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Prominente Bildhauer und Künstler in der Ausstellung „Ahimsa: Gewaltlosigkeit“ vereint

Die Menschheit befindet sich in einer Phase der Selbstzerstörung

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Foto: „East-West Indology Foundation“

„Gewaltlosigkeit ist die stärkste Macht, die der Menschheit zur Verfügung steht.“ Diese Worte stammen von Mahatma Gandhi, dem großen Sohn Indiens, der die Welt an den Grundsatz von Ahimsa (Gewaltlosigkeit) als Weg zur Unabhängigkeit in all ihren Formen erinnert hat. Seine Ideen haben Denker und Führungspolitiker auf der ganzen Welt beeinflusst. Als Hommage an Mahatma Gandhi und sein Werk erklärten die Vereinten Nationen im Jahr 2007 den 2. Oktober (seinen Geburtstag) zum Internationalen Tag der Gewaltlosigkeit. Eine konzeptionelle Ausstellung mit dem Titel ˮAhimsa: Gewaltlosigkeit“ ist diesem Tag sowie der Persönlichkeit Gandhis gewidmet. Die Exposition erwartet ihre ersten Besucher am 4. Oktober in der Galerie „Art Center Gallery“ in Plewen.  Organisiert wurde sie von der „East-West Indology Foundation“, der Gemeinde Plewen und der „Art Center Gallery“ in Plewen mit Unterstützung der Botschaft der Republik Indien und Botschafter Sanjay Rana, der zur offiziellen Eröffnung erwartet wird. Mehr als 30 Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Generationen beteiligen sich mit ihren Werken an dieser Ausstellung.

Prof. Emil Popow

ˮDieses Thema ist schmerzlich aktuell und derart notwendig, dass es in uns allen, die wir daran teilnehmen, eine spontane Reaktion hervorrufen musste, um unsere Haltung zur Gewaltlosigkeit zu veranschaulichen“, sagte der Bildhauer Prof. Emil Popow gegenüber „Radio Bulgarien“. „Ich kann nicht umhin, die Person zu erwähnen, die das alles ins Rollen gebracht hat – Jordanka Bojanowa, Vorsitzende der „East-West Indology Foundation“. Vor etwa einem Monat hat sie sich an mich und Prof. Stanislaw Pamuktschiew gewendet und wir haben die Idee diskutiert. Im Jahr 2019 initiierte und organisierte Frau Bojanowa eine der Persönlichkeit Mahatma Gandhis gewidmete Ausstellung anlässlich des 150. Jahrestages seiner Geburt. Einige der Künstler, die damals ihre Werke präsentierten, sind auch in der heutigen Ausstellung vertreten. Ich möchte die Teilnahme der Bildhauer Walentin Startschew, Pawel Kojtschew, Georgi Tschapkanow und der Maler Milko Boschkow, Ljuben Genow, Iwajlo Mirtschew und Plamen Monewski erwähnen“.

Den Rahmen der Ausstellung bilden mehrere Vinylplatten - eine mit Skizzen von Porträts führender Persönlichkeiten, Nachfolger von Gandhis Idee der Gewaltlosigkeit, eine mit Zitaten von ihnen sowie eine weitere, die der Gewaltlosigkeit gegenüber unseren Kindern gewidmet ist, mit den Worten von Nelson Mandela: „Wir schulden unseren Kindern – den verletzlichsten Bürgern in jeder Gesellschaft – ein Leben ohne Gewalt und Angst.“

ˮNatürlich ist Mahatma Gandhi die erste Person, an die man denkt, wenn man über Gewaltlosigkeit spricht. Es sei daran erinnert, dass die Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947 gerade durch sein Prinzip der Ahimsa erreicht wurde - etwas, das die Geschichte bis dahin nicht kannte. Unbestritten ist auch der Beitrag von Martin Luther King, der einen grandiosen politischen Sieg über die Gewalt errungen hat. Diese Persönlichkeiten sowie andere Leader von Weltrang sind mit ihren bahnbrechenden Gedanken vertreten. Auch dies war ein sehr spontaner Prozess zwischen Jordanka Bojanowa, Stanislaw Pamuktschiew und mir. Wir waren uns einig, dass ein dokumentarischer Aspekt über die Formen der Gewaltlosigkeit von der Vergangenheit bis zur Gegenwart erforderlich ist, da wir wissen, dass dieses Prinzip eine jahrtausendealte Geschichte hat - seit den Sutras (Lehrreden) des Buddha, in denen die Grundlage von Ahimsa enthalten ist. ˮHass wird nicht durch Hass geheilt, sondern durch Liebeˮ, sagte Buddha. Auf der einen Seite stehen also Werke, die ich als „Widmungen“ bezeichnen würde, auf der anderen Seite Zitate von Gandhi, Tagore, dem Dalai Lama, Mutter Teresa usw. Wir wollten auch, dass Menschen aus unserem Land vertreten sind und haben deshalb Gedanken von Peter Danow mit eingebracht. Sowie einen anderen Menschen , an den wir Älteren uns erinnern – Großvater Dobri. Er stand vor der „Alexander Newski Kathedrale“ in Sofia und sammelte Spenden von der Bevölkerung, die er dann alle für die Restaurierung und Renovierung von Kirchen gestiftet hat. Wir haben versucht, das Thema der Gewaltlosigkeit in seinen verschiedenen Aspekten und Dimensionen zu behandeln. Es gibt einen Gedanken von Martin Luther King: ˮDie Kettenreaktion, bei der Hass Hass erzeugt, muss unterbrochen werden oder wir stürzen in den dunklen Abgrund gegenseitiger Zerstörung.ˮ Mir scheint, dass dies laut gesagt werden muss, denn die Menschheit befindet sich buchstäblich in dieser Phase."

Übersetzung: Rossiza Radulowa

Fotos: „East-West Indology Foundation“, BGNES-Archiv


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