Sendung auf Deutsch

Bulgarischer Nationaler Rundfunk © 2021 Alle Rechte vorbehalten

Neue Mehrwertsteuervorschriften modernisieren den Onlinehandel in der EU

Foto: Archiv


Ab dem 1. Juli 2021 treten EU-weit neue Mehrwertsteuervorschriften für den Onlinehandel in Kraft. Sie sollen den Verwaltungsaufwand für Unternehmen senken, die grenzüberschreitende Online-Verkäufe tätigen. Zu diesem Zweck wird ein einheitliches System für die Meldung und Bezahlung der Mehrwertsteuer - One Stop Shop (OSS) - eingeführt. Was für Erleichterungen soll sie den Online-Händlern bringen?

„Sie müssen sich im Land, in dem sie die Waren an den Endverbraucher verkaufen, nicht mehr umsatzsteuerlich registrieren“, erklärt die bulgarische Europaabgeordnete Zwetelina Penkowa, Mitglied des Ausschusses für Haushaltskontrolle des Europäischen Parlaments. „Es gilt jedoch zu beachten, dass die Online-Händler Waren und Dienstleistungen im Wert über 10.000 Euro melden und die Mehrwertsteuer im Mitgliedstaat des Käufers entrichten müssen. Das wird aber ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand und Verfahren erfolgen, wie das bisher der Fall war. Sprich: Sie müssen nicht im betreffenden Mitgliedstaat registriert sein. Beim Verkauf von Waren und Dienstleistungen unter 10.000 Euro kann die entsprechende Mehrwertsteuer auch im Mitgliedstaat des Gewerbetreibenden entrichtet werden.“

Neu in der Mehrwertsteuerregelung für den grenzüberschreitenden Handel mit Waren und Dienstleistungen ist die Abschaffung der 22 Euro-Freigrenze bei der Einfuhrumsatzsteuer.

„Waren, die aus Drittländern in die EU importiert werden, unterliegen  ebenfalls der Mehrwertsteuer“, erläutert Zwetelina Penkowa. „Um die Händler zu erleichtern, kann dies über eine Plattform erfolgen, die „Import One Stop Shop“ (IOSS) heißt. Somit kann der fällige Mehrwertsteuerbetrag, je nach dem nationalen Recht des Landes, in das die Waren eingeführt werden, erneut über diese Online-Plattform bezahlt werden.“

Diese neuen Vorschriften haben zwei Vorteile: Sie schaffen Bedingungen für mehr Transparenz und Vertrauen bei den Kunden und eine bessere Steuereintreibung in den EU-Ländern. Was sollten die Händler tun, um vom One-Stop-Shop zu profitieren?

„Das System steht den Händlern seit dem 1. April 2021 für die Registrierung offen und wird ab dem 1. Juli aktiv in Betrieb sein“, sagte die Europaabgeordnete Zwetelina Penkowa. „Alle Händler, die davon Gebrauch machen möchten, sollten prüfen, welche Unterlagen für ihre Registrierung erforderlich sind, weil das bereits möglich ist.“

Ausführliche Informationen über die neuen Mehrwertsteuervorschriften finden Sie auf der Website der Europäischen Kommission. ().

Übersetzung: Rossiza Radulowa


mehr aus dieser Rubrik…

Bulgarische Wirtschaftskammer hält Umleitung von EU-Fördermitteln in den Fonds der Fonds für unzweckmäßig

Die Entscheidung der Regierung, 100 Millionen Lewa (ca. 50 Mio. Euro) von den unentgeltlichen EU-Fördermitteln für die bulgarische Wirtschaft in den sogenannten Fonds der Fonds umzuleiten, sei laut der Bulgarischen Handelskammer unzweckmäßig...

veröffentlicht am 04.07.21 um 11:33

Bulgariens Wachstumsprognose um 1,5 Prozent nach oben korrigiert

Die bulgarische Wirtschaft wird in diesem Jahr um 4,5 Prozent und im Jahr 2022 um 4 Prozent zulegen. Das geht aus der Juni-Prognose der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) hervor , berichtete BGNES. Im Jahr 2020, das von der..

veröffentlicht am 29.06.21 um 18:05
Frans Timmermans

Timmermans: Erdgasanschlüsse für private Haushalte ist ein Zwischenschritt in Richtung Klimaneutralität

„Die Nutzung von Erdgas muss ein „Zwischenschritt“ zur Schaffung einer klimaneutralen Wirtschaft sein, was insbesondere für Bulgarien gilt“, sagte der geschäftsführende Vizepräsident und Kommissar für Klimaschutz der Europäischen Kommission, Frans..

veröffentlicht am 23.06.21 um 09:35