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Covid-19 in Bulgarien: Tag 33

Foto: BGNES


Kein Heiliges Feuer aus Jerusalem, keine Weidenzweige zu Palmsonntag

Darauf einigten sich am Donnerstag der Premierminister Bojko Borissow und die Heilige Synode bezüglich der Osterfeiertage. 
Auf Grund der epidemiologischen Situation und da das Heilige Feuer vom vorigen Jahr erhalten sei, habe die Heilige Synode empfohlen, kein Regierungsflugzeug nach Jerusalem zu entsenden und die eingesparten Mittel für die Bekämpfung des COVID-19 einzusetzen. 
Ferner habe die Kirche beschlossen, am Palmsonntag keine Weidenzweige und Blumen an die Gläubigen zu verteilen und die Gottesdienste vor den Kirchen abzuhalten. 
„Tatsächlich wurden Kirchen und Klöster bisher noch nie geschlossen. Die Geistlichen geben sich Mühe, alle Quarantänemaßnahmen einzuhalten. Alle werden darauf hinweisen, Distanz zu halten“, erklärte Premier Borissow und appellierte, dass nur die sehr Bedürftigen zum Gottesdienst kommen sollten. Der Polizei werde angetragen werden, die Menschen mit Taktgefühl und Vorsicht zur Distanz zu ermahnen, sagte Borissow.

7 neue Covid-19-Fälle in Bulgarien am 9. April

618 mit COVID-19 infizierte Patienten bestätigte der Nationale Stab für Coronavirus. Am Donnerstag wurden 7 neue Fälle gemeldet. 
230 der Patienten werden im Krankenhaus, 32 auf Intensivstationen behandelt. 
347 der registrierten COVID-19-Patienten seien Männer, 271 Frauen. Das Durchschnittsalter der infizierten Bulgaren betrage 48 Jahre. 

Höhepunkt von Pandemie in Bulgarien in nächsten 15 Tagen erwartet

Der Höhepunkt der COVID-19-Verbreitung in Bulgarien werde innerhalb der nächsten 10 bis 15 Tage erwartet. Jetzt sei die Zeit zu zeigen, dass wir eine disziplinierte Nation seien, erklärte Premierminister Bojko Borissow und fügte hinzu, dass nach den Osterfeiertagen (18.-20. April) über eine Lockerung der Begrenzungsmaßnahmen nachgedacht werden könne. Sollte alles normal verlaufen, könnten Spaziergänge in Parks und Gebirgen erlaubt werden. 
Entsprechend der Situation werde auch entschieden werden, ob am 6. Mai, dem Tag des Heiligen Georg und des Heldenmuts eine Militärparade stattfindet. 

Zu früh für „Herdenimmunität“ gegen COVID-19 in Bulgarien

Die Tests von 1016 Polizeiangestellten im Durchschnittsalter von 39 Jahren haben ergeben, dass 1007 von ihnen nicht mit COVID-19 infiziert seien. Bei einer Polizistin und 6 Polizisten seien Antikörper isoliert worden, gab der Chef des Nationalen Stabs zum Coronavirus Prof. Mutaftschiejski bekannt. 
Die Ergebnisse zeigen, dass das COVID-19 im Land noch nicht weit verbreitet und die Epidemie unter Kontrolle sei. Sollten die Beschränkungsmaßnahmen weiterhin strikt eingehalten werden, bestehe die Chance, dass die Zahl der Erkrankten niedrig bleibe, erklärte der staatliche Gesundheitsinspektor Angel Kuntschew. Für den Aufbau einer „Herdenimmunität“ und Lockerung der Maßnahmen sei es aber noch zu früh. 

Interaktive Karte von „grünen Korridoren“ in Bulgarien freigeschaltet

Eine interaktive Karte der "grünen Korridore" für den Warentransit durch Bulgarien wurde auf der Website der Straßenagentur hochgeladen. Sie enthält nützliche Informationen über die Raststätten entlang der Routen. 
Die Karte befindet sich in der Schaltfläche „Grüne Korridore“ auf www.api.bg und auf der Website www.bgtoll.bg. 
Die "grünen Korridore" verlaufen entlang des europäischen Verkehrsnetzes und verbinden die Grenzpunkte „Kalotina“ mit „Kapitan Andreewo“ und „Kapitan Petko Wojwoda“, die Donaubrücke 2 mit „Kulata“, die Donaubrücke bei Russe mit „Kapitan Andreewo“ und „Kapitan Petko Wojwoda“.

Wiederherstellung der Normalität in Krankenhäusern nach Ostern

Nach Absprache mit dem Ärzteverband wurde beschlossen, nach den Osterfeiertagen in den Krankenhäusern so genannte grüne Korridore für Patienten ohne COVID-19 einzurichten. Die medizinischen Einrichtungen müssen sich anpassen und die medizinische Behandlung für alle Patienten gewährleisten, da man nicht wisse, wie lange der Kampf gegen das neue Virus andauern werde, erklärte der Chef des Nationalen Stabs gegen das Coronavirus Prof. Wenzislaw Mutaftschijski. 

Über drei Viertel begrüßen Krisenmaßnahmen der Regierung

77 Prozent der Bulgaren sind der Ansicht, dass die Regierung adäquat auf die Covid-19-Krise reagiert habe; gegenteiliger Ansicht sind 22 Prozent. Das geht aus einer Umfrage der Meinungsforschungsagentur „Gallup International“ hervor, durchgeführt am 6. und 7. April. Vor einem Monat hatten 60 Prozent die Maßnahmen der Regierung begrüßt; 37 Prozent waren mit ihnen nicht einverstanden.
Bei der jetzigen Umfrage gaben 22 Prozent der befragten Bürger an, dass sie Einbußen erlitten hätten. 14 Prozent würden vorübergehen nicht arbeiten, 8 Prozent würden verringert arbeiten und 9 Prozent seien entlassen worden. Vor einer Woche gaben bei einer ähnlichen Umfrage 3 Prozent an, dass sie ihre Arbeit verloren hätten.
69 Prozent der Umfrageteilnehmer bekunden Furcht vor einer Ansteckung mit Covid-19. Zu Beginn der Sondermaßnahmen betrug ihr Anteil 62 Prozent. Lediglich 27 Prozent ängstigen sich nicht vor der Seuche. 55 Prozent sind der Ansicht, dass die Gefahr übertrieben werde.

Outgoing-Reiseveranstalter am stärksten von Krise betroffen

Rund 300.000 Bulgaren hätten vom 13. März bis 1. Juni Auslandsreisen gebucht, gab Tourismusministerin Nikolina Angelkowa gab bekannt. Die Zahlen verdeutlichen, dass die Covid-19-Krise hauptsächlich die Reiseveranstalter vom sogenannten Outgoing-Tourismus getroffen habe. 
Rund die Hälfte der Reiseveranstalter habe ihre Mitarbeiter in den unbezahlten oder bezahlten Urlaub geschickt. Andere planen, Mitarbeiter zu entlassen, wenn die Krise länger dauern sollte. Nur etwa 10% haben die Mehrheit ihrer Mitarbeiter behalten, sagte Ministerin Angelkova und brachte ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass Bulgarien in diesem Jahr eine Spätsommersaison haben werde.

Weltbank: Rezession für dieses und Wachstum für kommendes Jahr in Bulgarien

Laut der Frühjahrswirtschaftsprognose der Weltbank für die Regionen Europa und Mittelasien werde Bulgarien in diesem Jahr wegen der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf den Export und den Binnenmarkt in eine Rezession gelangen. Das Bruttoinlandsprodukt werde 2020 voraussichtlich um 3,7 Prozent schrumpfen. Dafür solle es im kommenden Jahr um 3,9 Prozent wachsen. Die Weltbank empfiehlt Maßnahmen zur Unterstützung der gefährdeten Gruppen und Bereiche damit der Wirtschaftseinbruch minimiert und Arbeitsplätze gerettet werden können.
Bulgarisches Institut arbeitet an COVID-19-Impfstoff
Am Institut für Mikrobiologie an der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften werde an der Herstellung eines Impfstoffs für COVID-19 gearbeitet. Das Projekt werde finanziell vom Institut Pasteur unterstützt, befinde sich aber in einem sehr frühen Stadium und noch sehr weit von klinischen Tests entfernt, erklärte die Direktorin des Instituts für Mikrobiologie Dr. Penka Petrowa. 

Jugend-Rotkreuzbewegung wirbt Medizinstudenten als freiwillige Helfer gegen Covid-19 an

Die Jugendorganisation des Bulgarischen Roten Kreuzes teilte mit, dass sie auf Initiative des Gesundheitsministeriums eine Kampagne unter Medizinstudenten zur Gewinnung von Freiwilligen im Kampf gegen die Covid-19-Seuche gestartet habe. Die freiwilligen Helfer sollen zum Einsatz kommen, falls sich die epidemiologische Lage im Land erschweren sollte. Die Kampagne wird von der Nationalen Vereinigung der Studentenräte und der Vereinigung der Medizinstudenten in Bulgarien unterstützt.

Mediziner und Freiwillige beweisen Kraft und Stabilität

Die US-Botschafterin Hero Mustafa begrüßte die bulgarischen Medizinexperten und die Freiwilligenhelfer, die in dieser schwierigen Zeit „bemerkenswerte Kraft und Stabilität“ an den Tag legen. 
Der von der US-Botschaft in Zusammenarbeit mit der Stiftung „Amerika für Bulgarien“, der Amerikanische Handelskammer und dem Bulgarischen Spenderforum initiierte Fond „Vereint gegen COVID-19“ habe 400.000 Euro gesammelt, die an örtlichen Krankenhäusern, Betrieben, sozialen Einrichtungen und Kulturhäusern verteilt werden sollen. 


Zusammengestellt: Elena Karkalanowa und Nachrichtenteam
Übersetzung: Georgetta Janewa und Wladimir Wladimirow

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