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Covid-19 in Bulgarien: Tag 243

Foto: EPA/BGNES

Neue Begrenzungsmaßnahmen vorgeschlagen


Zulassung von nicht mehr als der Hälfte der Beschäftigten in den Büros; Begrenzung der Arbeitszeiten von Restaurants und Cafés; Einstellung der außerschulischen Aktivitäten; Übergang zum Fernunterricht an allen Universitäten außer im Fach Medizin; Personen über 65 Jahren sollen nur zwischen 8.00 und 10.00 Uhr einkaufen dürfen. Das sind nur einige der vom Gesundheitsinspektor Dr. Angel Kuntschew vorgeschlagenen Begrenzungsmaßnahmen. Es ist auch vorgesehen, dass Ärzte aus der Quarantäne entlassen werden, wenn sie am dritten Tag einen negativen PCR-Test aufweisen, damit sie wieder arbeiten können. Es wird auch darauf bestanden, dass der Gesundheitsminister in der Lage ist, Fachärzte zu medizinische Einrichtungen zu delegieren.Mehr zum Thema unter: 

https://bnr.bg/de/post/101368731/corona-stab-mit-neuen-massnahmen-zur-eindammung-der-seuche


Corona: erneut über 4.000 Neuinfektionen an einem Tag


In den vergangenen 24 Stunden wurden nach 13.203 durchgeführten PCR-Tests 4.054 neue Covid-19-Fälle registriert, die 30,71 Prozent der Tests ausmachen, weisen die Angaben des Nationalen Informationsportals über die Verbreitung der Corona-Seuche aus.

Die meisten Neuinfektionen wurden in Sofia (1.477), Plowdiw (310), Stara Sagora (205) und Warna (204) diagnostiziert.

3.191 Patienten werden stationär behandelt, 239 darunter auf Intensivstationen.

Im Verlauf des vergangenen Tages sind 54 Patienten an den Folgen der Erkrankung gestorben; 403 konnten als genesen entlassen werden.


EK korrigiert Wirtschaftsprognose für Bulgarien


Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Bulgariens werde in diesem Jahr um 5,1 Prozent schrumpfen, im kommenden Jahr um 2,6 Prozent wachsen und 2022 sogar einen Anstieg von 3,7 Prozent erreichen. Das weist die Herbst-Wirtschaftsprognose der Europäischen Kommission aus, die heute veröffentlicht und von der bulgarischen Nachrichtenagentur BTA zitiert wird.

Im Juli hatte Brüssel einen Wirtschaftsrückgang für Bulgarien von 7,1 Prozent angenommen, gleichzeitig damit aber auch ein höheres Wachstum danach (von 5,3 Prozent) angesetzt.

Nach dem steilen Einbruch im zweiten Jahresquartal gehe es mit der bulgarischen Wirtschaft wieder aufwärts, weist die Europäische Kommission aus. Binnenkonsum und Export sollen zum Wirtschaftswachstum beitragen. Die Arbeitslosenrate habe sich nach einem anfänglichen Sprung wieder normalisiert, was teilweise auf die staatlichen Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen zurückgeführt werden könne.


Wirtschaftsminister: Regierungsmaßnahmen zeitigen Ergebnisse


„Im zweiten Jahresquartal gehörte Bulgarien zu jenen Ländern, die am schwersten von der Corona-Krise betroffen wurden; das Bruttoinlandsprodukt sank um 8,5 Prozent. Wir konnten aber schnell aufholen“, sagte der bulgarische Wirtschaftsminister Latschesar Borissow in einem Interview für das Bulgarische Nationale Fernsehen. Bulgarien stand im genannten Jahresquartal im Vergleich zu den anderen EU-Mitgliedsländern aber viel besser da, versicherte der Minister: „Wir gehören zu jenem einen Viertel an Staaten, in denen der geringste Rückgang verzeichnet wurde. Im Vergleich zum europäischen Durchschnitt liegen wir um 5 bis 6 Prozent besser“, kommentierte Wirtschaftsminister Borissow und betonte, dass die Maßnahmen der Regierung Ergebnisse gezeitigt hätten. Er bewertete den Staatshaushalt 2021 als rational, da er jeden Faktor für ein Wirtschaftswachstum berücksichtige.


Industrieproduktion in Bulgarien gefährdet


Seit Beginn der Covid-Krise mussten sich in Bulgarien etwa 10% der Arbeitnehmer unter Quarantäne gestellt und 27.000 Krankenscheine ausgestellt. Einige Unternehmen riskieren eine Unterbrechung des Produktionsprozesses aufgrund von Personalmangel, warnte Dobrin Iwanov von der Assoziation des bulgarischen Industriekapitals. Der Arbeitgeber sei oft gezwungen, allein zu entscheiden in Fällen von Infektion oder Kontakt mit Kranken, während er auf die Maßnahmen der Gesundheitsbehörden wartet, ob die Angestellten zu ihren Arbeitsplätzen zugelassen werden. Das berge Risiken sowohl für die Ausbreitung der Infektion als auch dafür, dass der Arbeitgeber ohne Angestellte bleibt.

Bulgaren wollen keine verschärften Epidemie-Maßnahmen

Unsere Gesellschaft hat nicht den Wunsch, die Epidemie- Maßnahmen zu verschärfen, ergab eine Umfrage von Gallup International unter 800 Bulgaren. Die Zahl derjenigen, die gegen das Tragen von Masken sind, habe sich nicht erhöht, dafür aber der Menschen, die weit auseinanderliegende Meinungen vertreten. Die einen glauben fest an eine Verschwörungstheorie und die anderen haben panische Angst vor der Pandemie, sagte Parwan Simeonow von Gallup in einem Interview für den BNR.

Der Anteil der moderaten Reaktion ist rückläufig, obwohl sie nach wie vor vorherrscht. Die Art und Weise, wie die Regierung mit der Pandemie umgeht, wird besser eingeschätzt als ihre Arbeit in anderen Bereichen.


Mobile Labors für PCR-Tests in Warna unterwegs


Speziell eingerichtete mobile Labors nehmen in der bulgarischen Schwarzmeerstadt Warna PCR-Tests direkt zu Hause bei den Bürgern vor, die Symptome einer Corona-Erkrankung zeigen, informierte der Regionalsender des BNR in Warna.

Zuerst muss der Test im gewählten Labor bezahlt werden, woraufhin am Tag darauf ein Laborant den jeweiligen Patienten zu Hause besucht und die Probe entnimmt.


Weitere wichtige Informationen zu Covid-19 in bulgarischer Sprache und in 9 Fremdsprachen finden auf der Internetseite von Radio Bulgarien in unserer Spezialrubrik COVID-19.


Redaktion: Diana Zankowa

Übersetzung: Georgetta Janewa, Wladimir Wladimirow