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20 Jahre Repräsentanz des Freistaates Bayern in Bulgarien

Die Mitgliedschaft an der EU und NATO, die geographische Lage und das Potenzial der Fachkäfte macht Bulgarien attraktiv für die deutschen Investoren

Die Repräsentanz des Freistaatеs Bayern in Bulgarien bei der Deutsch-Bulgarischen Industrie- und Handelskammer (DBIHK) wird dieses Jahr 20 Jahre seit ihrer Gründung feiern. Es sind mehrere Veranstaltungen geplant, wie zum Beispiel der Besuch einer bayerischen Wirtschaftsdelegation aus den Branchen „Informations- und Kommunikationstechnik“, „Maschinen- und Anlagenbau“ und „Energie“ vom 14. bis 16. Juni, sowie die Verleihung des Preises der Bayerischen Repräsentanz in Bulgarien. Der Preis wird in zwei Kategorien verliehen: „Bayerisches Unternehmen, das in Bulgarien tätig ist“ und „Bulgarisches Unternehmen mit Geschäftskontakten in Bayern“.

Die DBIHK zusammen mit der Bayerischen Gesellschaft für Internationale Wirtschaftsbeziehungen (Bayern International) organisiert in der Hauptstadt Sofia und in Stara Zagora Branchenkontaktgespräche zwischen Unternehmen aus Bulgarien und Bayern mit dem Ziel, neue Kontakte zu knüpfen und neue Partnerschaftsmöglichkeiten zu finden.

Wie hat sich die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Bulgarien und Bayern in den letzten 20 Jahren entwickelt?

Laut Dr. Mitko Vassilev, Hauptgeschäftsführer der DBIHK, gibt es qualitative und quantitative Aspekte der wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Unternehmen aus Bulgarien und Bayern. Zu den quantitativen Aspekten zählt der Außenhandelsumsatz. “Vor etwa 10 Jahren, wenn Bayern nicht führend als Wirtschaftspartner war, hatten wir einen Außenhandelsumsatz von 700 Milionen Euro,” sagt Vassilev und fügt hinzu: “Im Jahr 2022 hatten wir einen absoluten Rekord erreicht von 2,1 Milliarden Euro Außenhandelsumsatz.” Die Daten der Handelskammer sprechen über eine Verdreifachung des Außenhandelsumsatzes.

Was führt die deutschen Investoren nach Bulgarien?

Vassilev sagt, dass Bulgarien für die deutschen Investoren attraktiv ist wegen seiner Mitgliedschaft in der Europäischen Union und der NATO, wegen seiner geographischen Lage, dem Potenzial seiner Fachkäfte, aber auch wegen dem sogennanten Nearshoring: die Verlagerung betrieblicher Aktivitäten von deutschen Unternehmen, die in anderen Regionen der Welt tätig waren nach Europa oder in nahe gelegene Regionen. Der Hauptgeschäftsführer der DBIHK meint, dass Bulgarien diese Chance nutzen und sich besser in diesen neuen Entwicklungen positionieren könne. Die Pauschalsteuer und die niedrigen Arbeitskosten machen Bulgarien noch attraktiver unter den ausländischen Investoren, erzählt Vassilev weiter.

Mitko Vassilev während dem Besuch einer bayerischen Wirtschaftsdelegation, Quelle: DBIHK

Zu den Nachteilen Bulgariens als Investitionsland gehören, laut Vassilev, der Fachkäftemangel und die Fachkäftesicherung, die Infrastruktur, die nicht sehr effiziente Arbeit der Administration, die Korruption und die Bürokratie.

“Wenn ein bayrischer, wenn ein deutscher Investor überlegt wohin er geht, wo er sein Geld anlegen wird, dann ist Bulgarien eine interessante Destination,” meint Vassilev. Trotzdem soll Bulgarien weiter an den Nachteilen arbeiten, um attraktiv zu bleiben.

Wie sieht der typische deutsche Investor aus und was erwartet er von seinen bulgarischen Geschäftspartnern?

“Bayern ist in den letzten Jahren Handelspartner Nummer eins geworden, aber auch viele Unternehmer aus anderen Regionen Deutschlands schauen nach Bulgarien,” sagt Dr. Mitko Vassilev.

Wenn ein deutscher Investor nach neuen Geschäftspartnern in Bulgarien sucht, kommt er mit seinem Know-How. Außerdem ist er sozial verantwortlich, diszipliniert, hat Umweltbewusstsein, und denkt europäisch. Das heißt, dass Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit ihm nicht fremd sind, so Dr. Vassilev.

Das Interview finden Sie in der Audiodatei unten.

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