Bulgarischer Nationaler Rundfunk © 2020 Alle Rechte vorbehalten

Tag des Propheten Elias – einer der angesehensten des Alten Testaments

Am 20. Juni ehrt die Bulgarische Orthodoxe Kirche den heiligen Propheten Elias

Elias-Kloster in Tetewen
Foto: Archiv BGNES

Elias wurde im 10. Jahrhundert v. Chr. als Nachkomme Aarons geboren. „Er war enthaltsam im Essen, bescheiden in der Kleidung und streng mit sich selbst und anderen“, heißt es in seiner Vita, in der verschiedene Wunder beschrieben werden, die bereits in seiner Kindheit begannen. Der Legende nach hatte sein Vater eine Vision, in der sanftmütige Männer mit dem Kind Elias sprachen, ihn in Feuer wickelten und mit feurigen Flammen säugten. Die Priester interpretierten die Vision folgendermaßen: Die Gnade Gottes werde über ihn kommen, sein Wort werde wie Feuer sein, stark und mächtig, sein Leben werde dem Herrn gefallen und er werde mit Schwert und Feuer über Israel richten. Der Name Elias bedeutet „Festung des Herrn“.

Elias war ein eifriger Gegner des Götzendienstes und der Verfolgung von Propheten, worin sich König Ahab und seine Frau besonders hervortaten. Eines Tages trat Elias vor den König und sagte: „Wegen deiner Sünden wird ab heute weder Regen noch Tau hernieder gehen und zwar solange bis ich nicht Gott darum bitte!“ und verschloss den Himmel für drei Jahre und sechs Monate. Ahab ordnete an, Elias umbringen zu lassen, doch Gott warnte den Propheten, er solle sich an einem Bach nahe dem Jordan-Fluss verstecken. Auch schichte Er Krähen, die ihm Nahrung brachten.

Auf der Ikone über dem Eingang der Elias-Kirche im Dorf Selischte bei Blagoewgrad, errichtet vor 150 Jahren, ist der Prophet mit einem Schwert in der rechten Hand und einer Schriftrolle in der linken dargestellt.

Das letzte Wunder, das den Propheten Elias zu Lebzeiten begleitete, war sein Scheiden von dieser Welt. Als sein letzter Tag auf Erden anbrach, befand er sich in Begleitung seines Schülers, des späteren Propheten Elisäus. Laut dem Alten Testament wurde Elias von einem feurigen Wagen mit feurigen Rossen in einem Sturmwind in den Himmel gefahren – etwas, das keinem anderen Propheten oder Heiligen zuteilgeworden ist.

In der Folklore ist die Tradition des heiligen Elias mit der Vorstellung verbunden, dass der Prophet der Herr über Sommergewitter und Donners ist.

Mit welchen heidnischen Gottheiten er einst in Verbindung gesetzt wurde und welche traditionellen Vorstellungen und Legenden es über den Heiligen gibt - erfahren Sie hier.

Übersetzung und Redaktion: Wladimir Wladimirow

mehr aus dieser Rubrik…

Heilige Synode

Bulgaren in Istanbul wollen vom Ökumenischen Patriarchat einen bulgarischen Priester

Seit einem Monat kümmert sich ein Geistlicher des Ökumenischen Patriarchats um die bulgarische Gemeinschaft in Istanbul . Nach einem langen Dienst ist der ehemalige Priester nach Bulgarien zurückgekehrt. Der Ökumenische Patriarch Bartholomäus hat an..

veröffentlicht am 22.09.20 um 11:24

Unabhängigkeit Bulgariens – einer der großen Siege der bulgarischen Diplomatie

Am heutigen Tag wird in Bulgarien der 112. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung Bulgariens begangen. Dieses Ereignis vom 22. September des Jahres 1908 nimmt in der neueren Geschichte Bulgariens eine besondere Stellung ein, denn damit wurde ein..

veröffentlicht am 22.09.20 um 06:05

17. September – Festtag der geistigen Tugenden unserer Hauptstadt Sofia

Die Bulgarische Orthodoxe Kirche ehrt am 17. September das Gedenken an die drei Schwestern Glaube, Hoffnung und Liebe und ihrer Mutter Sophia , die im Jahr 126 während der Herrschaft des römischen Kaisers Hadrian für ihren Glauben starben...

veröffentlicht am 17.09.20 um 13:34