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Ludmil Krumovs „Krivo Sadovsko“ - ein Reigen der ganz besonderen Art

Foto: ludmilkrumov

Echte und ansprechende Musik muss das Leben widerspiegeln. Davon ist Ludmil Krumov fest überzeugt.

Wie die meisten Musiker arbeitet er trotz Lockdown weiter und kommuniziert mit der Welt mittels seiner geliebten Musikkunst. Sein jüngstes Projekt für Big Band, Kammerorchester, Volksorchester und Solisten heißt „Krivo Sadovsko in Svishtov“. 


So unwahrscheinlich es auf den ersten Blick auch anmuten mag: das Stück wurde bereits aufgenommen. Die Musiker (und die Orte, an denen die Aufnahmen gemacht wurden) befinden sich in den Niederlanden, Bulgarien, den USA und anderen Ländern. Die Interpreten sind insgesamt 15 an der Zahl und unter ihnen sind Vertreter von mindestens 5 Nationalitäten. Jeder hat jeweils mehrere Partien aufgezeichnet. Der Autor dieser Variante des beliebten und gemochten bulgarischen Reigens verbindet verschiedene Stilrichtungen, Geschichten, Zeiten und Kulturen. Die emotionalen Bilder bleiben dem Hörer lange in Erinnerung, die Musik zeichnet sich durch Einfallsreichtum und Aufrichtigkeit auf.

Ein Freund aus Bulgarien, Galin Nenow - Killa Bee (Beatbox), hat mir vorgeschlagen, etwas gemeinsam zu machen“, erinnert sich Ludmil Krumov wie alles begonnen hat. „Der Reigen „Kriwo Sadowsko“, den wir von Petko Radew her kennen, schien mir geeignet dafür. Wir haben angefangen, Musikfiles im Internet auszutauschen. Ich habe Tamburin, Gitarre, Bass aufgenommen und beschlossen, ein Stück daraus zu machen, dessen Arrangement unterschiedliche Genres verbindet. Einerseits Jazz, denn ich habe in meiner musikalischen Entwicklung diesen Weg eingeschlagen und beschäftige mich mit Jazz. In den letzten Jahren befasse ich mich aber auch mit Volksmusik. Und als Jugendlicher habe ich in einem Volkstanzensemble getanzt. Ich erinnere mich an die Euphorie, die der Tanz mit sich bringt, an die Zeit, als Volksensembles eine wichtige Rolle in unserem Leben hatten. Die Big Band, die ich integriert habe, symbolisiert den Jazz und die Einflüsse der späten 1980er Jahre. In dem Stück gibt es einen sehr lyrischen Teil, in dem Streichorchester, Oboe, Klarinette, Bassklarinette und Horn zu hören sind.

"Dieser Part ist dem Klarinettisten Prof. Petko Radew gewidmet - einem berühmten klassischen Musiker, der viele Jahre an der „Mailänder Scala“ Solist war. Zugleich hat er einen großen Beitrag zur Volksmusik geleistet, was ihren Stil und Klang angeht. Prof. Petko Radew hat in den 1970er Jahren den Reigen „Kriwo Sadowsko“ aufgenommen und popularisiert und die meisten von uns kennen ihn von seinen Darbietungen her. So haben sich seine und meine Geschichte „verwoben“. Und Beatboxing ist ein Symbol für das Neue, für junge Menschen, die nach einer anderen Art suchen, sich auszudrücken“, sagt Ludmil Krumov.


Musik verbindet bekanntlich die Menschen. Und Ludmil Krumov hat auch bei der Auswahl der Musiker auf die verbindende Rolle der Musik gesetzt und Bulgaren, die im Ausland und in Bulgarien leben sowie Freunde aus verschiedenen Ländern bei der Umsetzung seines Projekts hinzugezogen.

Die Saxophone der Big Band sowie der Klarinettenpart wurden von Konstantin Iliew aufgenommen, der in Den Haag lebt. Seine Frau Irma Cort nahm die Oboe auf. Das Stück ist im ungleichmäßigen 13/8-Takt gehalten, der Ausländern Schwierigkeiten bereitet, aber sie hat alles perfekt gemeistert, ich bewundere ihre Professionalität. Die Posaunen wurden von Pawel Schterbakow (Russland), einem sehr guten Instrumentalisten, aufgenommen. Die Bulgarin Raya Hadzhieva, die ihren Abschluss in Amsterdam gemacht hat und dort lebt, hat alle Trompeten übernommen. Alex Simu (Rumänien), ein wunderbarer Interpret und Komponist von Filmmusik, spielt die Bassklarinette. Es ist wunderbar geworden.“


„Dank der bulgarischen Bildungs- und Kulturorganisation in Los Angeles konnte ich bulgarische Musiker in den USA kontaktieren. Der berühmte Geiger Moni Simeonow hat die Geigenstimmen aufgenommen und Irina Tschirkowa - die Celli. Unserem interkontinentalen Abenteuer hat sich auch der rumänische Violinist George Dumitrio angeschlossen. Natürlich konnten wir nicht auf Pejo Peew (Fiedel) und Schiwko Wassilew (Hirtenflöte) verzichten.

Das Stück wird sehr bald veröffentlicht, aber für Radio Bulgarien hat der Autor im Voraus zwei kurze Auszüge daraus zur Verfügung gestellt. Sie geben einen Vorgeschmack auf feurige Rhythmen und Stimmungen und zeugen von seinem tiefen Respekt für unsere traditionelle Kultur. Im Folgenden der zweite Ausschnitt:

Übersetzung: Rossiza Radulowa

Fotos: Ludmil Krumov


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