Radulowa

Fotos: EPA/BGNES und euractiv.com