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Das Grabmal von Sweschtari - ein einzigartiges Denkmal der Thraker-Kultur

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Eines der schönsten Thraker-Grabmale Bulgariens befindet sich beim Dorf Sweschtari in der Gemeinde Isperich. Dieses gehört zum Geschichts- und Archäologiereservat Sborjanowo. Das Grabmal ist die letzte Ruhestätte eines Herrscherpaares aus dem Thrakerstamm der Geten. Zudem steht es auf der UNESCO-Welterbeliste. Für Besucher ist es seit 2000 geöffnet.

Die Reiseleiterin Elena Dimitrowa erzählt für Radio Bulgarien:

Das Thraker-Grabmal im archäologischen Freilichtmuseum Sborjanowo umfasst ein befestigtes Thraker-Zentrum, Nekropolen und Kultstätten, die eingangs des ersten vorchristlichen Jahrtausends entstanden sind. Die größte Blüte datiert in das 3.-4. vorchristliche Jahrhundert. Auch das Grabmal selbst entstand eingangs des 3. Jahrhunderts und war bereits in dieser Zeit ein einzigartiges Denkmal der thrakischen Sakralarchitektur. Es sticht durch seine Kombination aus Architektur, Skulptur und Malerei hervor, die anderen Grabmälern fremd ist.

Ihre Bekanntheit verdankt die Sborjanowo-Anlage dem vom Team von Prof. Diana Gergowa freigelegten Goldschatz. Die Bedeutung dieser Ausgrabungen erklärt uns erneut Elena Dimitrowa:


Das war eine Riesenentdeckung. Die Anlage gehört zum Großen Grabhügel von Sweschtari, wo auch der Goldschatz freigelegt wurde. Dabei handelt es sich um die gleiche Thraker-Nekropole, die das Grabmal mit den Karyatiden beherbergt. D.h. sie sind der gleichen Kultur zuzuordnen und bereichern unsere Vorstellungen vom Thraker-Stamm der Geten und seiner Kultur, vom Leben in diesen Breiten und von der entwickelten Zivilisation, die uns ihre Spuren hinterlassen hat.


Die Funde hätten dem Thrakergrabmal zu mehr Popularität und steigenden Besucherzahlen verholfen, meint Elena Dimitrowa. Und - die Touristen würden schwärmen, dass sie so etwas noch nie gesehen hätten.

Was macht das Denkmal so einzigartig?


Das Grabmal ist in der Tat beeindruckend, meint Elena Dimitrowa. Es unterscheidet sich von den restlichen Grabstätten – zunächst einmal mit seiner Architektur, was auf den ersten Blick zu sehen ist. Es hat drei Kammern, die jeweils mit unterschiedlich hohen Gewölben überdacht und asymmetrisch angeordnet sind. Auch in seiner bildhauerischen Gestaltung unterscheidet es sich von den anderen Thraker-Grabstätten. Die Decke der Kammer, in der das Herrscherpaar beigesetzt wurde, wird von zehn Frauenstatuen gestützt, deren Gesichter und Haare nach wie vor Reste der farbigen Verzierung aufweisen. Das Wichtigste ist jedoch eine Szene der Herrscherverherrlichung an der Decke. Genau diese Kombination ist so beeindruckend.


In der Gegend warten noch viele weitere Funde darauf, entdeckt zu werden. Aufgrund der bisher nicht erforschten Grabhügel ist die Thraker-Stadt nach wie vor ein Magnet für Archäologen. Allerdings gäbe es, was die Werbung für das Herrschergrabmal in Sweschtari betrifft, noch Aufholbedarf, meint Elena Dimitrowa.  

Übersetzung: Christine Christov

Fotos: Sevkiye Cakir und bulgariatravel.org