Bulgarischer Nationaler Rundfunk © 2020 Alle Rechte vorbehalten

In memoriam Christina Ljutowa

Foto: Facebook / Christina Ljutowa

Heute verstarb im Alter von fast genau 80 Jahren die populäre bulgarische Volksliedsängerin Christina Ljutowa.

Sie wurde am 24. Mai 1940 in der südwestbulgarischen Stadt Smoljan geboren. 1962 trat sie dem Rhodopen-Ensemble in ihrer Heimatstadt bei. Seitdem wurden die Lieder der Rhodopen für sie zu einer Inspiration und ihrem Schicksal.

Drei Jahrzehnte lang arbeitete Christina Ljutowa als Solistin des in Smoljan ansässigen Ensembles. Sie sammelte und bewahrte über 400 Lieder der Rhodopen, die sie vor allem von älteren Sängern dieser bulgarischen Folkloreregion lernte. Einige der Aufnahmen werden im Tonarchiv des bulgarischen Nationalradios aufbewahrt.

Ihre schöne und satte Altstimme erklang in Frankreich, auf Kuba, den Niederlanden, Russland, Griechenland, Mexiko, Weißrussland, Tschechien, Südkorea, Deutschland, Ungarn und anderen Ländern. Sie besuchte diese Länder im Rahmen der Konzertreisen des Folklorechors „Die großen Stimmen Bulgariens“ unter der Leitung von Sdrawko Michailow. Zusammen mit ihrer Tochter Mariana Pawlowa und der Sylvia Nenkowa sang sie im „Kaba-Trio Rhodopea“.

Die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte die populäre bulgarische Sängerin mit ihrer Tochter in London. Um Christina Ljutowa sorgten sich sehr gute Ärzte, versicherte ihre Tochter Mariana und fügt hinzu, dass ihre Mutter bis zu ihrem Ende die Weisheit und die Kraft ihres Geistes bewahrt habe.

mehr aus dieser Rubrik…

Lazarustag – emotionsgeladenes Fest in schweren Zeiten

Blumenkränze, die von den Lazarusmädchen ins Wasser geworfen werden. Dieses Bild illustriert vielleicht am besten die Bräuche in Bulgarien zum Tag des heiligen Lazarus. Der achte Tag vor Ostern ist dem heiligen Lazarus geweiht, der von..

veröffentlicht am 11.04.20 um 06:45

Kukeri verteiben böse Geister am Käsefastensonntag

Die Idee des Brauchs um die Schembartläufer, in Bulgarien Kukeri genannt, ist, das Sterben und Aufleben der Natur zu zeigen – etwas, was im Glauben der Bulgaren verschlüsselt und fest verankert ist. Dem Brauch liegt die Nachahmung des Pflügens,..

veröffentlicht am 26.02.20 um 16:01

Kostadin Genchev: „Folklore ist eine unerschöpfliche Quelle“

Die Volksmusik ist für den populären Hirtenflötenspieler Kostadin Genchev Berufung und Leben zugleich. Unlängst beging er seinen 50. Geburtstag. In all den Jahren seines Schaffens hat er sich als ein virtuoser Instrumentalist, Arrangeur von..

veröffentlicht am 23.02.20 um 10:45