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Covid-19 in Bulgarien: Tag 80

Foto: BTA


Tanzlokale, Theater und Opern können jetzt auch in Innenräumen betrieben werden

Nach einem Treffen von Vertretern der künstlerischen Gewerkschaften mit Gesundheitsminister Kiril Ananiew und Kulturminister Boil Banow wurde bekannt gegeben, dass Tanzlokale, Theater und Opern jetzt auch in geschlossenen Räumen betrieben werden können. In den Tanzsälen dürfen sich bis zu 20 Personen unter Einhaltung eines Abstands von 4 m versammeln und die Theatersäle werden 50 Prozent ihrer Kapazitäten auslasten.

Kindergärten und Krippen wieder geöffnet

Die Kindergärten- und Krippen Bulgariens nehmen ab heute ihre Arbeit wieder auf. In Sofia öffnen insgesamt 176 Kindergärten und 24 selbständige Kinderkrippen. Bei einer Umfrage haben 26 Prozent der Eltern den Wunsch geäußert, ihre Kinder wieder in die Kindergärten und 43 Prozent in die Kinderkrippen zu schicken. Auf Empfehlung des Gesundheitsministeriums müssen die Aufenthaltsräume vier Mal täglich und die sanitären Einrichtungen aller 15 Minuten desinfiziert werden. Auch die Kinderspielplätze müssen einer Desinfizierung unterzogen werden. Es wird ferner empfohlen, dass die Kinder mehr Zeit im Freien verbringen sollen.

Sportveranstaltungen für Kinder im Freien wieder gestattet

Ab dem 26. Mai sind individuelle und kollektive Sportveranstaltungen für Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren in Sälen und im Freien wieder gestattet. Allerdings müssen sie ohne Publikum stattfinden und es darf sich auch nicht um Wettkämpfe handeln.

Tendenz mehr Geheilte als Neuinfektionen hält an

In den vergangenen 24 Stunden wurden 10 neue Covid-19-Fälle ermittelt. Damit ist ihre Gesamtzahl in Bulgarien auf 2.443 geklettert, informierte Dozent Dr. Angel Kuntschew vom Nationalen Krisenstab zur Coronavirus-Prävention und Bekämpfung. Die Erhöhung der Fälle beträgt 0,2 Prozent auf der Grundlage von 295 neuen Tests. 4 der Neuinfizierten wurden in Krankenhäuser eingeliefert, die übrigen 6 werden zu Hause behandelt. Bei zwei der Neuinfizierten handelt es sich um Kinder im Alter von 4 und 13 Jahren, die beide keine schweren Symptome der Erkrankung aufweisen.
Von den Corona-Infizierten sind 49 Prozent Männer und 51 Prozent Frauen. Der jüngste Corona-Patient ist zwei Monate alt und der älteste 95 Jahre. Das Durchschnittsalter der Corona-Infizierten beträgt 49,2 Jahre.
In den vergangenen 24 Stunden wurden keine weiteren Mediziner infiziert.
18 Patienten wurden als geheilt entlassen, so dass sie Gesamtzahl der Genesenen auf 880 gestiegen ist.
Es wurden keine neuen Sterbefälle registriert.

Die Epidemie wird nachlassen, wenn sich aktueller Trend fortsetzt

„Wenn Sie wollen, dass es keine Epidemie gibt, bereiten Sie sich darauf vor und ergreifen Sie Maßnahmen, um sie von Anfang an auszurotten.“ So paraphrasierte Prof. Dr. Todor Kantardschiew, Direktor des Nationalen Zentrums für Infektions- und Parasitenkrankheiten, das berühmte lateinische Sprichwort: „Wenn Sie Frieden wollen, bereiten Sie sich auf den Krieg vor.“ Er sagte in einem Interview für Radio FOCUS, dass wir in ein paar Tagen genau sagen können, ob die Epidemie verschwindet, aber nur, wenn wir weiterhin die grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen einhalten. Im Herbst jedoch, falls Importfälle von Covid-19 auftreten sollten (aufgrund der Rückkehr von Bulgaren aus Hochrisikoländern), werde sich das Szenario mit den Quarantänemaßnahmen vom Frühjahr wiederholen.

Viele Unklarheiten in Bezug auf Immunität bei Covid-19

„Es erscheint mir nicht überzeugend, dass es eine zweite Coronavirus-Welle geben wird“, erklärte der bulgarische Virologe Prof. Angel Galabow in einem Interview für den BNR. Es sei wichtig, dass das Virus schwächer werde und es sei erfreulich, dass nach einer Impfung Antikörper gebildet werden, fügte er hinzu. Der Virologe teilte auch mit, dass bisher nicht bekannt sei, was den Körper schütze, Antikörper oder die zelluläre Immunität. Deshalb sollten keine voreiligen Schlussfolgerungen gezogen werden, denn es gebe noch viele Unklarheiten, insbesondere in Bezug auf die Immunität gegen das Coronavirus. Laut Akademiemitglied Galabow sollte jeder für seinen persönlichen Schutz selbst verantwortlich sein, da das Virus weiterhin in Umlauf sei.

Finanzstütze für Bereich „Fischfang und Aquakulturen“ 

Das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft und Nahrungsgüterindustrie ergreift drei Sofortmaßnahmen im Rahmen des Programms zur Meeres- und Fischereipolitik der Europäischen Union für den Zeitraum 2014–2020. Die Maßnahmen sollen direkt der Branche „Fischfang und Aquakulturen“, die ebenfalls von der Corona-Pandemie wirtschaftlich getroffen wurde, zugutekommen. Für den Bereich wurden 8 Millionen Euro an unentgeltlicher finanzieller Hilfe bereitgestellt, die zur Beseitigung der negativen Folgen der Pandemie beitragen sollen. Es wird erwartet, dass diese Maßnahmen rund 720 Eigentümer von Fischereifahrzeugen, Aquafarmen, Fischverarbeitungsanlagen u.a. in Anspruch nehmen werden.

Manfred Weber: Bulgarien kann Corona-Wiederaufbaufonds nutzen

Bulgarien gehört zu jenen Ländern, die den Wiederaufbaufonds nach der Covid-19-Pandemie nutzen können, trotz der niedrigen Zahl an Infizierten, teilte in einem Interview für den Bulgarischen Nationalen Rundfunk der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament Manfred Weber mit. Seinen Worten nach sei Bulgarien ebenso von der Krise infolge der Pandemie wirtschaftlich betroffen. Aus diesem müsse das Land einen Zugang zum Fonds haben. Das Projekt über den Corona-Wiederaufbaufonds solle am Mittwoch dieser Woche von der EK-Präsidentin Ursula von der Leyen im Europäischen Parlament vorgestellt werden.

Online-Plattform hilft Künstlern in Schwierigkeiten

Eine neue Plattform für zeitgenössischen Tanz stellt Künstler aus aller Welt auf der virtuellen Bühne „Derida Stage onLINE“ vor. Sie wird in Zusammenarbeit mit der Sofioter Stadtgemeinde im Rahmen des Programms „Solidarität in der Kultur“ umgesetzt und präsentiert bulgarische und ausländische, sozial engagierte, zeitgenössische Darbietungen. Die Auswahl der Werke trifft der künstlerische Leiter Schiwko Scheljaskow. Ein Teil der Einnahmen geht ist für die Unterstützung der Künstler bestimmt, die aufgrund der Covid-19-Pandemie in Schwierigkeiten geraten sind.


Weitere wichtige Informationen zu Covid-19 in bulgarischer Sprache und in 9 Fremdsprachen finden auf der Internetseite von Radio Bulgarien in unserer Spezialrubrik COVID-19.


Zusammengestellt: Elena Karkalanowa und die Nachrichtenredaktion
Übersetzung: Wladimir Wladimirow, Rossiza Radulowa, Georgetta Janewa

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