Sendung auf Deutsch
Textgröße
Bulgarischer Nationaler Rundfunk © 2024 Alle Rechte vorbehalten

Die Lieblingssommerspeisen der Bulgaren

Foto: Ljudmila Sawowa
Gefüllte Paprikaschoten mit Reis oder mit Käse-Eier-Mischung, panierte Zucchini mit Joghurt-Knoblauch-Sause, leichte Hühnersuppe, Spinatsuppe, Kartoffelpuffer... die Lieblingssommerspeisen der Bulgaren sind schier unendlich. Und ab August beginnt die Hochsaison der roten Paprikaschoten, oder genauer gesagt - der gerösteten roten Paprikaschoten. Was bekommt man so alles in Bulgarien an heißen Sommertagen und im Altweibersommer auf den Tisch?


© Foto: bg.wikipedia.org

Die jüngste Hitzewelle ist gerade vorbei - bei 40 Grad im Schatten ist niemandem so richtig nach Essen. Mit Ausnahme der kalten Joghurtsuppe "Tarator". Dazu greift jeder. Die Spanier haben den aus Andalusien stammenden Gazpacho, die Russen - die berühmte Okroschka, die Bulgaren - den Tarator aus mit Wasser verdünntem Joghurt, kleingehacktem Dill, Wallnüssen, Knoblauch und in Würfeln geschnittener Gurke. Manche trinken den Tarator aus dem Glas, andere löffeln lieber. Egal wie - der Tarator ist die richtige Erfrischung an heißen Sommertagen. Das weiß auch Chefköchin Maria Petrowa, die Tag für Tag Tarator in riesigen Mengen zubereitet.

"Es gibt auch den sog. Tarator für Arme, oder Ernte-Tarator", erzählt die Chef-Köchin über die Geschichte der kalten Joghurtsuppe. "Früher, als die Bauern an heißen Sommertagen die Ernte vom Feld einbringen mussten, bereiteten sie den Tarator einfacher und direkt auf dem Acker - statt Joghurt, der bei 40 Grad leicht verdirbt, nahmen sie kaltes Wasser. Natürlich schmeckt der Tarator mit Joghurt viel besser. Und ist zudem nahrhaft und stillt den Durst. Für mich die ideale leichte Speise, wenn draußen die Sonne scheint", sagt Maria Petrowa.


© Foto: BGNES

Eine ideale leichte Speise im Sommer ist auch der typisch bulgarische Schopska-Salat. Sonnengereifte Tomaten, frische Gurken, geröstete Paprikaschoten, Zwiebeln und Schafskäse - fertig ist der berühmte Salat der Schopen aus Westbulgarien! Eigentlich ist der Schopska-Salat ein Produkt des Sozialismus, als man die ausländischen Touristen an der Schwarzmeerküste mit einem typisch bulgarischem Gericht erfreuen wollte. In den 70er Jahren kam sie zum ersten Mal auf die Speisekarte in den großen Feriendörfern an der Küste.

Doch, nicht nur Tarator und Schopska-Salat sind im Sommer zu empfehlen, weiß Chefköchin Maria Petrowa. Ihre Familie, wie auch ihre Gäste im Restaurant, ziehen es vor, im Sommer zu fleischlosen Gerichten zu greifen. Dann rücken Schafskäse- und Eiergerichte ins Rampenlicht. Das bestätigen auch andere Gourmet-Freunde, wie z.B. Diljana Iltschewa, die eine Restaurantkette managt.

"Die Männer essen auch im Sommer Fleisch, jedoch in geringeren Mengen und nicht so deftig zubereitet, wie im Winter", schildert Diljana Iltschewa ihre Eindrücke aus dem Alltag. "Die Frauen, die ohnehin viel mehr auf die Figur achten, bestellen im Sommer meistens Gemüsespeisen und verschiedene Salate."

Die Salate gehören zu jeder Jahreszeit zum Speiseplan der Bulgaren. Im Sommer greift man lieber zu Tomaten und Gurken, während im Frühling und sogar im Winter die Blattsalate Hochkonjunktur haben. Während der langen Fastenzeiten vor Weihnachten und Ostern essen die Bulgaren gern gefülltes Gemüse, wie z.B. gefüllte Paprikaschoten, Zucchini, Kartoffeln, Auberginen u.a. Verschiedene Gemüsesorten mit Käse überbacken sind auch sehr beliebt. In den letzten Jahren achten die Menschen offensichtlich mehr auf ihre Gesundheit und die panierten und gebratenen Speisen verschwinden allmählich von der Speisekarte.


© Foto: EPA / BGNES

Das Klima in Bulgarien meint es gut mit uns und so gehört zur Tafel der Bulgaren unbedingt auch Obst dazu - im Sommer sind die rosa-roten Wassermelonen und die goldgelben Zuckermelonen einfach ein Muss. Nach den Erdbeeren im Mai kommen die Kirschen im Juni, gefolgt von den Pfirsichen und Aprikosen im Juli und August, bis im Herbst dann die Äpfel, Birnen und die Trauben ihre Hochsaison haben.

Übersetzung und Redaktion: Vessela Vladkova
По публикацията работи: Tanja Harisanowa


Последвайте ни и в Google News Showcase, за да научите най-важното от деня!

mehr aus dieser Rubrik…

Die Population der Wisente in Bulgarien erholt sich langsam

17 Wisente, auch europäische Bisons genannt, wurden in Bulgarien in der Natur entlassen und leben in zwei Herden in der freien Wildbahn in den östlichen Rhodopen. Vor kurzem hat die erste frei geborene Kuh ein eigenes Junge bekommen. Die..

veröffentlicht am 06.04.24 um 12:00

Snezhana Skoritsch über die Schulbildung in Bolhrad in Kriegszeiten

Das Gymnasium in Bolhrad, benannt nach dem bulgarischen Revolutionär und Staatsmann Georgi Sawa Rakowski, war das erste im Ausland gegründete bulgarische Gymnasium.  Der 165. Jahrestag der Schule ist ein Anlaß, seine Geschichte in Erinnerung zu..

veröffentlicht am 03.04.24 um 12:48

Jeder von uns ist bereits ein potenzieller Investor, selbst mit einem kleinen Teil seines Gehalts

Wir leben in einer neuen Welt mit vielen Herausforderungen und neuen unbegrenzten Möglichkeiten, aber wie stehen wir - die Bulgaren - an der Schwelle zur so genannten "dritten finanziellen Revolution"? "Wir Bulgaren haben ein sehr geringes..

veröffentlicht am 03.04.24 um 10:55