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Heute ist Internationaler Tag der Muttersprache

Bulgarische Kinder lernen die Muttersprache in 38 Sonntagsschulen in Deutschland

In Deutschland lebt die größte bulgarische Gemeinschaft im Ausland – ca. 416.000 Landsleute. Das geht aus Angaben unseres Außenministeriums aus dem Jahr 2019 hervor. Die wachsende Zahl bulgarischer Emigranten erfordert die Eröffnung neuer Sonntagsschulen, wo die Kinder ihre Muttersprachenkenntnisse vertiefen können. Derzeit gibt es in den deutschen Bundesländern 38 bulgarische Schulen, während es noch vor zehn Jahren nur sechs waren.

Eines der Zentren, die unsere Landsleute in Deutschland, Belgien und den Niederlanden konsolidieren, ist das bulgarische Kultur- und Bildungszentrum in Aachen. Es wurde vor drei Jahren von ehemaligen bulgarischen Studenten in Deutschland geschaffen, die sich dort niedergelassen und eigene Familien gegründet haben. Zum Zentrum gehört auch eine bulgarische Schule, wo Muttersprache, Heimatkunde und Geschichte unterrichtet werden.

Wir sind der Ansicht, dass die bulgarische Sprache allein nicht ausreicht und die Kinder auch unsere Traditionen und Kultur kennen sollten“, sagt der Leiter des Zentrums Dobromir Maschew. „Erst wenn wir unseren Kindern dieses Wissen vermitteln, können wir behaupten, dass sie eine solide Grundlage erhalten haben. Deshalb haben wir nicht nur eine bulgarische Schule, sondern ein bulgarisches Kultur- und Bildungszentrum eingerichtet.

Der Anfang wurde bei einem Treffen gesetzt, bei dem die Kinder Martenizi gebastelt haben. Seitdem finden die Bulgaren aus den oben erwähnten drei Ländern zu wichtigen Feiertagen zusammen und organisieren auch unterschiedliche Veranstaltungen, die sie als Gemeinschaft prägen – darunter Tage der bulgarischen Kultur, den Tag der Völker in Aachen etc. Das Zentrum konsolidiert unsere Landsleute nicht nur auf der Grundlage der gemeinsamen Herkunft und Sprache, sondern arbeitet auch daran, sie in die große europäische Familie zu integrieren, der wir alle angehören.

Das ist eines unserer wichtigsten Ziele“, betont Dobromir Maschew. „Die bulgarischen Kinder, die in Deutschland aufwachsen, müssen ihre Wurzeln kennen – und nur wenn diese Wurzeln schön und gesund sind, können sie sich entwickeln und voranschreiten. Unsere Landsleute, die schon lange in Deutschland sind, sind davon überzeugt, dass Bulgarien und die bulgarische Kultur weit über die Landegrenzen hinausreichen. Egal wo wir uns befinden, denn mehrere Millionen Bulgaren leben auf der ganzen Welt, ist es gleichermaßen wichtig, sowohl unsere Traditionen zu bewahren als uns auch im jeweiligen Land zu integrieren.

Der Internationale Wettbewerb „Az Buki Wedi“ (ABC) stößt bei den Kindern in den Sonntagsschulen in Deutschland auf großes Interesse. Seine diesjährige Ausgabe findet am 21. Juni in Aachen statt.

Die Kinder sind extrem motiviert, weil sie zeigen können, was sie in den bulgarischen Schulen gelernt haben“, sagt Dobromir Maschew. „Das ist ein Lesewettbewerb und der respektablen Jury gehören Linguisten und Professoren von der Sofioter Universität an. Jedes Kind erhält einen kleinen Preis und eine Teilnahmeurkunde. Und es werden eine Königin und ein König der Buchstaben gekürt. Die Kinder sprühen vor Elan und geben ihr Bestes. Und wenn sie dann in ihre Schule zurückkehren, erzählten sie, wie schön es war und Teilnehmer aus welchen Ländern sie getroffen haben. Wir hoffen, dass sich auch andere Kollegen diesem internationalen Wettbewerb anschließen. Zumal er im nächsten Jahr zum ersten Mal auch außerhalb Deutschlands organisiert wird, nämlich in London.“

Übersetzung: Rossiza Radulowa

Fotos: bg-euregio.de

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