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Blickpunkt Balkan

15% der ukrainischen Kriegsflüchtlinge bewegen sich Richtung Balkan

Mehr als 340.000 ukrainische Staatsbürger sind seit Beginn des Krieges in der Ukraine nach Rumänien eingereist, berichtet AGERPRES. 260.000 davon haben das Land bereits verlassen. Der rumänische Premierminister Nicolae Ciucă hat den EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, Janez Lenarcic, gebeten, Rumänien und Moldawien bei der Bewältigung des Flüchtlingsstroms zu unterstützen. Der europäische Kontinent stehe vor der größten humanitären Krise seit dem Zweiten Weltkrieg, sagte Lenarcic und fügte hinzu, dass in den ersten zwei Wochen des Krieges zwei Millionen ukrainische Kriegsflüchtlinge die EU erreicht haben. Für die der Ukraine angrenzenden Länder habe die EU inzwischen 100 Millionen Euro bereitgestellt, informierte der EU-Kommissar.

Athen fordert von Tirana, die Rechte der griechischen Minderheit in Albanien zu respektieren

Die Achtung der Rechte der griechischen Minderheit in Albanien sei der Schlüssel für die EU-Mitgliedschaft des Landes, betonte der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis bei einem Treffen mit Vertretern der albanischen Griechen, berichtete skytv.gr.
Mitsotakis empfing eine Delegation der Demokratischen Union der griechischen nationalen Minderheit, Omonia, und der Union für Menschenrechte. Diskutiert wurde die Wahrung des Selbstbestimmungsrechts bei der Durchführung der Volkszählung in Albanien in diesem Jahr. Es wurde auch betont, dass die Eintragung in das Grundbuch, die in Albanien momentan durchgeführt wird, die Eigentumsrechte der griechischen Gemeinschaft unangefochten garantieren müsse. Mitsotakis habe die Gäste darüber informiert, dass Athen die nationale Rente für ethnische Griechen im Ausland erhöhen werde.

Proteste in Albanien gegen steigende Lebensmittel- und Treibstoffpreise

Tausende Albaner protestierten gegen die erhebliche Erhöhung der Preise, berichtete Associated Press. Unzufriedene Bürger belagerten das Regierungsgebäude in Tirana und die Zufahrtsstraßen zu anderen Städten. Die Kraftstoffpreise sind in der letzten Woche um 50% gestiegen. Eine erhebliche Preiserhöhung gab es auch für Lebensmittel. Die Demonstranten warfen der Regierung vor, von der Preisspirale zu profitieren und forderten eine Senkung der Verbrauchs- und Gewerbesteuer. Premierminister Edi Rama rechtfertigte den Anstieg der Preise, insbesondere für Kraftstoffe, mit dem Krieg in der Ukraine und betonte, dass die Regierung keine Methoden außer den marktwirtschaftlichen anwenden könne. Die Energieministerin Belinda Baluku forderte die Albaner auf, das Betanken von Privatautos einzuschränken.

Serbische Politiker kündigen Bereitschaft für Ministerpräsidentenposten in Belgrad an

Der Vorsitzende der Sozialistischen Partei Serbiens, Ivica Dacic, sagte, er sei bereit, nach dem erwarteten Sieg von Alexander Vucic bei den Präsidentschaftswahlen von ihm das Amt des Premierministers zu übernehmen, berichtete die BTA. „Vucic Präsident und ich Premierminister, das wäre das Beste für Serbien“, fügte der ehemalige Parlamentschef, Außenminister und Premierminister hinzu.
Der Vorsitzende der Serbischen Radikalen Partei, Vojislav Seselj, sagte gegenüber der Zeitung Danas, dass die Radikalen bereit seien, die Präsidentenpartei zu unterstützen, wenn die Serbische Fortschrittspartei von Alexander Vucic keine parlamentarische Mehrheit erlangen sollte, aber nur unter der Bedingung, dass Seselj Premierminister wird. Die Radikalen von Seselj unterstützten Alexander Vucic offiziell für eine weitere Amtszeit als Präsident.

Flüsse und Stauseen im europäischen Teil der Türkei wieder voll

Starke Regenfälle in der thrakischen Ebene bei Edirne haben das Risiko einer Dürre, die die Region im vergangenen Jahr heimsuchte, abgewendet. Die Stauseen füllen sich mit dem schmelzenden Schnee und erhöhen die Pegel der aus Bulgarien kommenden Flüsse Mariza, Arda und Tundzha, die Ebene von Edirne bewässern. Die drei Stauseen, die den Wasserbedarf der Metropole Istanbul decken und vor 6 Monaten fast trocken waren, sind jetzt zu 100% gefüllt, berichtete die Anatolian Agency. Genügend Wasser gebe es auch für die Bewässerung der landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Albin Kurti: Kein Vergleich zwischen Krim und Kosovo möglich

Der russische Präsident Wladimir Putin denke mehr an die Territorien als an die Menschen, erklärte der Premierminister von Kosovo, Albin Kurti, für das Staatsfernsehen BNT. Er ist der Ansicht, dass Moskau nach dem Vorbild von Bosnien und Herzegowina die Ukraine aufteilen, die Kontrolle über den östlichen Teil behalten und dem verbleibenden westlichen Territorium den Zugang zum Schwarzen Meer entziehen wolle.
Kurti ist kategorisch, dass es keine Analogie zwischen der russischen Besetzung der Krim und der Unabhängigkeit des Kosovo geben könne. 1999 intervenierte die NATO im Kosovo, um den Völkermord zu beenden. Mehr als 12.000 Zivilisten wurden vom Regime von Slobodan Milosevic getötet, 20.000 Frauen vergewaltigt und mehr als 13.000 Kinder umgebracht. 860.000 Albaner oder 80 Prozent der Bevölkerung seien nach Nordmazedonien, Albanien oder Montenegro deportiert worden, erinnerte Albin Kurti. In der Ukraine aber habe es niemals eine ethnische Säuberung gegeben.

Zusammengestellt von: Iwo Iwanow

Übersetzung: Georgetta Janewa

Fotos: EPA/BGNES

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