Sofia ist Gastgeber des 6. Weltkongresses der Nachrichtenagenturen

Maxim Mintschew
Foto: Archiv

Vom 13. bis zum 15. Juni findet in der bulgarischen Hauptstadt der 6. Weltkongresses der Nachrichtenagenturen statt. Im Rahmen dieser drei Tage tauschen sich Vertreter aus über 100 Ländern und mehr als 120 Medien im Nationalen Kulturpalast in Sofia über die Zukunft der Nachrichten aus. Organisiert wird das Forum vom Weltrat der Nachrichtenagenturen. Daran beteiligen sich Informationsleader wie Reuters, Associated Press, Times. TASS, Agence France Press, Xinhua, auch die Bulgarische Nachrichtenagentur BTA u.a. Auf der Agenda stehen Treffen der Gäste mit Repräsentanten der bulgarischen Medien und mit heimischen Politikern, damit sie Kontakte knüpfen und die Folklore, Kultur und Traditionen unseres Landes kennenzulernen können. Am letzten Tag ist ein Trip in die europäische Kulturhauptstadt 2019 Plowdiw geplant.

„Falls es uns gelingt, dieses Event gekonnt zu nutzen, wird es unserem Land sehr zum Nutzen gereichen“, sagte in einem Interview für den BNR der Generalsdirektor der Bulgarischen Nachrichtenagentur Maxim Mintschew. „Bulgarien liegt momentan im Fokus der Aufmerksamkeit all dieser Medien, die in ihren Nachrichten von unserm Land berichten. Außerdem ist die Palette die Teilnehmer sehr bunt. Ich persönlich finde einen unserer Gäste besonders interessant – den weltbekannten Schriftsteller, Journalist und Philosoph Eric Weiner. Allein in Bulgarien sind seine Bücher in hunderttausendfacher Auflage erschienen. Er wird während des Kongresses über die Geographie der Weisheit sprechen.“

Im Mittelpunkt des Forums steht die Entwicklung des Informationsstroms. Seine Zukunft hängt von den strukturellen und technologischen Modifikationen in den Medien ab – Internet, Sozialnetze, künstlicher Verstand, wo es keine eindeutigen Antworten gibt. „Sie stellen eine Gefahr für die Existenz des Journalistenberufes dar“, meint Maxim Mintschew. Seinen Worten zufolge werden Falschmeldungen durch den Mangel an Regeln im Informationsraum und die freie Interpretation der von den Medien gelieferten Informationen begünstigt.

Diese Themen waren und sind Gegenstand vieler Diskussionen und Konferenzen in Bulgarien. Trotzdem können wir nicht mit einer eindeutigen Antwort aufwarten. Der künstliche Verstand wird offensichtlich Einzug in die Medien halten und ich bin definitiv der Ansicht, dass wird nicht darauf vorbereitet sind, weil es sich immerhin um etwas Unbekanntes handelt. In den letzten Jahren hat nicht nur der recht spezifische Journalismus in den Nachrichteagenturen, sondern unser Beruf als Ganzes viele Veränderungen erfahren. Das gilt auch für die Infrastruktur der Medien. Alles ist sehr dynamisch und die Veränderungen erfolgen manchmal im Rahmen eines einzigen Monats und nicht im Laufe von Jahrzehnten, wie das früher einmal war.“

Nach dem Fall der Berliner Mauer hat massenweise eine Entstaatlichung der Medien in Europa begonnen. Die ersten, die erkannt haben, dies falsch ist, sind die Länder in Westeuropa, sagte Maxim Mintschew und weiter:

“Die öffentlichen Medien spielen eine wichtige Rolle. In unseren Ostblockländern wurde schnell klar, dass die Gesellschaft die öffentlichen Medien wirklich braucht. Falls man sich nur von Handelsinteressen, Werbung und Profit leiten lässt, könnte man der Möglichkeit beraubt werden, reale und glaubwürdige Informationen zu erhalten“, mahnte abschließend Maxim Mintschew.

Übersetzung: Rossiza Radulowa

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