Sendung auf Deutsch
Bulgarischer Nationaler Rundfunk © 2022 Alle Rechte vorbehalten

Der Campingtourismus wird in Bulgarien immer beliebter

Foto: Pixabay

Die Covid-19-Pandemie und die ständig wechselnden Epidemie-Maßnahmen haben viele Menschen veranlasst, nach neuen Wegen für Entspannung zu suchen, weit weg von Massenandrang und näher an die Natur. Wie selbstverständlich rückte der Campingtourismus in den Vordergrund.

Als Erholungsform ist das Zelten in Bulgarien nicht neu. 1984 gab es 117 funktionierende Campingplätze. Im Gegensatz zu damals sind heute lediglich 47 im Nationalen Touristikregister eingetragen. Dabei hat Bulgarien alle Voraussetzungen für die Entwicklung dieser Art von Tourismus – ein mildes Klima, eine wunderschöne Schwarzmeerküste und einzigartige Berglandschaften. Diese natürlichen Ressourcen machen das Land attraktiv für Touristen aus den Nachbarländern, Europa und Israel.

„In den letzten zwei Jahren sind auf den Straßen Bulgariens immer mehr Camper zu sehen. Grund dafür ist die schwierige Situation, in der wir leben mussten. Darüber hinaus wächst die Zahl der Campingplätze in unserem Land jedes Jahr. Meiner Ansicht nach hat sich diese Art des Reisens und naturnahen Urlaubs in letzter Zeit durchgesetzt“, sagte in einem Interview für den BNR Mariana Waltschewa, Organisatorin der 5. Fachmesse für Campingtourismus in Sofia. Es gebe inzwischen auch bulgarische Hersteller von Wohnwagen.

Eine Umfrage von Radio Bulgarien bestätigt, dass die Bulgaren immer mehr romantische Ferien inmitten der Natur bevorzugen, aber unzufrieden mit dem Angebot der Zeltplätze sind.

Dass sich der Campingtourismus in Bulgarien insgesamt verbessern müsse, bestätigt auch Dimiter, der auf diese Art von Tourismus für sich und seine Familie schwört.

Wo stecken die Probleme

In erster Linie fehlen angemessene Richtlinien für das Zelten. Die bestehenden Campingplätze aus sozialistischer Zeit wurden lange vernachlässigt. In den letzten drei Jahrzehnten sind wir Zeugen einer massiven Bebauung der Schwarzmeerküste geworden, wo wuchtige Hotelkomplexe aus dem Boden gestampft wurden. Nur wenige Ecken an der Küste sind frei von Beton geblieben und gerade dort sind in den letzten zwei, drei Jahren neue Campingplätze entstanden. Sie entsprechen zwar dem Gesetz, aber nicht den europäischen Standards. Deshalb bevorzugen viele Bulgaren mit ihrem Wohnmobil oder Zelt ins Ausland zu reisen.

„Ich habe in den letzten drei Jahren nicht mehr in Bulgarien gezeltet“, teilt uns Swetla mit, eine der Teilnehmerinnen an der Umfrage von Radio Bulgarien, und fügt hinzu, dass die Bedingungen auf den Zeltplätzen im benachbarten Griechenland weitaus besser seien als die hiesigen. Deshalb werde sie immer wieder dorthin fahren.

Das Tourismusministerium arbeitet derzeit an einer Verordnung, die die Regeln für das Camping in unserem Land festlegt. Vielleicht werden dann Touristen wie Swetla, für die das Zelten die schönste Urlaubsform ist, mehr Gründe haben, ihr Zelt künftig in Bulgarien aufzuschlagen.

Übersetzung: Georgetta Janewa

Fotos: Pixabay, camping.bg, Kristina Abadschiewa

mehr aus dieser Rubrik…

Biber in den bulgarischen Gewässern der Donau gefilmt

Fischer filmten einen Biber in der Donau in der Nähe des Dorfes Dolni Wadin. Sein Auftreten im bulgarischen Abschnitt des Flusses ist bemerkenswert, da die Art laut Biologen seit langem aus Bulgarien verschwunden ist. Im Jahr 2020 wurde berichtet,..

veröffentlicht am 17.05.22 um 10:13
Stellvertretende Tourismusministerin Irena Georgiewa

Bulgarien erwartet mehr Sommerurlauber in diesem Jahr

In diesem Sommer sei ein Wachstum von bis zu 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr möglich, prognostizierte die stellvertretende Tourismusministerin Irena Georgiewa gegenüber der bulgarischen Nachrichtenagentur BTA. Sie argumentierte den gemäßigten..

veröffentlicht am 28.04.22 um 11:38

Bärenjagd mit dem Fotoapparat in den Rhodopen oder wie Tierliebhaber ihren Adrenalinspiegel steigern können

Bulgarien ist eines der Länder auf dem Alten Kontinent mit der größten Population an Braunbären (Ursus arctos). Die Art ist geschützt und darf nicht abgeschossen werden. Das hat dazu geführt, dass die Zahl der Braunbären in den letzten Jahren..

veröffentlicht am 19.04.22 um 13:23