Der bulgarische Matrose Petar Petrow bekommt den Preis "Europäischer Bürger 2012"

Foto: BGNES
Der bulgarische Matrose Petar Petrow wurde vom EU-Parlament als EU-Bürger des Jahres 2012 für sein Heldentum ausgezeichnet. Er half bei der Rettung von über 500 Personen nach dem Unglück mit dem Kreutzfahrtschiff Costa Concordia am 13. Januar d.J. unweit der italienischen Küste.

Der Preis wird seit 2008 jedes Jahr für besondere Verdienste für die Integration und die Zusammenarbeit zwischen den Bürgern Europas im Sinne der Charta der EU-Grundrechte verliehen. Petar Petrow ist der einzige Bulgare der diesjährigen Verleihung. Am fatalen Freitag, den 13. stieß das Kreutzfahrtschiff auf Felsen in der Nähe der italienischen Küste und begann schnell zu sinken. Trotz Hilferufe der Besatzung, konnten keine Schiffe wegen des eisigen Windes und des kalten Wassers sich dem Unglücksort nähern. In dieser kritischen Situation hat Petar Petrow, der als Bordmechaniker beschäftigt war, begonnen, Passagiere mit einem der Rettungsboote an die Küste zu fahren. Nach 6 Kurse hat er das Leben von mehr als 500 Personen gerettet. Der Bulgare ist unter den letzten drei Besatzungsmitgliedern, die das Schiff verlassen haben, nachdem sie von der Küstenwache benachrichtigt wurden, dass sie die Situation unter Kontrolle hat.

Durch seine Tat hat Petar Petrow das Leben von Menschen aus verschiedenen EU-Staaten gerettet. Bulgarische Europaabgeordnete haben ihn für den Preis nominiert. Die Verleihungszeremonie fand im nationalen Parlament in Sofia statt. "Ich bin stolz darauf, dass es solche Bulgaren gibt", erklärte dabei Parlamentspräsidentin Tzetzka Tzatschewa. Ihrer Meinung nach, gab es am Bord des Schiffes auch andere Menschen, die in der Lage gewesen wären zu helfen, der Bulgare hat aber sofort reagiert und sein Leben riskiert. Warum?

"Für mich ist die Antwort klar", sagte Parlamentspräsidentin Tzetzka Tzatschewa. "Er ist sehr verantwortungsvoll und hat einen Charakter. Ich bin mir sicher, dass wenn es wieder so eine Situation geben soll, er genau so reagieren wird. Dafür spricht auch die hohe Auszeichnung des Europaparlamentes".

Petar Petrow ist natürlich nicht der Meinung, dass er der einzige Held an diesem Tag gewesen ist. Es gibt viele andere, die bislang unbekannt geblieben sind. Seine größte Sorge als Schiffsangestellte, der auch für die Sicherheit der Passagiere verantwortlich ist, sei die Rettung aller am Bord Anwesenden, erzählt Petrow. Er selbst habe "automatisch begonnen die Boote an die Küste zu fahren, um die Menschen in Sicherheit zu bringen". Hat er dabei keine Angst gehabt?

"Natürlich, das ist ja nur menschlich", erzählt er weiter. "Ich habe Familie, Kinder. Selbstverständlich will ich zu ihnen zurück. Ich bin aber seit 17 Jahren auf den Schiffen und bin auf alles Mögliche vorbereitet. Wenn es einen Notfall gibt, muss man sofort handeln, ohne dabei zu überlegen und an sich zu denken, das ist meine Pflicht als Matrose und als Mensch".

Um ihre Achtung vor der Tat des Bulgaren zu zeigen, war auch die bulgarische EU-Krisenschutzkommissarin Kristalina Georgiewa nach Sofia gekommen.

"Wir haben sehr vorsichtig die Entwicklung der Situation nach dem Unglück beobachtet, um bei Bedarf sofort zu reagieren", erklärte sie. "Als ich erfuhr, dass Petar Petrow unter den Rettern gewesen ist, war ich natürlich als Bulgarin sehr stolz darauf. Seine Tat ist ein gutes Beispiel dafür, dass auch in Zeiten der Krise die Solidarität und die Hilfsbereitschaft zwischen den Menschen nicht an Bedeutung verloren haben. Er ist auch ein Vorbild für die Absolventen der Matrosenschule in Warna, die er besucht hat, sowie für alle Bulgaren".

Am 7. und 8. November werden alle 37 Preisträger in Brüssel das EU-Parlament besuchen und sich mit seinem Präsidenten Martin Schulz treffen.

Übersetzung: Milkana Dehler

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