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Die Geburt Christi - das Fest der Gottesliebe

Die Geburt Christi - Wandmalerei aus dem 14. Jahrhundert im Wisoki-Detschani-Kloster im Kosovo.
Foto: Foto:pravoslavieto.com
Für jeden Christen ist die Geburt von Jesus ein Fest des Lichtes, das unsere Seelen mit Hoffnung auf ein besseres Leben erfüllt. Nicht zufällig sind einige der teuersten Erinnerungen von uns mit dem Heiligen Abend verbunden, als sich die ganze Familie um den reich mit vegetarischen Speisen bedeckten Tisch versammelt hat. An diesem Abend senden wir unsere Gebete an Gott und wünschen uns Liebe, Gesundheit und Erfolg. Denn mit der Geburt Christi kommt das Licht in unserem Leben und das Unmögliche wird möglich.

"Das ist zweifelsohne der Ausdruck der Liebe Gottes", sagt Vater Angel Angelow, der die Sofioter Kirche "Heilige Sofia" leitet. "So wie es auch in den Evangelien steht: Gott hat diese Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie geopfert hat. So kommt jedes Jahr das Wunder der Gutmütigkeit, als das Wort Gestalt einnimmt, als Gott den menschlichen Antlitz angenommen hat, um unter uns zu sein und uns die Wahrheit, den Weg und das Leben zu zeigen. Die Geburt Christi trägt die Mystik und das Geheimnis der unbefleckten Empfängnis in sich. Dieses Fest bringt Freude auf, weil er die Geburt des Erlösers verkündet. Er wird dann heranwachsen und zum Lehrer der Menschen werden. Er wird derjenige sein, der uns die Evangelien hinterlassen wird, dann wird auch sein Geist kommen, damit wir uns nicht so allein und verlassen auf dieser Welt fühlen. Das sind mit Sicherheit die größten Feste des Glaubens - die Geburt Jesu und die Auferstehung. Denn wenn Jesus nicht auferstanden wäre, wäre unser Glaube leer. Durch die Geburt nimmt Christus die menschliche Gestalt an, die Auferstehung aber zeigt uns, dass der Tod machtlos ist und dass wenn wir diesen Weg folgen, der uns von Gott gezeigt wurde, wir ein reiches und erfülltes Leben haben werden."

Die Vorbereitung auf das Fest ist nicht üppig, damit man sich geistlich darauf einstellen kann. Das ist auch der Sinn der Fastenzeit vor Weihnachten. Die Menschen sollen sich in Demut üben und ihre Herzen für Wohltätigkeit öffnen. Wir sollen uns der materiellen Welt entziehen und uns dem Geistigen zuwenden, was auch Sinn unseres Daseins ist. Deswegen ist auch der Heilige Abend so still und bescheiden.

"Eigentlich sollte es so sein, aber es gelingt uns nicht immer", erzählt weiter Vater Angel. "Die Kirche hat die Fastenzeiten deswegen vor den größten Feiertagen gelegt. Das ist eine Prüfung, die wir bestehen müssen. Damit wir uns von dem Alltag distanzieren und durch die Gebete uns Gott nähern. Ich denke, dass dies das Wichtigste im Leben eines Christen ist. Die Geburt Christi ist das Fest, das eine Brücke zwischen Menschen und Gott schlägt, das Geheimnis der Verbindung zwischen uns und dem Göttlichen."

Auch die Musik, die an diesem Fest erklingt, ist sehr feierlich und stimmt uns auf die Geburt Jesu. Das Gute und die echte Liebe sind unter uns. Das ist die Bedeutung dieses Festes, das ein für die Menschheit außerordentliches Ereignis ehrt.

"Es gibt Momente in der Geschichte, in denen Gott sich dafür entscheidet, einzugreifen", berichtet weiter Vater Angelow. "Das ist so ein Augenblick, in dem er zu uns kommt, um ein Wunder zu vollbringen. Die Geburt Christi gibt uns die Chance dem rechten Weg zu folgen und erlöst zu werden. Ein bekannter Theologe aus dem 4. Jahrhundert hat einmal gesagt, dass Jesus im Herzen von jedem einzelnen von uns geboren werden muss, damit wir seine Liebe fühlen und sie weiter geben können. Vielleicht ist das die wichtigste Botschaft dieses Festes. Wir sollten einander so lieben, wie Gott uns liebt. Dann, glauben Sie mir, wird diese Welt besser werden."

Übersetzung: Milkana Dehler

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