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Bulgaren auf der ganzen Welt sind sich einig: In unserem Land sind dringend Reformen nötig

Die Partei, die zwei Monate vor den Wahlen am 14. November ins Leben gerufen wurde, hat als erste politische Kraft abgeschnitten. Sie hat ernsthafte Verschiebungen im politischen Raum verursacht und einen Teil der Wählerstimmen für die bisherigen „Protestparteien“ auf sich gezogen. „Es gewinnt die Veränderung.“ Mit diesen Worten kommentierte der Politologe Parwan Simeonow die Führungsposition der Antikorruptionspartei  „Wir setzen die Veränderung fort“. Er ergänzte jedoch, dass die Stimmen aus dem Ausland das endgültige Wahlergebnis bestimmen werden. Die Tatsache, dass die Vorsitzenden dieser Formation aus dem Kreis der Auslandsbulgaren kommen, bestärkt die Annahme, dass ihre Unterstützung aus dem Ausland unmissverständlich sein wird. Was hat unsere Landsleute im Ausland mobilisiert und ist der Wandel mit einer obligatorischen Regierungsbildung der Parteien im 47. Parlament verbunden?

„Ich wähle, weil mir Bulgarien am Herzen liegt. Und ich möchte, dass es ein prosperierendes Land wird“, sagte Weneta Andreew aus Boston, Massachusetts.

Es muss eine Koalition gebildet werden“, meinte wiederum Maria Zwetkowa, die seit Jahren im schweizerischen Basel lebt und arbeitet. Das hält sie aber nicht davon ab, regelmäßig den Gang zu den Wahlurnen zu machen und die Entwicklung in der Heimat aufmerksam zu verfolgen. Maria erwartet, dass die Parteien endlich eine Regierung bilden, wenn nicht, wäre das eine Blamage.

„Das setzt aber Diplomatie voraus, es müssen Kompromisse eingegangen werden, manche Positionen müssen aufgegeben werden. Meiner Meinung nach muss es diesmal gelingen, denn wir würden uns blamieren, falls wir zum dritten Mal keine Regierung aufstellen können. Andererseits haben wir gesehen, dass die bisherige Regierung 12 Jahre lang nichts für das Land tun konnte und seine Lage sich ernsthaft verschlechtert hat. Ich würde mir also nicht wünschen, dass die Politiker, die für diese Situation verantwortlich sind, in die neue Regierung eintreten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieselben Leute konkrete Macht erhalten. Zu viele Jahre sind verstrichen und Bulgarien leidet immer noch an einer Krankheit – der Korruption. Tatsache ist, dass Geld in falsche Richtungen fließt, dass EU-Gelder missbraucht werden und die Staatsanwaltschaft und die Justiz diesen Umstand vertuschen anstatt zu urteilen. Das ist ein großes Problem, die Basis all der anderen Probleme, die wir haben“, meint Maria Zwetkowa.

Es ist höchste Zeit, dass eine funktionierende Regierung gebildet wird, damit das Land zur Normalität zurückkehrt“, sagte Jana Stalewa aus Wimbledon im Vereinigten Königreich.

Auch Mariana de Meo aus Wien sprach die Hoffnung auf ein stabiles Kabinett aus. Sie fürchtet, dass wiederholte Wahlen für das Volk untragbar wären. Nun müsse man zu Taten schreiten, um die Veränderungen zu realisieren, für die die Bulgaren aus Bulgarien und der ganzen Welt vor anderthalb Jahren auf die Straße gegangen sind. Dem nächsten Präsidenten kommt in dieser Hinsicht eine wichtige Rolle zu, meint sie:

„Ich erwarte, dass er seine Versprechen hält – denn es ist klar, wer Präsident wird. Er muss sich zu 100 Prozent hinter die neue Regierung stellen und es muss ein Wandel in der Justiz vollzogen werden“, so Mariana de Meo.

Der Präsident muss den Wandel in Bulgarien unterstützen, meint auch Jawor Konstantinow aus Melbourne, Australien. „Es besteht große Hoffnung, dass Bulgarien eine Regierung und Reformen hat“, sagte er. Es dürfe aber nicht eine Regierung um jeden Preis gebildet werden.

Wir wollen echte Reformen, keine Simulation von Veränderungen. Und zwar in allen Bereichen – von den Unzulänglichkeiten im Wahlgesetz bis hin zu Bildung und Gesundheitswesen. Ohne Experten zu sein, haben wir diese Probleme täglich vor Augen. Wir sind nicht isoliert von dem, was im Land passiert – wir sind sehr stark mit Bulgarien verbunden, denn dort leben unsere Brüder, Schwestern, Eltern und Verwandten. Alles, was mit dem Leben unserer Eltern zu tun hat, betrifft uns direkt“, betonte Jawor Konstantinow.

Die Interviews mit unseren Landsleuten im Ausland haben Weneta Nikolowa, Miglena Iwanowa, Diana Zankowa und Wessela Krastewa geführt

Übersetzung: Rossiza Radulowa


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