Der innovative Stil von Nikolay Deliyanev in der Ausstellung „Das Geheimnis der Vibration“

Abstrakte Bilder, die je länger betrachtet werden, desto intensiver der Zuschauer die Vibrationen der Farben, des Lichts und sogar der Luft wahrnimmt. Das ist der Gesamteindruck von der ersten selbständigen Ausstellung des jungen bulgarischen Malers Nikolay Deliyanev, die bis zum 30. Oktober im Art-Haus von Sofia zu sehen ist.

Die Kritiker gestehen Nikolay Deliyanev eine unnachahmliche Handschrift und Stil zu. Sie bezeichnen seine Bilder als „natürlich, luftig und geheimnisvoll“. Die abstrakte 3-D-Malerei provoziert die Fantasie. Die Formen und Farben nähern uns der Realität, stoßen uns aber gleichzeitig auch davon ab, um etwas Geheimnisvolles, Mystisches, Kosmisches und warum nicht auch Göttliches zu entdecken.

Nicht zufällig hat Nikolay Deliyanev selbst seine Ausstellung „Die Geheimnisse der Vibration“ genannt. „Die Linien und Farben, die Lichtpunkte und Lichter scheinen bei Deliyanev fast gleichzeitig zu vibrieren. Die Art und Weise wie er die Resonanz der Schwingungen überträgt, ist melodisch und mystisch“, so beschreiben die Kritiker den Arbeitsstil des Künstlers.

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Durch Kunst können Gefühle übertragen werden, die den Betrachter in die Welt des Autors und seiner Phantasien versetzen. Zweifellos haben die italienische Kultur und Architektur in Rom, wo sich Nikolay Deliyanev niedergelassen hat, sein Schaffen beeinflusst.

„Mein Weg in der Kunst begann schon in frühester Kindheit. Ich habe an den Wänden unseres Hauses fliegende Pferde gemalt“, erinnert sich Nikolay Deliyanev an diese Zeit. „Mein ganzes Leben lang war die Kunst in mir und ich zeige sie durch meine Bilder.“

Nikolay Deliyanev hat das Gymnasium für darstellende Kunst in Blagoewgrad abgeschlossen. Bereits in jungen Jahren hat er nach Büchern über namhafte Künstler gesucht und sie eingehend studiert. „Allmählich entstand in mir der Wunsch zu malen und mit verschiedenen Stilen zu experimentieren, nach verschiedenen Techniken und Themen zu suchen“, erinnert sich Nikolay Deliyanev. „Als ich vor 23 Jahren nach Italien kam, war meine allererste Aufgabe alle Kathedralen zu besuchen. Ich bin gläubig und als ich zum ersten Mal die Schwelle einer Kathedrale betrat, empfand ich sie als eine echte Bibliothek für Kunst. Dort kann man den größten Lehrern der Malerei nahe sein und obwohl sie nicht unter uns weilen, bereichern sie uns ungemein und hinterlassen für immer ihren Abdruck in uns.“

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Bei der Ausstellung „Das Geheimnis der Vibrationen“ kommt es zu einer Interaktion zwischen den Bildern und dem Betrachter. Im Bewusstsein und in der Phantasie des Publikums scheinen unsichtbare Saiten zu vibrieren.

Wie jeder Künstler, der der Kunst völlig ergeben ist, so sucht auch Nikolay Deliyanev ständig nach neuen Wegen und Methoden, das Publikum zu überraschen. Er ist fest überzeugt, dass es weder im Leben noch in der Kunst Zufälle gibt. Seine Begegnung mit dem venezolanischen Maler Wilmer Herrison, der mit der Technik der optischen Illusion arbeitet und viele geometrische Bilder malt, gab Deliyanev den Anstoß, auch in seinen Kompositionen sich der optischen Täuschung zu bedienen. „Auf diese Weise habe ich die Möglichkeit, meine Emotionen und Liebe in meinen Bildern einzubringen und ich hoffe sehr, dass dies auch beim Publikum auf Resonanz stößt.“

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Der Künstler hofft, dass diese Technik künftig immer populärer werden wird, denn auch die Kritiker widmen ihr spezielle Aufmerksamkeit.

Beim Malen höre ich immer Musik, kosmischer Musik. Auf diese Weise übertragen sich die Schwingungen dieser Musik auf meinen Pinsel und durch ihn auf meine Bilder“, gibt Nikolay Deliyanev Einblick in der Entstehung seiner Bilder. „Ich achte darauf, wie sich die Kunst entwickelt  und beobachte auch die Entwicklung Bulgariens. Die Heimat ist in meinem Herzen. Und wie jeder, der im Ausland lebt, so fühle auch ich mich auch von allem angezogen, dass mit Bulgarien zu tun hat und entdecke Dinge, denen ich früher keine Beachtung geschenkt habe. Das Wichtigste für mich ist, dass die Kultur sich in Bulgarien in letzter Zeit im Aufschwung befindet. Das bedeutet auch, dass auch der gesamte Staat im Aufbruch ist.“

Übersetzung: Georgetta Janewa

Fotos: Privatarchiv

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