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Die Aufklärer in der bulgarischen Geschichte

Foto: BGNES

Im Jahre 1922 unterbreitete eine Gruppe bulgarischer Intellektueller, die Aufklärer des Volkes am 1. November eines jeden Jahres besonders zu ehren. Noch im gleichen Jahr erklärte das Parlament den Tag zum gesetzlichen Feiertag. In der Verordnung lesen wir: „Der 1. November soll ständiger nationaler Feiertag werden, der im Angedenken an all jene Bulgaren begangen werden soll, die in nationaler und kultureller Sicht zu Aufstieg und Prosperität beigetragen haben“.

„Als Volk sind wir schnell dazu geneigt, jene Menschen zu vergessen, die mit ihren Taten für die geistige Emanzipation der gesamten Gesellschaft beigetragen haben. Nach einer Reihe von nationalen Katastrophen erwies sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Besinnung auf das Nationalgedächtnis mehr als notwendig. Aus diesem Grund vereinten sich die Intellektuellen des Landes und schlugen einen Festtag vor, der speziell den Volksaufklärern gewidmet werden sollte“, erklärte in einem Interview für Radio Bulgarien Prof. Plamen Mitew, Dekan der Geschichtsfakultät der Sofioter Universität „Heiliger Kliment von Ohrid“.

Der Tag der Volksaufklärer wurde nicht zufällig auf den 1. November gelegt. An diesem Tag ehrte die Bulgarische Orthodoxe Kirche nach altem Kalender den heiligen Iwan aus dem Rilagebirge. Er lebte von 876 bis 946 und ist der bedeutendste bulgarische Heilige. Iwan Rilski gilt als himmlischer Beschützer des bulgarischen Volkes und wurde als erster zu einem Volksaufklärer erklärt.

Aus der Zeit der bulgarischen Wiedergeburt des 18. und 19. Jahrhunderts seien unter den geistigen Vätern des bulgarischen Volkes der Athosmönch Paisij aus dem Hilandar-Kloster genannt, der seit 1762 seine „Slawo-bulgarische Geschichte“ unter die Volksmassen brachte, und Bischof Sofronij von Wratza, der das erste 1806 gedruckte Buch in neubulgarischer Sprache schrieb. „Sofronij von  Wraza hat aber auch einen wesentlichen Beitrag zum geistigen Erwachen seiner Zeitgenossen geleistet“, ist Prof. Plamen Mitew überzeugt. „Er hat nicht nur zwei Abschriften der „Slawo-bulgarischen Geschichte“ angefertigt, sondern ist auch Autor von mehr als 10 Handschriften, wobei seine beiden Widin-Sammelbände von besonders großer Bedeutung sind. Im zweiten wendet er sich an seine Kirchengemeinde und hält sie an, ihr Geld nicht Klostern zu stiften, sondern es für weise Lehrer auszugeben, damit sie den Kindern Wissen vermitteln, das sich andere europäische Völker bereits angeeignet und in ihrer politischen Geschichte angewandt haben“, sagt Prof. Mitew. Näheres über Sofronij von Wratza erzählte uns der Historiker in einem Interview, das Sie hier finden können.

Im 19. Jahrhundert gehörten zu den angesehensten Volksaufklärern die Kämpfer um nationale Unabhängigkeit, darunter die Nationalhelden Wassil Lewski und Christo Botew sowie viele andere Persönlichkeiten, für die die Prosperität und das Wohlergehen Bulgariens ein Frage hoher Moral, geistiger Entwicklung und Kraft, um seine Ideen durchzusetzen, waren.

Heutzutage ist der 1. November auch ein Fest für die bulgarischen Wissenschaftler und Journalisten.

Redaktion: Elena Karkalanowa

Übersetzung : Wladimir Wladimirow

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