Diplomaten fördern Entwicklung junger Bulgarinnen als Leader der Veränderung

Foto: BGNES

„Ja, es ist möglich, seine Träume zu verwirklichen! Man muss es nur versuchen!“ Davon will ein von der Botschafterin Großbritanniens in Sofia Emma Hopkins organisierter Wettbewerb bulgarische Schülerinnen überzeugen. Die Initiative hat auch die Unterstützung von Vizepräsidentin Ilijana Jotowa.

Die schlimmste Diagnose für unsere Gesellschaft ist die Apathie, meint Vizepräsidentin Jotowa. Das Ziel des landesweiten Wettbewerbs „Botschafter für einen Tag“ ist es, den Mädchen voller Elan, die keiner Apathie zum Opfer fallen, in ihren Zielen und Zukunftsplänen zu bestärken.

„Ich möchte jedes Mädchen im Alter zwischen 15 bis 19 Jahren aufmuntern, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen, weil er dazu beitragen kann, ihren Blickwinkel zu ändern und ihre Träume zu verwirklichen“, sagte die 17jährige Blaga Poptschewa, eine der Gewinnerinnen bei der ersten Ausgabe der Initiative im Jahr 2018.

Die Hauptaufgabe der Teilnehmerinnen besteht darin, eine Frage zu beantworten und ihre These in höchstens 250 Worte zu fassen. Und die Frage lautet: Wie würden Sie Ihre persönliche Stärke und ihren Einfluss als Botschafterin nutzen, um positive Veränderungen in der Gesellschaft herbeizuführen?

Unser Ziel ist, Mädchen aus ganz Bulgarien zu animieren, ihre Zukunft ambitionierter anzugehen und ihren Sinn für soziale Verantwortung auszubauen“, sagte die britische Botschafterin in Bulgarien Emma Hopkins. „Der Wettbewerb „Botschafter für einen Tag“ wurde in Zusammenarbeit mit anderen Botschaften des Diplomaten-Korps organisiert. Unser Ziel ist es, den internationalen Frauentag auf eine innovative Art und Weise zu begehen. Die Initiative wird am 7. März abgeschlossen, wonach die Gewinnerinnen sich zusammen mit den Botschafterinnen und Leiterinnen von NGOs an einer öffentlichen Veranstaltung auf sehr hohem Niveau beteiligen werden. Geplant sind auch Diskussionen mit prominenten Leadern von Bürgerorganisationen, darunter mit Vizepräsidentin Ilijana Jotowa, bei denen der Fokus auf die Rolle der einzelnen Persönlichkeit, auf die Motivation und den Unternehmungsgeist gerichtet sein wird. Wir möchten den künftigen jungen Frauen aus ganz Bulgarien helfen, an ihr eigenes Potential für Selbstverwirklichung und Veränderungen zu glauben. Egal woher sie stammen, aus Städten oder abgelegenen Dörfern: Sie sollen wissen, selbst falls sie Probleme oder spezielle Bedürfnisse haben, dass sie alle gleich sind und auf verantwortungsvollen Posten ihre Kraft und ihr Potential entfalten können. Die Initiative verfolgt aber noch ein weiteres Ziel – sie will den Mädchen den Arbeitsgeist führender Frauen nahe bringen. Aus diesem Grund stellen wir Beziehungen zu Botschafterinnen anderer Länder wie beispielsweise Aserbaidschan, Indonesien, den Niederlanden und Albanien her,“ so Ihre Exzellenz Emma Hopkins.

Die Botschafterin des Vereinigten Königreichs kam auch auf ihre Erfahrungen aus dem Vorjahreswettbewerb zu sprechen, als sie einen Arbeitstag mit einem 17jährigen Mädchen aus der nordwestbulgarischen Stadt Warschez verbrachte. So konnte sie viel über die Schwierigkeiten erfahren, auf die eine junge Frau in Bulgarien in ihrem Leben stößt. Worten von Emma Hopkins zufolge können nicht nur die Jugendlichen etwas von den Diplomatendamen lernen, sondern auch umgekehrt. Vizepräsidentin Ilijana Jotowa teilte ebenfalls ihre Eindrücke von der Initiative „Botschafter für einen Tag“:

Ich war angenehm überrascht von der frischen Sichtweise dieser Mädels, was wirklich schwerwiegende Probleme angeht – beispielsweise Geschlechtergleichheit, die Frage, wie junge Leute ihren Platz im Leben finden, wie sie sich eine Karriere aufbauen, vor allem in kleinen und abgelegenen Ortschaften Bulgariens. Die Kampagne von Botschafterin Emma Hopkins und mir wird auch in den nächsten Monaten fortgesetzt. Emma Hopkins gehört zu jenen Menschen, die einen großen Teil ihrer Arbeit dem Schutz von Menschenrechten, der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, Menschenschmuggel und organisiertem Verbrechen gewidmet haben. Das ist etwas, was sich von der Diplomaten-Sphäre unterscheidet, wo sie ebenfalls sehr erfolgreich arbeitet. Außer Erbitterung, Entfremdung und Egoismus hat uns die Wirtschaftskrise vom Jahr 2008 nichts weiter eingebracht. In den Vordergrund rücken die Probleme benachteiligter Gruppen und die Isolation der Roma-Schulen in Bulgarien. Die Sorge um das eigene Überleben hat solche Begriffe wie Solidarität, Anteilnahme und Zugehörigkeit verdrängt“, sagte abschließend Vizepräsidentin Ilijana Jotowa.

Weitere Details über die Teilnahme an der Initiative „Botschafter für einen Tag“ gibt es auf der Internetseite der Botschaft Großbritanniens in Bulgarien.

Übersetzung: Rossiza Radulowa

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