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Kryptowährungen – das teure Ticket in die Freiheit von Finanzregulierungen

Foto: EPA/BGNES

Träumen Sie von einem soliden Vermögen und davon, unabhängig von Banken und anderen Finanzinstituten zu sein? Wenn Sie den Kryptowährungsmarkt gut genug kennen, ist dies ein absolut erreichbares Ziel. Der Handel mit Kryptowährung erfolgt komplett virtuell, ebenso der Gewinn. Aufgrund der fehlenden Regulierung sind diese Operationen jedoch mit hohem Risiko für die Anleger verbunden, die keine Sicherheitsgarantien haben.

Der Chef der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC, Gary Gensler, weist darauf hin, dass die Betrugsmöglichkeiten in diesem Markt unbegrenzt seien und durchaus mit dem Wilden Westen verglichen werden können. Der Grund für die Unsicherheit ist, dem Experten zufolge, die Schwankung der Preise. Bei einem starken Anstieg nehmen Betrugsversuche zu. Hinzu kommt, dass das fortlaufende Erscheinen neuer Arten von Kryptowährungen es schwierig macht, langfristige Vorhersagen über ihren Handel zu machen. Vor diesem Hintergrund gehören Bitcoin und Ether (ETH) zu den gebräuchlichsten und von virtuellen Händlern bevorzugten Währungen.

2021 wurde von Finanzanalysten, darunter Preslaw Rajkow, als eines der erfolgreichsten für die Kryptowährungen definiert. Durch die enormen Schwankungen stellten sie ein größeres Anlagerisiko dar, lockten aber auch mit höheren Renditechancen. Zu den wichtigsten Faktoren, die die Krypto-Märkte bei Interessierten beliebter gemacht haben, gehört die Pandemie, denn sie hat die Digitalisierung in allen Bereichen des menschlichen Lebens weltweit drastisch beschleunigt.

Gibt es Analogien zwischen dem Börsenhandel und dem Handel mit Kryptowährung? Die kurze Antwort auf diese Frage ist nein.

Preslaw Rajkow

„Die Bitcoins und die Kryptowährungen überhaupt sind als Vermögenswert neu. Es gibt sie seit 13 Jahren“, erklärt Preslaw Rajkow in einem Interview für den BNR. „Dieses Asset "lernt" noch, auf verschiedene Marktereignisse zu reagieren. Im vergangenen Jahr haben wir gesehen, wie China alle Transaktionen mit Kryptowährung sowie die Entwicklung neuer ähnlicher Zahlungsmittel generell verboten hat. Sie werden von einer riesigen Informationsdatenbank beeinflusst, die die Nachfrage nach Kryptowährungen, ihre Anwendung, ihre Regulierung und die Prognosen von Tausenden von Menschen für ihre Zukunft umfasst.“

Was die Vorschriften anbelangt, so werden sie auf Wunsch der Anleger und Institutionen, die Kryptowährungen verwenden, auferlegt. Der Grund ist, dass dieser Markt einen Rahmen braucht, in dem er sich entwickeln kann.

Preslaw Rajkow erwartet, dass die stärkste Regulierungsbehörde der Welt, die USA, es schaffen, in diesem noch unzureichend erforschten Geschäftsfeld einige der Grundprinzipien der Finanzmärkte anzuwenden.

„Es ist wichtig zu wissen, wer hinter solchen Transaktionen steht, um Geldwäsche und die Möglichkeit der Finanzierung terroristischer Organisationen zu verhindern“, sagt Rajkow. „Es ist auch erforderlich, dass alle Betreiber, die solche Dienste anbieten, im Falle eines Hackerangriffs oder eines Ausfalls ihrer Systeme Verantwortung tragen, was bisher nicht der Fall ist.“

Der Analyst empfahl der Bulgarischen Nationalbank und den Geschäftsbanken, nach und nach Kampagnen für Interessenten zu starten und zu erklären, was diese Vermögenswerte sind und wie sie verwendet werden können. Die sogenannte Blockchain-Technologie, auf deren Grundlage Kryptowährungen funktionieren, trägt dazu bei, eine Reihe von Prozessen, die kommerzielle Aktivitäten begleiten, zu erleichtern und zu beschleunigen.

Redaktion: Joan Kolev

Übersetzung: Georgetta Janewa

Fotos: EPA/BGNES

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