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Sneschanka-Höhle gleicht Eisreich aus den Märchen

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Foto: imagesfrombulgaria.com

Die Sneschanka- zu Deutsch Schneewittchen-Höhle gilt zu Recht als eine der schönsten Höhlen in Bulgarien. Kreiert wird dieses unvergleichliche Phänomen von der schneeweißen Farbe des feinkörnigen Marmors, durchschnitten vom Nowomachlenska-Fluss vor über 3 Millionen Jahren. Daher auch ihr Name, da das entzückte Auge inmitten der anmutigen Tropfsteine und Seen im s.g. "Zaubersaal"  problemlos verschiedene Figuren ausmacht, die der Märchenheldin Schneewittchen, dem Baldachin über ihrem Bett und anderen Details aus unseren Lieblingsmärchen gleichen.

Und all das wurde scheinbar wie von Zauberhand aus schneeweißer Materie geschaffen. So sehen die Touristen-Höhlenforscher die Sneschanka-Höhle, die mit viel Enthusiasmus den 2010 vom Bulgarischen Tourismusverband veröffentlichten Reiseführer "100 nationale Tourismusstätten" zusammengestellt haben. Diesem entnehmen wir, dass die Sneschanka-Höhle eine der kleinsten Höhlen des Landes ist, dafür aber mit zahlreichen Stalaktiten, Stalagmiten und Stalagnaten aufwartet. Ganz besonderen Reiz verleihen ihr die fünf Sinterbecken, in denen man selbst Höhlenperlen bewundern kann. Inmitten der Höhle zeugen runde Feuerstellen von der Besiedlung des Menschen in der Frühen Eisenzeit, um welche Gebrauchsgegenstände sowie Knochen getöteter Tiere gefunden wurden. Auch überwiegt die Auffassung, dass die Höhle die Namensgeberin der im 4. Jahrhundert. v. Chr. entstandenen nahe gelegenen Ortschaft und heutigen Stadt Peschtera ist.

Die märchenhafte Sneschanka in den Rhodopen wurde am 3. Januar 1961 von drei Bergsteigern zufällig entdeckt. Die am frühen Morgen in die Höhle gekletterten Bergsteiger waren so von  ihrem Anmut fasziniert, dass sie sie erst am späten Abend wieder verließen.  Einen der Höhlensäle nannten sie den "Zaubersaal", da man durch die Berührung mehrerer Stalaktiten Melodien zaubern kann. Der Nachbarsaal wiederum ist als Bart-Saal bekannt, da hier dunkelbraune Bärte von der Decke herabhängen. Diese sind nichts anderes als die gewaltigen Wurzeln von jahrhundertealten Buchen, die sich durch die Spalten der Marmorfelsen ihren Weg gebahnt haben. Auch könne man hier einige der schönsten Karstformen in Bulgarien bewundern, meinen die Höhlenforscher. Die Fans behaupten ihrerseits, dass ein Spaziergang durch die Sneschanka-Höhle für gute Laune sorgt. Unterwegs und in der Höhle geben Hinweisschilder neckische Ratschläge, wie etwa "Schalte einen Gang zurück!", "Nicht aufgeben!" oder "Es ist Zeit für eine Pause!". Die gepflegte Höhle wird vom Bulgarischen Touristenverband bewirtschaftet. "Sie ist leicht zugänglich und beleuchtet. Auch gibt es kundige Höhlenführer, die den Touristen interessante Details nahe bringen", erzählt Wentzislaw Udew, Geschäftsführer des Bulgarischen Touristenverbandes und Sekretär der Nationalen Bewegung "Bulgarien - 100 Nationale Tourismusstätten".

"Die Sneschanka ist eine einzigartige Höhle in der Umgebung der Stadt Peschtera. Bewirtschaftet wird sie von der lokalen Tourismusgesellschaft Kupena. Hier gibt es Tropfsteine, die so schön sind, dass man sie nicht beschreiben kann. Eine Asphaltstraße bis zur Natursehenswürdigkeit gibt es nicht. Die entlegene Höhle erreicht man über einen halbstündigen Anstieg. Dennoch kann ich eine Besichtigung wärmstens empfehlen. Viele hiesige Höhlengänge sind noch unerforscht. Der Weg zur Höhle ist ab der Stadt Peschtera ausgeschildert. Die Straße endet an einem großen Parkplatz, wo man seinen Wagen abstellen und den Weg zu Fuß fortsetzen kann. Im Stadtbüro der lokalen Tourismusgesellschaft kann man kundige Höhlenführer buchen. Ausführliche Informationen und die notwendigen Kontakte für einen organisierten Höhlenbesuch finden Sie im Reiseführer der 100 Nationalen Tourismusstätten. Leider werden nicht alle bemerkenswerten Höhlen in Bulgarien auf diese Weise bewirtschaftet", bedauert abschließend der Geschäftsführer des Bulgarischen Touristenverbandes Wentzislaw Udew.

Übersetzung: Christine Christov

Fotos: imagesfrombulgaria.com

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