Frankophonen-Seminar in Sofia diskutiert über staatliche Politiken bei der Bekämpfung der Radikalisierung junger Menschen

Frankophonen aus Mittel- und Osteuropa sind in Sofia angekommen, um sich an einem dreitägigen Seminar über die staatlichen Politiken bei der Bekämpfung der in Gewaltbereitschaft mündenden Radikalisierung junger Menschen zu beteiligen. Das Seminar ist Teil einer Reihe von Treffen der Frankophonen auf der ganzen Welt, vereint durch die Initiative „Gemeinsam frei“ /www. libresensemble.com/. Die Initiative wurde von der Generalsekretärin der internationalen Organisation der Frankophonie (OIF) Michaëlle Jean ins Leben gerufen und zielt auf die Bekämpfung von Hassreden und Botschaften der kulturellen und religiösen Intoleranz ab, die die Demokratie, den Frieden und die Menschenwürde – also die Grundwerte, die die OIF weltweit verteidigt – gefährden.

Gastgeber des Seminars der Frankophonen aus Mittel- und Osteuropa in Sofia ist das bulgarische Ministerium für Jugend und Sport, das rund 30 hochrangigen Staatsbeamte und Experten im Bereich der Jugendpolitik aus Albanien, Armenien, Mazedonien, Moldawien und Rumänien zur Teilnahme eingeladen hat. Das Thema „Die Jugend und ihr Beitrag zur Erhaltung des Friedens“ wird übrigens einer der Schwerpunkte während der bevorstehenden bulgarischen EU-Ratspräsidentschaft in der ersten Hälfte 2018 sein, deshalb hat sich das bulgarische Außenministerium als Hauptpartner des Seminars der Frankophonen aus Mittel- und Osteuropa in Sofia engagiert. Mehr über das Seminar und die Initiative erzählt Reni Jotowa, Leiterin des Regionalbüros der OIF für Mittel- und Osteuropa.

СнимкаUnser Ziel ist es, die Jugendpolitiken zusammen mit den zuständigen Ministerien im Kontext der akuten Notwendigkeit von einer Prävention vor Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus unter jungen Menschen zu überdenken. Wir wollen einen Mechanismus erarbeiten, wie diese Prävention in die nationalen Jugendpolitiken der entsprechenden Länder Einzug halten kann. Für unsere Organisation ist das ein Hauptthema, denn viele unserer 84 Mitgliedsländer sind schon Opfer von Terrorangriffen geworden. Dies veranlasste Frau Michaëlle Jean, die Initiative „Gemeinsam frei“ zu starten. Sie richtet sich speziell an Jugendliche, da wir feststellen, dass sie im Fokus des Extremismus stehen. Schon sehr jung, noch im Schulalter, werden sie von Terrororganisationen durch die sozialen Netzwerke für ihre Zwecke manipuliert.“

Bereits am ersten Seminartag in Sofia wurde deutlich, dass die Probleme mit der Radikalisierung der Jugend in den verschiedenen Regionen der Welt unterschiedlich sind. Diskutiert wurde u.a. über die islamistische Terrorgruppe Boko Haram, die in Nigeria aktiv ist und deren Name mit „Nein zur westlichen Bildung“ übersetzt werden kann. „Die Bekämpfung der in Gewaltbereitschaft mündenden Radikalisierung junger Menschen muss gerade durch das Prisma der Bildung betrachtet werden. Denn die Jugendlichen brauchen eine solche Ausbildung, die ihnen nicht nur Wissen, sondern auch die universellen menschlichen Werte auf der Grundlage kultureller und sprachlicher Vielfalt beibringt und sie zur Toleranz gegenüber den anderen Menschen erzieht“, sagt Reni Jotowa und fährt fort: „Wir sind uns darüber im Klaren, dass der IS und etliche terroristische Gruppen im Internet und in den sozialen Netzwerken extrem stark sind. Um dieser gewaltigen Propaganda, die sie betreiben, eine noch massivere Propaganda in umgekehrter Richtung entgegenzusetzen, sind allein die Anstrengungen von Nichtregierungs- und Jugendorganisationen nicht genug. Auch die Regierungen müssen mit ihren Politiken dazu beitragen, denn der Terror kennt keine Grenzen und stellt eine alltägliche Gefahr für alle dar.

Übersetzung und Redaktion: Mihail Dimitrov

Fotos: Gergana Mantschewa

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